Weltgeschichte

Heinrich III. von England: Wie Barone das Parlament prägten

Heinrichs III. Konflikt mit den Baronen führte zu Versuchen, die königliche Regierung einem Rat und regelmäßiger parlamentarischer Kontrolle zu unterstellen. Simon de Montforts Parlament von 1265 brachte Ritter aus den Grafschaften und Vertreter der Städte zusammen, um über Angelegenheiten des ganzen Landes zu beraten, und förderte damit eine Praxis, die seine Niederlage überdauerte.

10 Min. Lesezeit12 QuellenVeröffentlicht: 6 November 2026Zuletzt geprüft: 6 November 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Heinrich III. von England: Wie Barone das Parlament prägten
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Der Konflikt Heinrichs III. (türkisch: III. Henry) mit den Baronen veränderte das Parlament. Die Provisionen von Oxford machten regelmäßige Sitzungen 1258 zu einem Mittel, die königliche Regierung zur Rechenschaft zu ziehen. Simon de Montforts Parlament von 1265 brachte dann Ritter aus den Grafschaften und Vertreter der Städte zusammen. Sie berieten über Angelegenheiten des ganzen Landes, die über Steuerfragen hinausgingen. Ihre Beteiligung setzte sich unter Eduard I. fort. Die Heinrich auferlegten Kontrollen wurden nach Montforts Niederlage jedoch aufgehoben.

Wie wurde ein König, der mit neun Jahren den Thron erbte, zum Gefangenen seiner eigenen Gegner? Der Weg führte über Geldforderungen, einen Rat mit Aufsichtsbefugnissen und ein Parlament, das sich mit einem gefangenen Prinzen befasste. Wenn du diese Verbindungen verfolgst, erkennst du die Bedeutung des Jahres 1265 deutlicher. Heinrichs Neubau von Westminster Abbey zeigt außerdem die religiösen Ambitionen des Königs, der im Mittelpunkt dieses Machtkampfes stand.

Wie wurde Heinrich III. schon als Kind König?

Heinrich wurde am 1. Oktober 1207 in Winchester Castle geboren. Seine Eltern waren König Johann Ohneland und Isabella von Angoulême. Er gehörte zur Dynastie der Plantagenets und regierte England von 1216 bis 1272. Seine Herrschaft dauerte ungefähr 56 Jahre.

Als Johann 1216 starb, war Heinrich neun Jahre alt. Der Erste Krieg der Barone hatte bereits begonnen. Aufständische Barone unterstützten Prinz Ludwig von Frankreich. Die geerbte Krone bedeutete deshalb noch keine gesicherte Stellung. Heinrichs Königtum begann mitten im Kampf darum, wer England regieren sollte.

Die unsichere politische Lage führte am 28. Oktober 1216 zu einer eilig angesetzten Krönung in Gloucester. Königstreue Truppen unter William Marshal errangen anschließend 1217 Siege bei Lincoln und Sandwich. Diese Erfolge sicherten den Thron des Kindkönigs. Am 17. Mai 1220 wurde Heinrich in Westminster Abbey ein zweites Mal gekrönt.

1227 übernahm Heinrich die Regierung vom Regentschaftsrat. Zuvor war eine Ordnung wiederhergestellt worden, die auf der Anerkennung der Magna Carta beruhte. Schon in seiner Kindheit hing der Fortbestand seines Königtums damit von Vereinbarungen ab, die der Königsherrschaft Grenzen setzten. Später sollten seine eigenen Forderungen nach finanzieller Unterstützung das Verhältnis von Herrschaft und Rechenschaftspflicht erneut zum Streitpunkt machen.

Warum wurden Geldforderungen zur politischen Krise?

Heinrich benötigte zusätzliche Steuereinnahmen. Deshalb wurden häufiger Parlamente einberufen. Die Barone nutzten diese Zusammenkünfte, um im Gegenzug für finanzielle Unterstützung Reformen zu fordern. Geld und Regierungsführung wurden miteinander verknüpft: Um Mittel zu erhalten, musste Heinrich sich Beschwerden über die Ausübung königlicher Macht stellen.

Ein Vergleich aus dem Alltag hilft dir, diese Verhandlungen nachzuvollziehen. Stell dir vor, jemand verlangt mehr Geld aus einer gemeinsamen Kasse. Die anderen Beteiligten fordern dafür Mitsprache bei den Ausgaben. Ähnlich knüpften Heinrichs Barone ihre finanzielle Unterstützung an Änderungen der Regierungsführung. Der Streit betraf sowohl die Mittel als auch die Befugnis, über ihren Einsatz zu entscheiden.

