Bluetooth ist nach Harald Blauzahn (türkisch: I. Harald) benannt. Der König der Wikingerzeit herrschte im zehnten Jahrhundert über Dänemark und Norwegen. Sein Ruf als Einiger inspirierte einen vorläufigen Namen für einen Funkstandard mit kurzer Reichweite. Aus dem vorläufigen Namen wurde ein dauerhafter.
Wenn du im Alltag das Bluetooth-Logo siehst, blickst du auf zwei miteinander verbundene Runen. Sie stehen für Haralds Initialen. Name und Zeichen bewahren damit zwei unterschiedliche Verbindungen zum König: Der Name erinnert an seine Rolle als Einiger. Das Zeichen gibt die Buchstaben H und B wieder.
Warum heißt Bluetooth Bluetooth?
Nach der offiziellen Darstellung der Bluetooth SIG schlug Jim Kardach von Intel den Namen 1996 vor. Intel, Ericsson und Nokia berieten damals über einen Funkstandard für kurze Entfernungen. Bluetooth war zunächst der Codename für dieses Vorhaben.
Kardach verglich Haralds Rolle als Einiger mit dem Ziel des Projekts. Die Technologie sollte die Computer- und Mobiltelefonbranche durch drahtlose Verbindungen über kurze Entfernungen zusammenbringen. Ein König, der mit der Vereinigung von Gebieten verbunden wurde, lieferte dafür den historischen Vergleich.
Dass der Name blieb, lag auch an praktischen Hindernissen. PAN war im Gespräch, doch dieser Name war im Internet bereits weit verbreitet. Für einen weiteren Kandidaten, RadioWire, ließ sich die Markenrecherche nicht rechtzeitig abschließen. Also blieb es bei Bluetooth.
Wer war Harald Blauzahn Gormsson?
Haralds altnordischer Name lautete Haraldr Blátǫnn Gormsson. Er war ein Herrscher der Wikingerzeit. Seine Regierungszeit in Dänemark wird meist auf etwa 958–986 datiert. Seine Herrschaft über Norwegen wird auf etwa 970–985/986 datiert.
Sein Vater war Gorm der Alte, seine Mutter Thyra. Auf dem dänischen Thron folgte ihm sein Sohn Sven Gabelbart.
Der Name Haraldr wird mit den Wortstämmen hari für Heer und wald für herrschen in Verbindung gebracht. Blauzahn gehört zu einem anderen Teil seines Namens: Es ist die geläufige Wiedergabe seines Beinamens Blátǫnn.
Bei Haralds norwegischem Königtum musst du außerdem zwischen königlicher Oberhoheit und tatsächlicher Regierung unterscheiden. Ab etwa 970 führte Håkon Sigurdsson während Haralds Herrschaft die Regierungsgeschäfte in Norwegen. Die Oberhoheit über beide Länder bedeutete also nicht, dass Harald beide persönlich auf dieselbe Weise regierte.
Warum wurde Harald Blauzahn genannt?
Die traditionelle Erklärung verbindet Blátǫnn mit einem dunklen oder verfaulten Zahn. Sie führt den Beinamen damit auf ein körperliches Merkmal zurück. Der tatsächliche Grund bleibt jedoch ungewiss.
Entscheidend ist das Alter der erhaltenen schriftlichen Belege. Der früheste bekannte schriftliche Nachweis des Beinamens Blauzahn findet sich um 1140 im Chronicon Roskildense. Das war etwa 150 Jahre nach Haralds Tod.
Wenn dir die Erklärung mit dem Zahn als gesicherte Tatsache begegnet, solltest du diesen zeitlichen Abstand im Blick behalten. Ein um 1140 aufgezeichneter Beiname belegt für sich genommen nicht den Zustand der Zähne eines Königs im zehnten Jahrhundert. Die traditionelle Erklärung und der erhaltene schriftliche Nachweis sind unterschiedliche Arten von Belegen.
Was bedeutet das Bluetooth-Symbol mit Harald Blauzahns Runen?
Das Bluetooth-Logo verbindet zwei Zeichen aus dem jüngeren Futhark. Hagall, ᚼ, steht für H. Bjarkan, ᛒ, steht für B. Zusammen geben sie die Initialen von Harald Blauzahn wieder.
Damit hat das Zeichen eine genauere Verbindung zu Harald als nur einen allgemeinen Bezug zu den Wikingern. Seine Bestandteile stehen für die Buchstaben seines Namens. Sowohl das zusammengesetzte Zeichen als auch der Name der Technologie beziehen sich auf denselben historischen Herrscher.
Die Runen des Logos verbinden diese moderne Namensgeschichte außerdem mit Haralds erhaltenem Denkmal in Jelling. Das Logo nutzt Runen als Initialen. Der große Jellingstein trägt eine Runeninschrift, die an seine Eltern erinnert und seine königlichen Leistungen verkündet.
Was steht auf Harald Blauzahns Runenstein?
