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Puduhepa: Die Königin, die den Kadesch-Vertrag siegelte

Puduhepa stieg von der Priesterin in Kizzuwatna zur hethitischen Großkönigin auf, deren Siegel den Vertrag von Kadesch begleitete. Ihre Briefe, ihre religiöse Arbeit und erhaltene Siegelabdrücke zeigen, dass ihre Aufgaben über den Tod ihres Mannes hinausreichten.

8 Min. Lesezeit12 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Puduhepa: Die Königin, die den Kadesch-Vertrag siegelte
Ancient Luwian Cultural Center, Seal of Puduhepa.jpg

Puduhepas Siegel stand neben dem ihres Mannes Hattusili III. auf der hethitischen Fassung des Vertrags von Kadesch. Das Abkommen mit Ramses II. (II. Ramses) verankert die hethitische Großkönigin unmittelbar in den erhaltenen Zeugnissen königlicher Diplomatie. Ihre Rolle zeigt sich auch in Briefen über Heirat, Geschenke und die Mitgift einer Prinzessin.

Wenn du Puduhepa bei der Planung einer Reise durch die Türkei begegnest, folge drei Arten von Zeugnissen: Texten, Siegeln und einem Felsrelief. Sie verbinden eine Priesterin aus Südanatolien mit der hethitischen Hauptstadt Hattuscha, dem ägyptischen Hof und einer in Ugarit überlieferten Rechtsentscheidung.

Wer war Puduhepa, die hethitische Königin?

Puduhepa lebte im 13. Jahrhundert v. Chr. Ihre Heimatstadt war Lawazantiya im südanatolischen Land Kizzuwatna. Ihr Vater Pentipsharri wirkte dort als Priester. Bevor sie Königin wurde, war sie Priesterin der hurritischen Göttin Schauschka, die mit Ischtar gleichgesetzt wurde.

Sie heiratete Hattusili, bevor er seinem Neffen Mursili III. den hethitischen Thron entriss. Diese Reihenfolge ist wichtig. Puduhepa gehörte bereits zu Hattusilis Haushalt, bevor er König wurde. Ihre Stellung als Großkönigin folgte auf seine Thronbesteigung. In der Hauptstadt Hattuscha nahm sie sowohl religiöse als auch diplomatische Aufgaben wahr.

Hattusilis eigener Bericht erklärt die Heirat religiös. Seine königliche Rechtfertigungsschrift, die sogenannte Apologie, führt die Verbindung auf die Weisung der Göttin zurück. Lies diese Aussage als Teil der Selbstdarstellung des Königs: Der Text verbindet seine Heirat mit göttlicher Führung.

Was bedeutet der Name Puduhepa?

Die Hethitologin Ada Taggar Cohen deutet Puduhepas hurritischen Namen als „Hebat hat sie geboren“. Diese Lesart verbindet den Namen der Königin mit einer Göttin. Sie passt auch zu einem Lebensweg, dessen belegte Anfänge in einer Priesterfamilie liegen und zu dessen späteren Tätigkeiten Gebete und religiöse Texte gehörten.

Die vollständige Übersetzung bleibt eine Deutung. Eine Studie in der Zeitschrift für Sozialwissenschaften der Kafkas-Universität verbindet den Namensbestandteil hepa mit Hepat. Die Bedeutung der Verbalwurzel pudu bezeichnet sie jedoch als unbekannt. Beide Lesarten stützen damit den göttlichen Namensbestandteil. Cohens Übersetzung sollte weiterhin ausdrücklich ihr zugeschrieben werden.

Puduhepas Siegel und der Vertrag von Kadesch

Der Vertrag von Kadesch verband Hattusili III. und Ramses II. durch ein diplomatisches Abkommen. Auf der hethitischen Fassung erschien Puduhepas Siegel gemeinsam mit dem des Königs. Wenn du liest, sie habe „den Vertrag gesiegelt“, ist genau das die Grundlage dieser Formulierung: Ihr Siegel war Teil der königlichen Urkunde.

Der diplomatische Text wurde in akkadischer Keilschrift auf Silbertafeln geschrieben. Diese silbernen Originale sind verloren. In Hattuscha gefundene Abschriften auf Tontafeln bewahrten den Wortlaut. So blieb das Abkommen auf einem anderen Material erhalten. Der Vertragstext und seine ursprüngliche silberne Form haben folglich unterschiedliche Überlieferungsgeschichten.

Eine Beschreibung von Puduhepas Vertragssiegel ist in der altägyptischen Übersetzung der hethitischen Fassung erhalten. Sie liefert einen weiteren Zugang zur Präsenz der Königin auf der Urkunde. Die Tonabschriften bewahren das Abkommen. Der ägyptische Text überliefert dagegen Informationen über das Siegel an seiner hethitischen Fassung.

Diese Unterscheidungen helfen dir, die erhaltenen Zeugnisse einzuordnen. Eine Tonabschrift des Vertrags, eine schriftliche Beschreibung seiner Siegelung und ein weiterer Siegelabdruck Puduhepas beantworten jeweils andere Fragen. Zusammen belegen sie ihre Beteiligung, auch wenn die ursprünglichen Silbertafeln nicht erhalten sind.

Briefe an Ramses II. und Nefertari

Puduhepa korrespondierte direkt mit Ramses II. über die Heirat einer hethitischen Prinzessin und die Mitgift, die sie nach Ägypten begleiten sollte. Dieser Austausch zeigt die Königin bei der praktischen Gestaltung der Beziehungen zwischen den Höfen. Besprochen wurden sowohl die Heiratsvereinbarung als auch die Besitztümer, die mit der Braut geschickt wurden.

Die Tochter, die Ramses II. heiratete, erscheint in ägyptischen Quellen als Maat-Hor-Nefure. Puduhepas Briefe über die Heirat verbinden ihre diplomatischen Aufgaben mit ihrer Familie. Eine königliche Hochzeit war hier zugleich eine Angelegenheit, die unmittelbar zwischen der hethitischen Königin und dem ägyptischen König erörtert wurde.

Auch Nefertari, die Frau von Ramses II., schrieb an Puduhepa. Ihr auf Akkadisch verfasster Freundschaftsbrief ist unter den Tontafeln von Boğazköy erhalten. Damit ist eine zweite Person aus dem ägyptischen Königshaus als Briefpartnerin Puduhepas belegt. Der Brief bewahrt einen Austausch zwischen den beiden Königinnen.

Nefertaris Geschenke stellen einen Bezug zum Alltag her: Kleidung und Goldschmuck. Etwas zum Anziehen oder ein Schmuckstück als Geschenk auszuwählen, ist dir vermutlich vertraut. Hier fand dieser Austausch allerdings zwischen Königshöfen statt. Durch den Brief gehören diese Gegenstände zur belegten Beziehung zwischen Nefertari und Puduhepa.

Puduhepa und „Schwestern“: Was der königliche Brief bedeutet

Nefertari sprach Puduhepa als „meine Schwester“ an. In dieser Korrespondenz war die Bezeichnung als Schwester eine Anrede für eine andere Königin. Der Brief dokumentiert Freundschaft und Geschenke. Sein Wortlaut belegt nicht, dass die beiden Frauen derselben biologischen Familie angehörten.

Wenn du nach „Puduhepa und Schwestern“ suchst, liefert dieser königliche Austausch einen historischen Zusammenhang. Die beteiligten Frauen sind Puduhepa und Nefertari. Das erhaltene Zeugnis ist ein akkadischer Brief. Dieser Kontext muss mit dem Wort „Schwester“ verbunden bleiben, damit aus einer diplomatischen Anrede keine erfundene Verwandtschaft wird.

