Was geschah beim Erdbeben von Düzce 1999?
Das Erdbeben von Düzce (türkisch: Düzce) ereignete sich am Freitag, dem 12. November 1999, um 18:57 Uhr Ortszeit. Nur 87 Tage lagen zwischen diesem Beben und dem Erdbeben von İzmit (türkisch: İzmit) am 17. August. In Düzce, Kaynaşlı und Bolu gab es Todesopfer und schwere Gebäudeschäden. Für Düzce war das Novemberbeben bereits das zweite zerstörerische Erdbeben im selben Jahr.
Die Momenten-Magnitude des Bebens wird meist mit Mw 7,2 angegeben. Die Provinzverwaltung Düzce verzeichnet in ihrer Botschaft zum 25. Jahrestag 845 Todesopfer. Eine offizielle Gedenkmitteilung der Provinzverwaltung Adıyaman nennt 4.948 Verletzte. Diese Zahlen beschreiben eine Katastrophe, deren Folgen weit über die ersten Erschütterungen hinausreichten. Sie betrafen beschädigte Straßen, Wohnhäuser und Rettungsdienste.
Wenn du Düzce besuchst, gehören die Daten 17. August und 12. November in seiner jüngeren Geschichte zusammen. Die Universität Düzce verzeichnet für das Augustbeben 270 Todesopfer in der Region. Ihr Bericht zum Novemberbeben nennt weitere 710 Todesopfer in Düzce und den sieben heute zugehörigen Landkreisen. Die zweite Katastrophe traf eine Region, die bereits beim ersten Beben Verluste erlitten hatte.
Warum folgte 87 Tage nach İzmit eine zweite Katastrophe?
Das Novemberbeben ereignete sich an der Düzce-Verwerfung. Die Universität Sakarya beschreibt sie als Teil des nördlichen Astes der Nordanatolischen Verwerfungszone. Ihre Einschätzung stellt einen Zusammenhang zwischen dem Bruch im November und dem Augustbeben her: Das frühere Beben hatte die Spannung an der Düzce-Verwerfung erhöht.
Dieser Einschätzung zufolge setzte der Bruch im November den Bruch des İzmit-Erdbebens nach Osten fort. Der Zusammenhang bestand also in mehr als dem kurzen Abstand zwischen zwei Daten. Die Erklärung der Universität ordnet beide Katastrophen in eine zusammenhängende Abfolge von Verwerfungsbrüchen und Spannungsänderungen ein.
Die Herdmechanismuslösungen weisen auf eine rechtsseitige Blattverschiebung hin. Dabei bewegen sich die Seiten einer Verwerfung horizontal gegeneinander. Diese Angabe beschreibt die Bewegung beim Erdbeben. Sie erklärt einen anderen Aspekt als die meist mit Mw 7,2 angegebene Magnitude oder die höchste gemeldete Mercalli-Intensität von IX.
Der Abstand von 87 Tagen ist entscheidend, um Düzces Verluste zu verstehen. Die regionalen Aufzeichnungen der Universität nennen 1.157 Verletzte für August und 2.679 für November. Zusammengenommen zeigen diese Zahlen, warum das Novemberbeben eine eigene Darstellung braucht und zugleich mit der früheren Katastrophe verbunden bleibt.
Zeitleiste
- 17. August 1999: Das Marmara-Erdbeben verwüstete auch die Region Düzce. Die Universität Düzce verzeichnet 270 Todesopfer in der Region.
- 12. November 1999, 18:57 Uhr: An der Düzce-Verwerfung ereignete sich ein zweites zerstörerisches Erdbeben, 87 Tage nach der Augustkatastrophe.
- 9. Dezember 1999: Düzce wurde zur 81. Provinz der Türkei (Türkiye). Dieser Schritt sollte den Wiederaufbau nach beiden Erdbeben beschleunigen.
- 2010: Konca und Kollegen veröffentlichten eine Studie. Darin verglichen sie den auf Satellitenbildern erkannten Verlauf der Verwerfung mit dem im Gelände kartierten Verlauf.
Wie stark war das Erdbeben?
Die Magnitude wird häufig mit Mw 7,2 angegeben. Das Informationspapier der Universität Sakarya nennt dagegen Mw 7,1. Wenn du auf eine dieser Angaben stößt, kommt es auf die Quelle an. Beide beschreiben das Novemberbeben. Der Unterschied sollte bei der Darstellung seiner dokumentierten Magnitude sichtbar bleiben.