Um 965 ließ Harald den großen Jellingstein zum Gedenken an Gorm und Thyra aufstellen. Das Denkmal hält damit eine familiäre Beziehung ebenso fest wie eine Aussage über seine Königsherrschaft. Seine Eltern stehen im Mittelpunkt seines Gedenkzwecks.
In der Inschrift erklärt Harald, er habe ganz Dänemark und Norwegen gewonnen und die Dänen zu Christen gemacht. Das sind die Ansprüche des Königs auf seinem eigenen Denkmal. Liest du sie als solche Erklärungen, bleibt der Unterschied erkennbar: zwischen dem, was der Stein verkündet, und der tatsächlichen Ausübung von Herrschaft in seinen Gebieten.
Der Stein trägt auch Bilder. Eine Seite zeigt die früheste bekannte Christusdarstellung Skandinaviens. Auf einer anderen ist ein Tier zu sehen, um das sich eine Schlange windet. Das Denkmal verbindet seine schriftliche Botschaft mit diesen eingemeißelten Figuren.
Haralds Erklärung zum Christentum markiert nicht die erste Anwesenheit von Christen in Dänemark. Das Dänische Nationalmuseum verweist auf christliche Metallfunde, die älter sind als seine Verkündung um 965. Das Christentum war also bereits vorhanden, bevor der König erklärte, er habe die Dänen zu Christen gemacht.
Welche Rolle spielt Harald Blauzahn in der Geschichte der Wikinger?
In Haralds Regierungszeit treffen das Königtum der Wikingerzeit, territoriale Herrschaft und die Hinwendung zum Christentum zusammen. Seine Inschrift von Jelling verbindet Dänemark, Norwegen und die Christianisierung der Dänen in einer einzigen königlichen Erklärung. Sie stellt diese Leistungen neben das Gedenken an seine Eltern.
Eine Bekehrungslegende, die Widukind um 970 aufzeichnete, bietet eine andere Art von Bericht. Sie verbindet Haralds Bekehrung mit Poppo, der glühendes Eisen getragen haben soll, ohne sich zu verbrennen. Dabei handelt es sich um eine überlieferte Legende, nicht um eine gesicherte Erklärung für die Entscheidung des Königs.
Die dänische Denkmalschutzbehörde nennt auch eine mögliche politische Erklärung: Druck durch den deutschen Kaiser. Diese Erklärung bleibt ungewiss. Der Jellingstein liefert die öffentliche Erklärung zur Christianisierung. Die Berichte über Haralds Bekehrung bieten unterschiedliche Erklärungen dafür.
Was kannst du in Jelling sehen?
Die beiden großen Grabhügel von Jelling haben einen Durchmesser von etwa 70 Metern und erreichen eine Höhe von 11 Metern. Laut UNESCO steht Haralds großer Runenstein genau zwischen ihnen. Seine Lage bettet die Inschrift in eine wesentlich größere Denkmallandschaft ein.
Wenn du dir den Stein bisher allein vorgestellt hast, helfen dir diese Maße, seine Umgebung mitzudenken. Die beiden Hügel rahmen den Standort eines Denkmals, das Haralds Eltern nennt und seine Herrschaft über Dänemark und Norwegen verkündet.
Auch am Kirchenstandort lässt sich eine Abfolge von Bauten nachvollziehen. Haralds erste Holzkirche stand dort, wo sich heute die Steinkirche erhebt. Mindestens drei Holzkirchen wurden durch Brände zerstört, bevor die Steinkirche entstand.
Was zeigt Harald Blauzahns Stammbaum?
Zu Haralds unmittelbarer Königsfamilie gehören sein Vater Gorm der Alte, seine Mutter Thyra sowie sein Sohn und Nachfolger Sven Gabelbart. Gorm und Thyra sind die Eltern, an die der große Jellingstein erinnert.
Eine weitere Runeninschrift nennt Harald im Zusammenhang mit seiner Ehe. In Sønder Vissing wird seine slawische Frau Tófa, auch Tove genannt, als Tochter Mistivirs und als Frau Haralds, des Sohnes Gorms, bezeichnet. Die Inschrift verbindet ihre Abstammung mit der Familie ihres Mannes.
Die Inschriften von Jelling und Sønder Vissing halten somit unterschiedliche Familienbeziehungen fest. In Jelling gedachte Harald seiner Eltern. Die Inschrift von Sønder Vissing beschreibt Tófa sowohl über ihren Vater als auch über ihre Ehe mit Harald.
Wann starb Harald Blauzahn?
Harald starb nach gängiger Datierung um 985–986. Sein Sohn Sven Gabelbart folgte ihm auf dem dänischen Thron. Seine Grabstätte bleibt unbekannt.
Adam von Bremen schrieb um 1072, Harald sei in einer Kirche bestattet worden, die er in Roskilde hatte bauen lassen. Die dänische Denkmalschutzbehörde wertet diesen Bericht nicht als Bestätigung des Grabstandorts. Roskilde ist damit ein schriftlich überlieferter Bestattungsort, aber keine gesicherte Grabstätte.
Zeitleiste
- Um 958: Haralds Regierungszeit als König von Dänemark begann.
- Um 965: Er ließ den großen Jellingstein errichten. Dieser erinnert an seine Eltern und verkündet seine königlichen Leistungen sowie die Christianisierung der Dänen.
- Um 970: Seine Königsherrschaft über Norwegen begann. Die tatsächlichen Regierungsgeschäfte führte Håkon Sigurdsson.
- Um 985–986: Harald starb. Sven Gabelbart folgte ihm in Dänemark nach.
- Um 1072: Adam von Bremen hielt den Bericht über Haralds Bestattung in Roskilde fest.
- Um 1140: Das Chronicon Roskildense verzeichnete die früheste bekannte schriftliche Verwendung seines Beinamens Blauzahn.
- 1996: Jim Kardach schlug Bluetooth als vorläufigen Codenamen für ein Technologieprojekt vor.
- Mai 2011: Bei Konservierungsarbeiten wurden die ursprüngliche Auflage des großen Jellingsteins und ein späteres Fundament identifiziert.
Details, die du nicht im Reiseführer findest
Die Runen des großen Jellingsteins verlaufen in waagerechten Zeilen. Ihre Anordnung ähnelt christlichen Handschriften und unterscheidet sich von vielen Runeninschriften. Neben den eingemeißelten Figuren kannst du also auch die Gestaltung der Schrift genauer betrachten.
Bei Konservierungsarbeiten im Mai 2011 wurde die ursprüngliche Auflage des Steins identifiziert. Sie wird auf etwa 965 datiert. Außerdem kam ein Fundament zum Vorschein, das 1586 hinzugefügt worden war. Diese Entdeckungen machen den Unterschied zwischen Haralds ursprünglicher Aufstellung und einem späteren Eingriff unter dem Denkmal sichtbar.
Die Bildmotive des Steins erscheinen seit 1996–1997 auch in dänischen Reisepässen. Dazu gehören Christus, das Tier und die Schlange. Haralds Denkmal hat damit noch eine weitere moderne Verbindung neben den Runeninitialen im Bluetooth-Logo.
FAQ
War Harald Blauzahn ein Wikingerkönig?
Ja. Er war ein König der Wikingerzeit. Er regierte Dänemark etwa von 958 bis 986 und Norwegen etwa von 970 bis 985/986.
Zeigt das Bluetooth-Logo Haralds Initialen?
Ja. Es verbindet Hagall ᚼ und Bjarkan ᛒ. Diese Runen aus dem jüngeren Futhark stehen für H und B.
Brachte Harald das Christentum erstmals nach Dänemark?
Sein Jellingstein erklärt, er habe die Dänen zu Christen gemacht. Christliche Metallfunde zeigen jedoch, dass bereits vor dieser Verkündung um 965 Christen in Dänemark lebten.
Ist Harald Blauzahns Grab bekannt?
Nein. Adam von Bremen berichtete von einer Bestattung in Roskilde. Die dänische Denkmalschutzbehörde betrachtet Haralds Bestattungsort jedoch als unbekannt.
Quellen
- Bluetooth SIG — Ursprung des Namens bluetooth.com
- Wikipedia — Harald Blauzahn en.wikipedia.org
- Vikipedi — Harald I. (König von Dänemark)) tr.wikipedia.org
- Dänisches Nationalmuseum — Der Jellingstein en.natmus.dk
- UNESCO — Grabhügel, Runensteine und Kirche von Jelling whc.unesco.org
- Dänische Denkmalschutzbehörde — Die Denkmäler von Jelling, englische Zusammenfassung slks.dk
- Dänische Behörde für Kultur und Schlösser — Die Denkmäler von Jelling slks.dk
- Martin Schwarz Lausten — Eine Kirchengeschichte Dänemarks api.pageplace.de
FAQ
Warum heißt Bluetooth Bluetooth?
Jim Kardach von Intel schlug den Namen 1996 bei Gesprächen zwischen Intel, Ericsson und Nokia vor. Harald Blauzahns Rolle als Einiger lieferte den historischen Vergleich: Drahtlose Verbindungen über kurze Entfernungen sollten die Computer- und Mobiltelefonbranche zusammenbringen.
Warum hieß Harald Blauzahn?
Die traditionelle Erklärung führt den Beinamen auf einen dunklen oder verfaulten Zahn zurück. Sein tatsächlicher Ursprung ist jedoch ungewiss. Der früheste bekannte schriftliche Beleg stammt aus der Zeit um 1140, etwa 150 Jahre nach Haralds Tod.
Was bedeutet das Bluetooth-Zeichen?
Das Logo verbindet die Runen Hagall ᚼ und Bjarkan ᛒ aus dem jüngeren Futhark. Sie stehen für H und B, die Initialen von Harald Blauzahn.
Wo ist Harald Blauzahn begraben?
Seine Grabstätte ist unbekannt. Adam von Bremen schrieb um 1072, Harald sei in einer von ihm erbauten Kirche in Roskilde bestattet worden. Die dänische Denkmalschutzbehörde betrachtet den Bestattungsort jedoch nicht als gesichert.
Image: Jelling stone.jpg — Ljunie, CC BY-SA 4.0