Religiöse Aufgaben und ein Amt auf Lebenszeit

Puduhepas religiöse Tätigkeit setzte sich nach ihren Jahren als Priesterin fort. In einem Gebet bezeichnete sie die Sonnengöttin von Arinna und Hepat als dieselbe Göttin, die in verschiedenen Ländern unterschiedliche Namen trug. Das Gebet führte diese göttlichen Identitäten ausdrücklich zusammen.

Auch ihre Amtszeit endete nicht mit dem Tod Hattusilis III. Puduhepa blieb während der Herrschaft ihres Sohnes Tudhaliya IV. Tawananna. Da dieses hethitische Amt auf Lebenszeit verliehen wurde, beendete der Tod ihres Mannes ihre Amtsausübung nicht. Ihre Laufbahn erstreckte sich damit über die Regierungszeiten ihres Mannes und ihres Sohnes.

Details, die du nicht in Reiseführern findest

Die ägyptische Beschreibung des Vertragssiegels nennt eine Göttin, die Puduhepa umarmt. Dieses kleine Detail gibt der Siegelung neben der königlichen Identität auch eine religiöse Szene. Überliefert ist es durch eine schriftliche Beschreibung der hethitischen Vertragsfassung.

Ein eigenständiger Siegelabdruck Puduhepas wurde 1936 in Tarsus Gözlükule gefunden. Er gehört zur Sammlung des Museums Adana. Der Fund liefert eine materielle Spur ihrer Siegeltätigkeit. Er ist von der Beschreibung zu unterscheiden, die mit dem Vertrag von Kadesch verbunden ist.

Ihr Siegel erscheint auch auf dem Dokument RS 17.133 aus Ugarit. Die Entscheidung verpflichtete einen hethitischen Seemann namens Shukku, für Schäden an einem anderen Schiff Entschädigung zu zahlen. Dieses Dokument belegt Puduhepas Präsenz in einem konkreten Rechtsstreit. Ihr Wirken reichte damit über königliche Heiraten und Abkommen zwischen Herrschern hinaus.

Puduhepa beauftragte außerdem den obersten Schreiber Walwaziti, in Hattuscha Tafeln aus Kizzuwatna ausfindig zu machen. Dazu gehörten Texte für das Hišuwa-Fest. Dieser Auftrag verbindet ihre südanatolische Herkunft mit der Sammlung und Nutzung religiöser Schriften in der hethitischen Hauptstadt.

Wo kannst du Puduhepas Spuren in der Türkei folgen?

Die Ruinen von Hattuscha liegen bei Boğazkale in der Provinz Çorum. Puduhepa lebte dort als Großkönigin. Dort wurden auch Tonabschriften des Vertrags von Kadesch gefunden. Wenn du den Ort besuchst, begegnet dir eine persönliche und eine schriftlich belegte Verbindung: Hier lag ihre königliche Residenz, und hier blieb der Vertragstext erhalten.

Das Felsrelief von Fıraktin bietet einen weiteren Schauplatz. Es liegt bei Gümüşören im Landkreis Develi der Provinz Kayseri. Das Relief zeigt Puduhepa und Hattusili III., wie sie Gottheiten Trankopfer darbringen. Es bewahrt die Königin bei einer religiösen Handlung. Damit ergänzt es die religiösen Aufgaben, die durch ihre Gebete und ihre Arbeit mit Texten belegt sind.

Zeitleiste

  • 13. Jahrhundert v. Chr.: Puduhepa lebte in diesem Jahrhundert. Ihre Heimatstadt war Lawazantiya in Kizzuwatna.
  • Bevor Hattusili den Thron an sich riss: Hattusili heiratete Puduhepa.
  • 13. Jahrhundert v. Chr.: Sie wurde Großkönigin, nachdem Hattusili Mursili III. vom Thron verdrängt hatte.
  • Vertrag von Kadesch: Die hethitische Fassung trug ihr Siegel neben dem Hattusilis III.
  • Nach dem Tod Hattusilis III.: Sie behielt unter Tudhaliya IV. das Amt der Tawananna.
  • 1936: Bei Ausgrabungen in Tarsus Gözlükule wurde ein Siegelabdruck Puduhepas entdeckt.

FAQ

Wer war Puduhepa?

Sie war eine Priesterin aus Lawazantiya, die Hattusili III. heiratete und hethitische Großkönigin wurde. Sie lebte im 13. Jahrhundert v. Chr.

Hat Puduhepa den Vertrag von Kadesch gesiegelt?

Ja. Ihr Siegel stand neben dem Hattusilis III. auf der hethitischen Fassung des Abkommens mit Ramses II.

Wo findest du Puduhepas Spuren in der Türkei?

Ihre historischen Spuren verbinden Hattuscha bei Boğazkale, das Fıraktin-Relief bei Gümüşören und die Sammlung des Museums Adana. Dort befindet sich der in Tarsus Gözlükule gefundene Siegelabdruck.

War Nefertari Puduhepas Schwester?

Nefertari nannte Puduhepa in einem diplomatischen Brief ihre Schwester. Diese königliche Anrede belegt keine biologische Verwandtschaft.

Quellen

  1. Vikipedi — Puduhepa tr.wikipedia.org
  2. University of Texas at Austin — Die Apologie Hattusilis III lrc.la.utexas.edu
  3. Wikipedia — Puduḫepa en.wikipedia.org
  4. Ada Taggar Cohen, The New Historia — Königin Puduḫepa thenewhistoria.org
  5. Wikipedia — Hattuscha en.wikipedia.org
  6. Generaldirektion für Kulturerbe und Museen — Der Vertrag von Kadesch artsandculture.google.com
  7. Dalia Mohamed Elsayed Mohamed — Die fehlende Siegelung der Königin Puduḫepa journals.ekb.eg
  8. Fatma İslam — Eine kurze Bewertung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten nach dem hethitisch-ägyptischen Friedensvertrag dergipark.org.tr
  9. UNESCO-Weltdokumentenerbe — Freundschaftsbrief von Naptera (Nefertari) an Puduhepa auf Akkadisch artsandculture.google.com
  10. Kurtuluş Kıymet — Untersuchung zu den im 2. Jahrtausend v. Chr. in Anatolien hergestellten Werken mit Keilschrift und Hieroglyphen dergipark.org.tr
  11. Kulturportal der Türkei — Felsrelief von Fraktin beta.kulturportali.gov.tr
  12. Zeitschrift für Sozialwissenschaften der Kafkas-Universität — Studie über hethitische Göttinnen dergipark.org.tr

FAQ

Wer war Puduhepa?

Puduhepa war eine Priesterin aus Lawazantiya in Kizzuwatna. Sie heiratete Hattusili III. und wurde im 13. Jahrhundert v. Chr. hethitische Großkönigin.

Hat Puduhepa den Vertrag von Kadesch gesiegelt?

Ja. Ihr Siegel stand neben dem Siegel Hattusilis III. auf der hethitischen Fassung des Vertrags mit Ramses II., der um 1259 v. Chr. geschlossen wurde.

Wo findest du Puduhepas Spuren in der Türkei?

Mit ihr verbunden sind Hattuscha bei Boğazkale in Çorum, das Felsrelief von Fıraktin bei Gümüşören im Landkreis Develi der Provinz Kayseri und die Sammlung des Museums Adana. Dort befindet sich ein Siegelabdruck aus Tarsus Gözlükule.

War Nefertari Puduhepas Schwester?

Nefertari sprach Puduhepa in ihrer diplomatischen Korrespondenz als Schwester an. Diese Anrede gehört zum Austausch zwischen den Königinnen und belegt keine biologische Verwandtschaft.

Image: Ancient Luwian Cultural Center, Seal of Puduhepa.jpg — Gökhan Can Wikipedia, CC BY-SA 2.0

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