Antike Welt · MÖ 3200 – MS 476

Terrakotta-Armee: Die 8.000 Tonsoldaten des Kaisers

Die Terrakotta-Armee besteht aus lebensgroßen Tonsoldaten und Tonpferden, die Chinas ersten Kaiser Qin Shi Huang im Jenseits bewachen sollten. Bauern entdeckten sie im März 1974 beim Brunnenbau; in den drei Hauptgruben werden etwa 8.000 Soldaten vermutet.

7 Min. Lesezeit8 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Terrakotta-Armee: Die 8.000 Tonsoldaten des Kaisers
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Die Terrakotta-Armee besteht aus lebensgroßen Tonsoldaten und Tonpferden. Sie wurden begraben, um Qin Shi Huang, Chinas ersten Kaiser, nach seinem Tod zu schützen. Bauern entdeckten sie 1974 durch Zufall. Heute gehört die Anlage zu den bekanntesten archäologischen Stätten der Erde.

Hier erfährst du, wo die Armee liegt, was ihr Name bedeutet, wie sie entdeckt wurde und was die Gruben enthalten. Dazu kommen einige Einzelheiten, die den meisten Besuchern entgehen.

Wo liegt die Terrakotta-Armee in China?

Die Armee liegt im Bezirk Lintong von Xi’an. Xi’an ist eine Stadt in der Provinz Shaanxi. Wenn du nach dem Standort der Terrakotta-Armee suchst, lautet die Antwort also: Lintong, Xi’an, Shaanxi.

Die Gruben mit den Soldaten und Pferden liegen etwa 1,5 Kilometer östlich des Kaisergrabes. Die Soldaten befinden sich nicht im Grabhügel. Sie stehen in eigenen Gruben daneben.

Die gesamte Anlage liegt innerhalb eines 56,25 Quadratkilometer großen Schutzgebiets. Die UNESCO zählt dort mehr als 600 archäologische Befunde. Dazu gehören Gräber, Gruben mit Grabbeigaben und Gebäudereste.

Der Grundriss der Grabanlage folgt dem Stadtplan von Xianyang, der Hauptstadt des Qin-Reiches. Xianyang besaß ineinanderliegende Mauerringe mit Palästen im Inneren. Nach diesem Muster ließ der Kaiser auch seine Wohnstätte für das Jenseits errichten.

Was bedeutet der Name?

Der chinesische Name lautet bīngmǎ yǒng. Er bedeutet „Soldaten- und Pferdefiguren als Grabbeigaben“. Der Name beschreibt den Zweck der Figuren. Sie waren Grabbeigaben, keine Dekoration.

Die englische Bezeichnung Terracotta Army leitet sich vom Material ab. Terrakotta ist gebrannter Ton. Jeder Soldat besteht aus gebrannter Erde.

Die Figuren sollten Schutz bieten. Sie wurden in der Grabanlage aufgestellt, um Qin Shi Huang im Jenseits zu bewachen. Stell dir einen Wachmann am Eingang eines Gebäudes vor. Dasselbe wollte der Kaiser für die nächste Welt.

Wer ließ die Armee bauen – und warum?

Qin Shi Huang wurde als Ying Zheng geboren. Im Jahr 221 v. Chr. vereinte er die miteinander kämpfenden Königreiche. Anschließend nahm er den Titel Qin Shi Huang Di an. Er bedeutet „Erster Kaiser von Qin“.

Die Arbeiten an seiner Grabanlage hatten bereits 246 v. Chr. begonnen. Der Historiker Sima Qian berichtete, dass 700.000 Menschen daran arbeiteten.

Der Kaiser starb 210 v. Chr. Die Armee wurde dafür geschaffen, ihn in der Welt nach dem Tod zu schützen.

Wie wurde die Armee entdeckt?

Im März 1974 gruben Bauern aus der Umgebung einen Brunnen. Dabei stießen sie auf Bruchstücke von Figuren aus gebranntem Ton. Dieser Fund führte zur Entdeckung der Armee.

Die erste Grube war erst der Anfang. Im Sommer 1976 wurden zwei weitere Hauptgruben mit Soldaten entdeckt. Am 1. Oktober 1979 öffnete das Museum für die Öffentlichkeit.