Mehrere Belastungen verschärften die Reformkrise von 1258. Am Hof konkurrierten verschiedene Gruppen um Einfluss. Eine verbreitete Hungersnot und militärische Misserfolge in Wales kamen hinzu. Außerdem hatte Heinrich gegenüber dem Papsttum eine hohe finanzielle Verpflichtung übernommen, um Sizilien zu erwerben. Zusammen lieferten diese Probleme den Reformern Gründe, grundlegende Veränderungen zu verlangen.

Wie beschränkten die Provisionen von Oxford die königliche Macht?

Die Provisionen von Oxford von 1258 verpflichteten Heinrich, die Autorität eines fünfzehnköpfigen Rates anzuerkennen. An dessen Auswahl waren vierundzwanzig Personen beteiligt: zwölf vom König und zwölf von den Reformern benannte Vertreter. Diese vierundzwanzig sollten den Rat wählen, der die Regierung beaufsichtigen würde.

Die Vereinbarung veränderte auch die Besetzung wichtiger Ämter. Führende Amtsträger, darunter der Justiziar und der Kanzler, sollten vom Rat ausgewählt werden und ihm Rechenschaft schulden. Damit stand zwischen dem König und wichtigen Amtsträgern ein eigenes Gremium. Sowohl die Ernennung als auch die Rechenschaftspflicht unterlagen der Reformvereinbarung.

Das Parlament sollte regelmäßig dreimal jährlich zusammentreten, um die Regierung zur Rechenschaft ziehen zu können. Zusammen mit den Befugnissen des Rates kannst du daran die Tragweite erkennen. Die Provisionen regelten, wer die Regierung beaufsichtigte, wer ihre führenden Amtsträger auswählte und wie oft ihre Amtsführung parlamentarisch überprüft wurde.

Spaltungen unter den Unterstützern machten die Vereinbarung jedoch angreifbar. Heinrich nutzte die Meinungsverschiedenheiten zwischen den reformorientierten Baronen und gewann 1261 die Kontrolle zurück. Er erreichte außerdem eine päpstliche Verurteilung der Provisionen von Oxford. Die Verpflichtung, die Autorität des Rates anzuerkennen, hatte somit keine dauerhafte Einigung gesichert.

Warum waren der Konflikt mit Simon de Montfort und das Parlament von 1265 bedeutsam?

Im Januar 1264 trat Ludwig IX. von Frankreich als Schiedsrichter auf. Er erklärte die Provisionen von Oxford vollständig für ungültig. Simon de Montfort und seine Verbündeten lehnten diese Entscheidung ab. Der Reformstreit blieb ungelöst. Im Mai besiegte Montfort Heinrich in der Schlacht von Lewes. Er nahm den König gefangen und übernahm die Regierung.

Montfort regierte im Namen des Königs. Er setzte einen neunköpfigen Rat ein, dessen Mitglieder er selbst und zwei enge Verbündete auswählten. Die meisten Mitglieder waren seine Anhänger. Dieses Detail ist für die Bewertung seines Rufes als Reformer wichtig: Die Regierung nach Heinrichs Niederlage bündelte den Einfluss bei Montforts eigenen politischen Verbündeten.

Am 14. Dezember 1264 ließ Montfort ein Parlament einberufen, das am 20. Januar 1265 in Westminster zusammentrat. Aus jeder Grafschaft wurden zwei Ritter geladen, aus Städten zwei Vertreter und aus jedem der Cinque Ports vier Personen. Damit kamen Vertreter der Grafschaften und Städte in derselben parlamentarischen Versammlung zusammen.

Entscheidend waren die Themen, über die sie gemeinsam beraten sollten. Erstmals wurden Ritter aus den Grafschaften und Vertreter der Städte in dasselbe Parlament berufen, um Angelegenheiten des ganzen Landes zu behandeln, die über die Bewilligung von Steuern hinausgingen. Ihre gemeinsame Beteiligung reichte damit über jene finanziellen Verhandlungen hinaus, die frühere parlamentarische Zusammenkünfte mit vorangetrieben hatten.

Montforts Absichten werden unterschiedlich gedeutet. Er wurde sowohl als prinzipientreuer Reformer als auch als Opportunist dargestellt, der seine Familie bereicherte. Das britische Parlament betont, dass er 1265 nicht bewusst das Unterhaus schuf. Seine Versammlung war ein wichtiger Schritt in der Entwicklung politischer Vertretung. Ihre späteren Folgen dürfen jedoch nicht mit seinen Absichten verwechselt werden.

Was überdauerte Montforts Niederlage?

Montforts Herrschaft endete am 4. August 1265 in der Schlacht von Evesham. Ein königstreues Heer unter dem Befehl von Heinrichs Sohn Eduard besiegte und tötete ihn. Anschließend wurden die Heinrich auferlegten Beschränkungen aufgehoben. Die Ratsregelungen hatten keine dauerhafte Aufsicht über den König geschaffen.

Die Einberufung von Vertretern hatte eine längere Zukunft. Eduard I. berief weiterhin Vertreter der Grafschaften und Städte ins Parlament. In den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts bildeten diese Vertreter eine von den Lords getrennte Gruppe. Wenn du die Verbindung zum Unterhaus verfolgst, steht diese fortgesetzte Beteiligung im Mittelpunkt.

Auch das Statut von Marlborough von 1267 verband die wiederhergestellte königliche Autorität mit fortbestehenden Reformzusagen. Heinrich verpflichtete sich, die Magna Carta und einige Bestimmungen der Provisionen von Westminster zu bewahren. Seine Rückkehr zur Macht ging somit mit der Anerkennung von Teilen des Reformprogramms einher.

Warum ließ Heinrich III. Westminster Abbey neu errichten?

Heinrich ließ Westminster Abbey neu errichten, um den großen Kirchen Frankreichs nachzueifern. Er wollte einen neuen Schrein für den heiligen Eduard schaffen und seine eigene Bestattung in dessen Nähe vorbereiten. Der Abriss der noch aus dem 11. Jahrhundert stammenden Kirche und der Bau ihres gotischen Nachfolgers begannen 1245.

Der Neubau und der neue Schrein kosteten ungefähr £45,000. Dieses umfangreiche Vorhaben fiel in dieselbe Regierungszeit wie der parlamentarische Machtkampf. Heinrichs finanzielle Verpflichtung wegen Sizilien trug zur Krise von 1258 bei. Seine Pläne für Westminster drückten seine Verehrung des heiligen Eduard und seine Ambitionen für die Abtei aus.

Die neu errichtete Abteikirche wurde am 13. Oktober 1269 geweiht. Im selben Jahr wurden die sterblichen Überreste des heiligen Eduard in den neuen Schrein überführt. Westminster verbindet damit mehrere Teile von Heinrichs Geschichte: seine zweite Krönung, seine religiöse Förderung und seine spätere Bestattung.

Zeitleiste

  • 1. Oktober 1207: Heinrich wurde in Winchester Castle geboren.
  • 1216: Er erbte mit neun Jahren den Thron und wurde am 28. Oktober in Gloucester gekrönt.
  • 1217: Königstreue Siege bei Lincoln und Sandwich sicherten seinen Thron.
  • 17. Mai 1220: Heinrich wurde in Westminster Abbey erneut gekrönt.
  • 1227: Er übernahm die Regierung vom Regentschaftsrat.
  • 1245: Der gotische Neubau von Westminster Abbey begann.
  • 1258: Die Provisionen von Oxford unterstellten Heinrich einem fünfzehnköpfigen Rat.
  • 1261: Heinrich gewann die Kontrolle über die Regierung zurück.
  • Mai 1264: Montfort besiegte Heinrich bei Lewes und nahm ihn gefangen.
  • 20. Januar 1265: Montforts Parlament trat in Westminster zusammen.
  • 4. August 1265: Montfort wurde bei Evesham besiegt und getötet.
  • 1267: Das Statut von Marlborough stärkte die königliche Autorität und bewahrte zugleich einige Reformen.
  • 13. Oktober 1269: Die neu errichtete Westminster Abbey wurde geweiht.
  • 16. November 1272: Heinrich starb.

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Bei Heinrichs erster Krönung fehlte die Königskrone. Stattdessen wurde ein schlichter goldener Stirnreif seiner Mutter Isabella verwendet. Dieser kleine Gegenstand macht greifbar, wie eilig die Krönung des Kindkönigs 1216 vorbereitet wurde.