Die höchste angegebene Intensität auf der Mercalliskala betrug IX. Sie beschreibt die örtlichen Auswirkungen der Erschütterungen. Mw 7,2 ist dagegen ein Magnitudenwert. Die beiden Angaben beantworten unterschiedliche Fragen. Wenn du sie auseinanderhältst, verstehst du, warum ein Erdbebenbericht sowohl eine Magnitude als auch eine Intensität nennen kann, ohne sich zu widersprechen.
Auch die angegebene Herdtiefe unterscheidet sich je nach Quelle. Die englischsprachige Wikipedia nennt unter Berufung auf den ISC-Katalog 13,7 Kilometer. Die Universität Sakarya gibt für eine SABONET-Auswertung 12,5 Kilometer an. Die türkischsprachige Wikipedia nennt 17 Kilometer. Eine Tiefenangabe braucht deshalb eine Quellenzuordnung. Sie sollte nicht als einheitlich gesicherter Wert erscheinen.
Die auf dem ISC-Katalog beruhende Darstellung nennt als Beginn 18:57:22 Uhr Ortszeit beziehungsweise 16:57:22 Uhr UTC. Die Gedenkmitteilung der Provinzverwaltung Adıyaman beschreibt eine Erschütterungsdauer von 30 Sekunden. Der genaue Beginn und die angegebene Dauer liefern unterschiedliche Einzelheiten zu einem Ereignis, an das meist mit der kürzeren Zeitangabe 18:57 Uhr erinnert wird.
Wie viele Menschen starben, und warum unterscheiden sich die Zahlen?
Die Provinzverwaltung Düzce nennt in ihrer Botschaft zum 25. Jahrestag des Novemberbebens 845 Todesopfer. Die offizielle Gedenkmitteilung der Provinzverwaltung Adıyaman verzeichnet 4.948 Verletzte. Diese Zahlen werden hier für die Katastrophe insgesamt verwendet. Sie sind von den örtlichen Zahlen der Universität Düzce zu unterscheiden.
Die Universität verzeichnet für Düzce und seine heute sieben zugehörigen Landkreise 710 Todesopfer und 2.679 Verletzte. Dieser räumliche Bezug ist wichtig. Das Erdbeben verursachte auch in Kaynaşlı und Bolu Todesfälle und schwere Schäden. Eine örtliche Opferzahl lässt sich nicht ohne Weiteres mit einer umfassenderen Gesamtzahl für das Erdbeben gleichsetzen.
Eine weitere Botschaft der Provinzverwaltung Düzce nennt für die August- und Novemberbeben zusammen 980 Todesopfer in der Provinz Düzce. Das entspricht der Summe der regionalen Todeszahlen der Universität: 270 und 710. Die Zahl 980 bezieht sich auf beide Katastrophen, nicht allein auf den 12. November.
Wenn du für Schule oder Studium verschiedene Darstellungen vergleichst, hilft dir diese Unterscheidung: 845 bezeichnet die Todeszahl für November in der Botschaft zum Jahrestag. 980 ist dagegen die gemeinsame Provinzzahl für beide Erdbeben. Stehen Zeitraum und räumlicher Bezug neben jeder Zahl, werden unterschiedliche Aufzeichnungen nicht zu einer irreführenden Gesamtzahl vermischt.
Was geschah mit Wohnungen, Arbeitsstätten und Rettungswegen?
Die türkischsprachige Wikipedia führt eine Schadensbilanz auf das Krisenmanagementzentrum des Ministerpräsidenten zurück. Sie nennt 12.939 Wohnungen und 2.450 Arbeitsstätten, die zerstört oder schwer beschädigt wurden. Diese Kategorien umfassen sowohl die Orte, an denen Menschen wohnten, als auch die Orte, an denen sie arbeiteten.
Denk an deinen Weg von zu Hause zur Arbeit oder an eine Fahrt ins Krankenhaus. Die Katastrophe traf Wohnungen und Arbeitsstätten. Zugleich versperrten Gebäudetrümmer Hauptstraßen im Zentrum von Düzce. Fahrzeuge, die Verletzte ins Krankenhaus brachten, blieben auf diesen Straßen stecken.