1987 nahm die UNESCO die Grabanlage des Kaisers in die Welterbeliste auf. Die Soldatengruben gehören dazu.

Zeitleiste

  1. 246 v. Chr. Die Arbeiten an der Grabanlage von Qin Shi Huang beginnen.
  2. 221 v. Chr. Ying Zheng vereint die miteinander kämpfenden Königreiche und nimmt den Titel Qin Shi Huang Di an.
  3. 210 v. Chr. Qin Shi Huang stirbt.
  4. März 1974 Bauern finden beim Brunnenbau Bruchstücke von Terrakottafiguren.
  5. Sommer 1976 Die Gruben 2 und 3 werden entdeckt.
  6. 1. Oktober 1979 Das Museum der Terrakotta-Armee öffnet für die Öffentlichkeit.
  7. 1987 Die Grabanlage wird in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
  8. 2014 Eine Studie veröffentlicht einen Vergleich der Ohren der Figuren.
  9. 2019 Eine Studie widerlegt die Behauptung, eine antike Chrombehandlung habe die Bronzewaffen geschützt.

Wie viele Soldaten gibt es?

Die bekannte Zahl lautet 8.000. Sie muss richtig eingeordnet werden.

Eine Schätzung von 2007 geht davon aus, dass die drei Hauptgruben mehr als 8.000 Soldatenfiguren enthalten. Geschätzt wird damit, was im Boden liegt. Die Zahl bezeichnet nicht die bereits ausgegrabenen Figuren.

Hinzu kommen die Pferde. Schätzungen für die gesamte Armee umfassen 130 Streitwagen, die von 520 Pferden gezogen werden. Außerdem zählen sie 150 Kavalleriepferde dazu.

Die drei Gruben

Grube 1 ist die größte. Sie ist 230 Meter lang und 62 Meter breit. Sie besitzt 11 parallele Korridore. Stell dir 11 lange Bahnen nebeneinander vor, in denen Soldaten stehen.

Grube 2 umfasst etwa 6.000 Quadratmeter. Nach Angaben des Museums stellt sie Bogenschützen, Kavallerie, Infanterie und Streitwageneinheiten dar. Hier stehen verschiedene Truppengattungen zusammen, nicht nur ein geschlossener Infanterieverband.

Grube 3 ist mit etwa 520 Quadratmetern klein. Aufgrund ihres Grundrisses deuten Forscher sie als Kommandozentrale für die Truppen in den ersten beiden Gruben.

Wie sehen die Soldaten aus?

Die meisten Soldaten sind zwischen 1,75 und 2 Meter groß. Das entspricht der Größe eines erwachsenen Mannes.

Sie sind keine Kopien einer einzigen Figur. Kleidung, Frisur und Körpergröße zeigen den Rang. Wenn du genau hinsiehst, kannst du einen Offizier von einem einfachen Soldaten unterscheiden.

Die Soldaten trugen auch echte Waffen. Zu den Bronzewaffen gehören Schwerter, Speere und Abzugsmechanismen für Armbrüste. Sie waren alle im Kampf einsetzbar. Es waren keine Requisiten.

Details, die du nicht im Reiseführer findest

Die Soldaten waren bemalt. Heute sehen die meisten erdfarben aus. Ursprünglich trugen sie Farbpigmente, die auf eine Lackschicht aufgetragen waren. Die Armee wirkte einst deutlich farbenfroher als heute.

Rund 40.000 bronzene Pfeilspitzen wurden geborgen. Ungefähr so viele kamen bei den Ausgrabungen am Standort der Terrakotta-Armee zum Vorschein. Das zeigt, wie gut diese Armee aus Ton ausgerüstet war.

Nicht jede Figur ist ein Soldat. Andere Gruben der Grabanlage enthielten Statuen von Beamten, Akrobaten, Kraftmenschen und Musikern. Zum Jenseits des Kaisers gehörte ein Hofstaat, nicht nur eine Armee.

Grube 4 ist leer. Diese Grube im Bereich der Armee enthält nichts. Forscher deuten das als Zeichen dafür, dass die Arbeiten nie abgeschlossen wurden.

Keine zwei Ohren waren gleich. Eine Studie von Bevan und Kollegen aus dem Jahr 2014 verglich die Formen von 30 Ohren der Statuen. Kein Ohr hatte exakt dieselbe Form wie ein anderes. Das ist ein kleines menschliches Detail in einer in Massenproduktion gefertigten Armee.

Ein Mythos über die Waffen wurde widerlegt. Einer Behauptung zufolge blieben die Bronzewaffen durch eine antike Rostschutzbehandlung mit Chrom erhalten. Eine Studie von 2019 untersuchte 464 Waffenteile. Nur 37 wiesen auf der Oberfläche einen Chromgehalt von mindestens 0,1 Prozent auf. Die Studie zeigte, dass das Chrom aus benachbarten Lackschichten stammte. Es bestand kein Zusammenhang damit, wie gut eine Waffe erhalten war.

Ist das Grab des Kaisers geöffnet?

Nein. Die Gruben mit den Soldaten wurden ausgegraben. Die zentrale Grabkammer mit dem Leichnam von Qin Shi Huang dagegen nicht. Diese Kammer ist weiterhin unausgegraben.

Das Museum und die Planung deines Besuchs

Das Museum der Mausoleumsanlage des Kaisers Qin Shi Huang betreibt die Stätte. Es öffnete am 1. Oktober 1979 für die Öffentlichkeit und umfasst die oben beschriebenen Gruben.

Wenn du einen Besuch planst, findest du aktuelle Informationen zu Eintrittskarten auf der offiziellen Ticketseite des Museums. Dort werden auch die Gruben 2 und 3 beschrieben. Plane deinen Rundgang entlang der drei Gruben. Grube 1 ist die größte. Grube 3 ist die kleinste und bildet die Kommandozentrale.

Achte in der ersten Grube auf die Rangunterschiede. Schau dir Kleidung, Haare und Körpergröße an. Überlege, welche Figuren die Anführer darstellen. Dann siehst du mehr als eine Ansammlung von Männern aus Ton.

FAQ

Die oben behandelten Fragen werden im FAQ-Bereich dieser Seite noch einmal kurz beantwortet.

Quellen

  1. Wikipedia — Terrakotta-Armee en.wikipedia.org
  2. Vikipedi — Tonsoldaten tr.wikipedia.org
  3. UNESCO — Mausoleum des ersten Qin-Kaisers whc.unesco.org
  4. National Geographic — Das Grab des Kaisers Qin nationalgeographic.com
  5. Museum der Mausoleumsanlage des Kaisers Qin Shi Huang — Über das Museum bmy.com.cn
  6. UCL — Wissenschaftler erhellen das Rätsel um die Erhaltung der Waffen der Terrakotta-Armee ucl.ac.uk
  7. Scientific Reports — Chrom auf der Oberfläche der Bronzewaffen der Terrakotta-Armee nature.com
  8. Journal of Archaeological Science — Computer Vision, archäologische Klassifikation und Chinas Terrakottakrieger discovery.ucl.ac.uk

FAQ

Wie viele Soldaten hat die Terrakotta-Armee?

Eine Schätzung von 2007 geht von mehr als 8.000 Soldatenfiguren in den drei Hauptgruben aus. Diese Zahl bezeichnet nicht die bereits ausgegrabenen Figuren. Schätzungen für die gesamte Armee umfassen außerdem 130 Streitwagen mit 520 Zugpferden sowie 150 Kavalleriepferde.

Wo befindet sich die Terrakotta-Armee?

Sie liegt im Bezirk Lintong von Xi’an in der chinesischen Provinz Shaanxi. Die Gruben befinden sich etwa 1,5 Kilometer östlich des Grabes des ersten Kaisers.

Was bedeutet der Name Terrakotta-Armee?

Der chinesische Name bīngmǎ yǒng bedeutet „Soldaten- und Pferdefiguren als Grabbeigaben“. Die Figuren wurden in der Grabanlage aufgestellt, um Qin Shi Huang nach seinem Tod zu schützen.

Wurde das Grab des Kaisers geöffnet?

Nein. Die Gruben mit den Soldaten wurden ausgegraben. Die zentrale Grabkammer mit dem Leichnam des Kaisers wurde jedoch nicht geöffnet.

Image: 51714-Terracota-Army.jpg — xiquinhosilva, CC BY 2.0

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