Das Parlament von 1265 hatte auch ein unmittelbares praktisches Anliegen: Es beriet über die Bedingungen für die Freilassung des gefangenen Prinzen Eduard. Neben seiner Bedeutung für die politische Vertretung befasste sich die Versammlung also mit den Folgen von Montforts Sieg und der Gefangenschaft von Mitgliedern der königlichen Familie.

Nach Heinrichs Tod am 16. November 1272 stellte eine Wachsfigur seinen Körper im Trauerzug dar. Am 20. November wurde er in Westminster Abbey beigesetzt. Sein Leichnam wurde 1291 in sein dortiges Grabmal überführt. Sein Herz wurde gemäß seinem Testament der Äbtissin von Fontevraud in Frankreich übergeben.

FAQ

Veränderte Heinrichs III. Konflikt mit den Baronen das Parlament dauerhaft?

Einige Veränderungen überdauerten die Niederlage der Reformer. Die Kontrollen über Heinrich wurden aufgehoben. Eduard I. berief jedoch weiterhin Vertreter der Grafschaften und Städte ein. Ihre spätere Trennung von den Lords entwickelte die mit 1265 verbundene Vertretungspraxis weiter.

War das Parlament von 1265 bewusst als Unterhaus geplant?

Montfort gründete das Unterhaus nicht bewusst. Die Bedeutung der Versammlung lag darin, Ritter aus den Grafschaften und Vertreter der Städte zusammenzubringen. Gemeinsam berieten sie über Angelegenheiten des ganzen Landes, die über Steuerfragen hinausgingen.

Warum wurde Heinrich zweimal gekrönt?

Die unsichere politische Lage führte am 28. Oktober 1216 zu einer eilig angesetzten Krönung in Gloucester. Seine zweite Krönung fand am 17. Mai 1220 in Westminster Abbey statt.

Was verlangten die Provisionen von Oxford?

Sie verpflichteten Heinrich, einen fünfzehnköpfigen Rat anzuerkennen. Der Rat sollte wichtige Amtsträger auswählen und sie zur Rechenschaft ziehen. Das Parlament sollte dreimal jährlich zusammentreten, um die Regierung zu kontrollieren.

Quellen

  1. Westminster Abbey — Heinrich III westminster-abbey.org
  2. Englischsprachige Wikipedia — Heinrich III. von England en.wikipedia.org
  3. Türkischsprachige Wikipedia — III. Henry tr.wikipedia.org
  4. Das britische Königshaus — Heinrich III royal.uk
  5. Britisches Parlament — Die Reformen von 1258 parliament.uk
  6. Britisches Parlament — Die Provisionen von Oxford parliament.uk
  7. Britisches Parlament — Reaktionen auf die Provisionen von Oxford parliament.uk
  8. Britisches Parlament — Simon de Montforts Parlament von 1265 parliament.uk
  9. Britisches Parlament — Simon de Montforts Parlament parliament.uk
  10. Britisches Parlament — Simon de Montforts Parlament parliament.uk
  11. Britisches Parlament — Simon de Montforts Vermächtnis parliament.uk
  12. Britisches Parlament — Montforts Sturz parliament.uk

FAQ

Wie veränderte Heinrichs III. Konflikt mit den Baronen das Parlament?

Die Provisionen von Oxford verlangten, dass das Parlament dreimal jährlich zusammentrat, um die Regierung zur Rechenschaft zu ziehen. 1265 berief Simon de Montfort Ritter aus den Grafschaften und Vertreter der Städte gemeinsam ein. Sie sollten über Angelegenheiten des ganzen Landes beraten, die über Steuerfragen hinausgingen.

Gründete Simon de Montfort 1265 das Unterhaus?

Montfort gründete das Unterhaus nicht bewusst. Sein Parlament trug zur Entwicklung einer Vertretungspraxis bei, die unter Eduard I. fortbestand. In den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts trennten sich die Vertreter der Grafschaften und Städte von den Lords.

Warum wurde Heinrich III. zweimal gekrönt?

Die unsichere politische Lage führte am 28. Oktober 1216 zu einer eilig angesetzten Krönung in Gloucester. Am 17. Mai 1220 wurde Heinrich in Westminster Abbey ein zweites Mal gekrönt.

Warum ließ Heinrich III. Westminster Abbey neu errichten?

Heinrich wollte den großen Kirchen Frankreichs nacheifern, einen neuen Schrein für den heiligen Eduard schaffen und sich seine eigene Grabstätte in der Nähe des Heiligen sichern.

Image: Henry III funeral head.jpg — Valerie McGlinchey, CC BY-SA 2.0

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