Durch die blockierten Straßen wurden die Gebäudeschäden auch zum Problem für die Rettungskräfte. Verletzte wurden bereits transportiert, doch Trümmer unterbrachen ihren Weg ins Krankenhaus. Dieses konkrete Detail zeigt die Folgen eingestürzter Gebäude über die reine Schadensbilanz hinaus.
Details, die du in keinem Reiseführer findest
Das Gebäude der Feuerwehr Düzce stürzte während des Erdbebens ein. Einsatzkräfte und Fahrzeuge wurden unter den Trümmern eingeschlossen. Feuerwehren aus den umliegenden Landkreisen konnten Brände bekämpfen, weil die örtliche Feuerwehr selbst von der Katastrophe getroffen worden war.
Die Stadtverwaltung Düzce erinnert an vier ums Leben gekommene Feuerwehrleute: Güngör Başbay, Alim Sağlam, Cevat Yazgan und Hüseyin Kılıç. Ihre Namen geben dem Bericht über die eingestürzte Feuerwache eine menschliche Dimension. Der Rettungsdienst verlor sowohl seine Einsatzfähigkeit als auch Mitglieder seines Personals.
Auch der Verlauf der Verwerfung erscheint je nach Beobachtungsmethode unterschiedlich. Konca und Kollegen ermittelten in ihrer Studie von 2010 anhand von SPOT-Satellitenbildern eine Länge von etwa 55 Kilometern. Der im Gelände kartierte Verlauf war etwa 40 Kilometer lang. Die Satellitenbeobachtungen zeigten damit einen längeren Verlauf als die Kartierung am Boden.
In ihrem am besten zu den Daten passenden Modell breitete sich der Bruch mit durchschnittlich 3,7–3,8 Kilometern pro Sekunde nach Osten aus. Örtlich überschritt er dabei die Geschwindigkeit von S-Wellen. Nach Westen breitete sich der Bruch mit etwa 3 Kilometern pro Sekunde aus. Dies sind modellierte Geschwindigkeiten der Bruchausbreitung. Sie sind von der angegebenen Erschütterungsdauer von 30 Sekunden zu unterscheiden.
Wie veränderten die Erdbeben Düzces Verwaltungsstatus?
Düzce wurde am 9. Dezember 1999 zur 81. Provinz der Türkei. Dieser Schritt sollte den Wiederaufbau nach den Erdbeben im August und November beschleunigen. Der verwaltungsgeschichtliche Meilenstein gehört deshalb unmittelbar zur Geschichte der Katastrophen und ihrer Folgen.
Wenn du über Düzces Provinzstatus liest, liefert das Novemberbeben einen entscheidenden Hintergrund. Die Änderung folgte auf zwei zerstörerische Erdbeben im selben Jahr. Ihr erklärtes Ziel war ein schnellerer Wiederaufbau an einem Ort, dessen Verluste Wohnungen und Arbeitsstätten betrafen und an dem Straßen blockiert waren und eine Feuerwache eingestürzt war.
FAQ
Wann ereignete sich das Erdbeben von Düzce 1999?
Es ereignete sich am Freitag, dem 12. November 1999, um 18:57 Uhr Ortszeit. Die englischsprachige Wikipedia nennt auf Grundlage des ISC-Katalogs 18:57:22 Uhr. Das Beben folgte 87 Tage nach dem Erdbeben von İzmit am 17. August.
Wie stark war es?
Das Erdbeben wird meist mit Mw 7,2 angegeben. Die Universität Sakarya nennt Mw 7,1. Die höchste angegebene Mercalli-Intensität betrug IX. Sie misst örtliche Auswirkungen und ist kein Magnitudenwert.
Wie viele Menschen starben?
Die Provinzverwaltung Düzce verzeichnet in ihrer Botschaft zum 25. Jahrestag 845 Todesopfer. Die Universität Düzce nennt eine gesonderte örtliche Zahl von 710 Todesopfern für Düzce und seine heute sieben zugehörigen Landkreise. Der räumliche Bezug dieser Zahlen muss deutlich bleiben.
Gab es einen Zusammenhang mit dem Erdbeben von İzmit?
Die Universität Sakarya erklärt, dass das Augustbeben die Spannung an der Düzce-Verwerfung erhöhte. Ihre Einschätzung beschreibt den Bruch im November als Fortsetzung des İzmit-Bruchs nach Osten.
Quellen
- Türkischsprachige Wikipedia — Erdbeben von Düzce 1999 tr.wikipedia.org
- Englischsprachige Wikipedia — