Weltgeschichte

Warum verlor Napoleon die Schlacht bei Waterloo?

Napoleon verlor bei Waterloo, weil er Wellington und Blücher nicht getrennt besiegen konnte und die französischen Angriffe die alliierte Verteidigung vor dem Eingreifen der Preußen nicht durchbrachen. Schlamm, erfolglose Kavallerieangriffe, ausbleibende Verstärkung und die zurückgeschlagene Kaiserliche Garde trugen dazu bei, dass die Schlacht in einen allgemeinen französischen Rückzug mündete.

8 Min. Lesezeit9 QuellenVeröffentlicht: 30 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 30 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Warum verlor Napoleon die Schlacht bei Waterloo?
Bataille de Waterloo, 18 juin 1815 (par Clément-Auguste Andrieux).jpg

Warum verlor Napoleon die Schlacht bei Waterloo?

Napoleon verlor die Schlacht bei Waterloo (türkisch: Waterloo Muharebesi), weil sein zentraler Plan scheiterte: Er konnte Wellington und Blücher nicht getrennt besiegen. Wellingtons Armee hielt ihre Verteidigungsstellung lange genug, bis preußische Truppen eingriffen. Napoleon musste nun in zwei Richtungen kämpfen. Als der abendliche Angriff der Kaiserlichen Garde zurückgeschlagen wurde, breitete sich in der französischen Armee Panik aus. Ein allgemeiner Rückzug begann.

Regen, Gelände, gescheiterte Angriffe und die Aufteilung der Kräfte trugen zur Niederlage bei. Heftiger nächtlicher Regen verzögerte den französischen Vormarsch. Kavallerieangriffe scheiterten an den Karrees der Infanterie. Grouchys abgetrennte Truppen blieben Waterloo fern. Wenn du die Niederlage verstehen willst, achte darauf, wie diese Probleme zusammenwirkten, während Wellingtons Verteidigung weiter standhielt.

Datum der Schlacht bei Waterloo: An welchem Tag und in welchem Jahr fand sie statt?

Die Schlacht bei Waterloo fand am Sonntag, dem 18. Juni 1815, statt. Sie war die letzte Schlacht, die Napoleon Bonaparte persönlich befehligte. Vier Tage später, am 22. Juni, dankte er zum zweiten Mal ab, zugunsten seines Sohnes.

Die entscheidenden Truppenbewegungen des Feldzugs begannen schon vor der Schlacht. Napoleon überquerte am 15. Juni die Sambre. Am 16. Juni folgten Kämpfe bei Ligny und Quatre Bras. Nachdem sich die Preußen aus Ligny zurückgezogen hatten, wich Wellington am 17. Juni auf seine Verteidigungsstellung nahe Waterloo zurück.

Schauplatz der Schlacht bei Waterloo: Wo wurde gekämpft?

Die Schlacht wurde nahe Waterloo im heutigen Belgien geschlagen. 1815 gehörte dieses Gebiet zum Vereinigten Königreich der Niederlande. Wellington stellte seine Armee entlang des Höhenrückens von Mont-Saint-Jean auf. Einen großen Teil seiner Truppen platzierte er am Hinterhang, außerhalb der Sicht der Franzosen.

Zum Schlachtfeld gehörten auch die Gehöfte Hougoumont und La Haye Sainte. Hougoumont blieb den ganzen Tag in alliierter Hand. La Haye Sainte fiel schließlich an die Franzosen. Plancenoit wurde zu einer weiteren entscheidenden Stellung, als preußische Truppen den Ort einnahmen und Napoleon Kräfte zu seiner Rückeroberung einsetzte.

Wer kämpfte in der Schlacht bei Waterloo gegeneinander?

Napoleons französische Armee stand zwei Armeen gegenüber: Wellingtons multinationalen Truppen und der preußischen Armee unter Gebhard Leberecht von Blücher. Wellington, der Arthur Wellesley hieß, befehligte Truppen aus dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Hannover, Braunschweig und Nassau.

Die Truppenstärken lagen bei ungefähr 72.000–73.000 französischen Soldaten und 68.000 Soldaten unter Wellington. Rund 50.000 Preußen erreichten im Laufe des Tages das Schlachtfeld. Diese Zahlen erklären Napoleons Feldzugsplan. Zusammen verfügten Wellington und Blücher über stärkere Kräfte. Deshalb wollte er ihre Armeen besiegen, bevor sie sich vereinigen konnten.

Die Schlacht bei Waterloo zusammengefasst: Wie Napoleons Plan scheiterte

Napoleon besiegte die Preußen am 16. Juni bei Ligny. Am selben Tag hielt Wellingtons Armee die französischen Angriffe bei Quatre Bras auf. Der preußische Rückzug veranlasste Wellington, in Richtung Waterloo zurückzuweichen. Dort besetzte er einen zur Verteidigung geeigneten Höhenrücken.

Marschall Emmanuel de Grouchy erhielt ungefähr 33.000 Soldaten, um die Preußen zu verfolgen. Seine Truppen erreichten Waterloo nicht und kämpften stattdessen bei Wavre. Unterdessen trafen preußische Truppen auf Napoleons Hauptschlachtfeld ein. Die Trennung seiner Gegner, die Napoleon erreichen wollte, hielt nicht an.

Stell dir vor, du musst eine anspruchsvolle Aufgabe abschließen, bevor dein nächster Termin beginnt. Dieses Alltagsproblem hilft dir, Napoleons Lage nachzuvollziehen: Wellingtons Verteidigung war noch immer nicht durchbrochen, als die Preußen eintrafen. Die französischen Truppen mussten nun auf beide Armeen reagieren. Sie konnten sich nicht mehr darauf konzentrieren, Wellington allein zu besiegen.

Wie beeinflussten Regen und Wellingtons Stellung die Schlacht?

Heftiger Regen in der Nacht vom 17. auf den 18. Juni verwandelte den Boden in Schlamm. Die schwierigen Bedingungen verzögerten den französischen Vormarsch und verschafften den Preußen mehr Zeit zum Eintreffen. Das Wetter beeinflusste damit den Zeitplan eines Feldzugs, dessen Erfolg davon abhing, zwei gegnerische Armeen auseinanderzuhalten.

Wellington nutzte außerdem das Gelände, um einen großen Teil seiner Armee zu verbergen. Die Truppen am Hinterhang von Mont-Saint-Jean waren für die Franzosen nicht sichtbar. Bei Hougoumont gelang es den französischen Angreifern nicht, die Verteidiger zu überwältigen. Das Gehöft blieb den ganzen Tag in alliierter Hand.

Die Angaben zum Beginn der Schlacht unterscheiden sich. Wellington nannte ungefähr 10:00 Uhr, andere Berichte etwa 11:30 Uhr. Eine genaue Uhrzeit für den Schlachtbeginn solltest du deshalb mit Vorsicht betrachten. Der nächtliche Regen und die daraus entstandene Verzögerung bleiben Teil der Erklärung für die französische Niederlage.

Warum scheiterten die französischen Kavallerieangriffe?

Die französischen Kavallerieangriffe am Nachmittag begannen, nachdem Bewegungen von Wellingtons Truppen als Rückzug missverstanden worden waren. Die Reiterei traf auf Infanteriekarrees. Die Angriffe durchbrachen die Verteidigung nicht. Wellingtons Armee hielt weiter ihre Stellung.

Anderswo gewannen die Franzosen dennoch Boden. La Haye Sainte fiel gegen 18:00–18:30 Uhr. Dadurch geriet Wellingtons Zentrum in Gefahr. Dieser Erfolg ist wichtig, denn Waterloo war keine ununterbrochene Folge französischer Fehlschläge. Napoleons Armee bedrohte das Zentrum, bevor sie schließlich zusammenbrach.

Marschall Michel Ney forderte Verstärkung an, um den Erfolg im Zentrum auszubauen. Napoleon setzte jedoch Truppen ein, um Plancenoit von den Preußen zurückzuerobern. Der Kampf um diese Stellungen zeigt die konkrete Folge des preußischen Eingreifens: Französische Truppen wurden abseits des bedrohten Zentrums gebraucht.

Was machte die Schlacht zu Napoleons letzter Niederlage?

Die Kaiserliche Garde griff am Abend an und wurde zurückgeschlagen. Danach breiteten sich Panik und ein allgemeiner Rückzug in der französischen Armee aus. Wellington befahl den allgemeinen Vormarsch. Die Preußen setzten unterdessen die Verfolgung der fliehenden französischen Truppen fort.

Dem gescheiterten Angriff der Garde waren stundenlange Kämpfe ohne Entscheidung vorausgegangen. Hougoumont hielt noch immer stand. Die Kavallerieangriffe hatten Wellingtons Formationen nicht durchbrochen. Das Eingreifen der Preußen hatte französische Truppen nach Plancenoit gezogen. Der letzte zurückgeschlagene Angriff beschleunigte den Zusammenbruch einer Armee, die bereits an getrennten Fronten kämpfte.

Napoleon dankte am 22. Juni 1815 ab. Nachdem er sich den Briten ergeben hatte, wurde er nach St. Helena im Südatlantik verbannt. Dort starb er 1821. Waterloo war die letzte Schlacht, die er persönlich befehligte. Danach folgten Abdankung und Exil.

Zeitleiste

  • 15. Juni 1815: Napoleon überquerte die Sambre und rückte in das heutige Belgien ein.
  • 16. Juni 1815: Napoleon besiegte die Preußen bei Ligny; Wellingtons Armee hielt französische Angriffe bei Quatre Bras auf.
  • 17. Juni 1815: Wellington zog sich auf die Verteidigungsstellung nahe Waterloo zurück.
  • 18. Juni 1815: Wellingtons und Blüchers Armeen besiegten Napoleon bei Waterloo.
  • 22. Juni 1815: Napoleon dankte zum zweiten Mal ab.
  • 1821: Napoleon starb während seines Exils auf St. Helena.
  • 2022: Bei Ausgrabungen in Mont-Saint-Jean wurde ein vollständiges menschliches Skelett entdeckt.
  • 2024: Bei Ausgrabungen in Mont-Saint-Jean wurde eine sechs Pfund schwere Kanonenkugel im Brustkorb eines Pferdes freigelegt.

Verluste bei Waterloo: Wie viele Opfer gab es?

Die französischen Verluste werden auf ungefähr 25.000 Tote oder Verwundete sowie etwa 8.000 Gefangene geschätzt. Die Zahl der Gefangenen überschneidet sich teilweise mit den übrigen Verlustangaben. Du solltest die Zahlen deshalb nicht einfach zu einer einzigen exakten Gesamtzahl addieren.

Wellingtons Armee erlitt ungefähr 17.000 Mann Verluste. Für die Preußen werden 6.604–7.000 Mann angegeben. Es handelt sich um Schätzungen, und die französischen Verlustkategorien überschneiden sich. Wenn diese Einschränkungen sichtbar bleiben, sind die Angaben hilfreicher als eine scheinbar präzise Gesamtzahl für das Schlachtfeld.

Die Schlacht bei Waterloo: Karte, Gemälde und Film

Eine Waterloo-Skizze im britischen Nationalarchiv mit der Signatur MPH 1/387/3 zeigt Infanteriekarrees, die Angriffsformation der Garde, die Anmarschrouten der Preußen und die Rückzugswege der Franzosen. Wenn du diese Karte betrachtest, verfolge die Bewegungen zusammen mit der Abfolge der gescheiterten Angriffe und dem Eingreifen der Preußen.

Elizabeth Butlers Ölgemälde Dawn of Waterloo von 1895 zeigt die Kavalleristen der Scots Greys beim Erwachen am Morgen des 18. Juni. Es gehört zur Sammlung des National Army Museum. Sein Thema ist der Morgen vor den Kämpfen, nicht der Zusammenbruch am Abend.

Die Schlacht wurde auch im Film Waterloo von 1970 unter der Regie von Sergei Bondartschuk dargestellt.

Details, die du in Reiseführern nicht findest

Nach der Eroberung eines französischen Feldzeichenadlers bei Waterloo entstand ein Streit darüber, wem der Erfolg zuzuschreiben war. Umstritten waren die Rollen von Alexander Kennedy Clark und Francis Stiles bei der Eroberung. Später wurde beiden ein Anteil am Verdienst zuerkannt.

Bei Ausgrabungen in Mont-Saint-Jean wurde 2024 eine sechs Pfund schwere Kanonenkugel im Brustkorb eines Pferdes freigelegt. Die Forschenden fanden außerdem amputierte menschliche Gliedmaßen mit Spuren einer chirurgischen Säge. Sie lagen in einer Abfallgrube, die mit dem Feldlazarett in Verbindung stand.

In derselben Grube bildeten Munitionskästen aus den Tornistern von Soldaten eine Grenze zwischen menschlichen und tierischen Überresten.

Waterloo Uncovered bezeichnete das menschliche Skelett, das sein Team 2022 in Mont-Saint-Jean fand, als erst das zweite vollständige Skelett, das auf dem Schlachtfeld ausgegraben wurde. Dieser Fund steht im Zusammenhang mit der umfassenderen Frage nach dem Verbleib der sterblichen Überreste der Soldaten.

Tony Pollard stellte 2022 die These auf, dass die Knochen der Soldaten möglicherweise zur Herstellung von Dünger eingesammelt worden waren. Er betonte, dass dies nicht nachgewiesen sei. Archäologische Belege für geleerte Gräber müssten erst noch gesucht werden. Der Vorschlag bleibt eine Theorie.

FAQ

An welchem Tag und in welchem Jahr fand die Schlacht bei Waterloo statt?

Die Schlacht fand am Sonntag, dem 18. Juni 1815, statt. Sie war die letzte Schlacht, die Napoleon persönlich befehligte.

Wo fand die Schlacht bei Waterloo statt?

Sie wurde nahe Waterloo im heutigen Belgien geschlagen. Damals gehörte das Gebiet zum Vereinigten Königreich der Niederlande.

Wer kämpfte bei Waterloo gegen Napoleon?

Wellingtons multinationale Armee und Blüchers preußische Armee kämpften gegen Napoleons französische Armee.

Warum verlor Napoleon bei Waterloo?

Wellingtons Verteidigung hielt stand, während preußische Truppen eintrafen. Napoleon musste seine Kräfte aufteilen. Die Zurückweisung der Kaiserlichen Garde trug dazu bei, einen allgemeinen französischen Rückzug auszulösen.

Quellen

  1. Vikipedi — Schlacht bei Waterloo tr.wikipedia.org
  2. Wikipedia — Schlacht bei Waterloo en.wikipedia.org
  3. National Army Museum — Schlacht bei Waterloo nam.ac.uk
  4. National Army Museum — Morgendämmerung bei Waterloo nam.ac.uk
  5. Brown University Library — Waterloo 1815: Die Schlacht library.brown.edu
  6. Brown University Library — Waterloo 1815: Die Folgen library.brown.edu
  7. The National Archives — Schlacht bei Waterloo 1815 nationalarchives.gov.uk
  8. Waterloo Uncovered — Die Folgen waterloouncovered.com
  9. University of Glasgow — Studie zu den sterblichen Überresten von Waterloo gla.ac.uk

Image: Bataille de Waterloo, 18 juin 1815 (par Clément-Auguste Andrieux).jpg — Clément-Auguste Andrieux, Public domain

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Jede Angabe wurde mit den Quellen abgeglichen; Sätze ohne Quelle wurden nicht veröffentlicht. Wenn Sie einen Fehler finden, schreiben Sie uns. Unsere Quellengrundsätze · Schreib uns →

Ähnliche Artikel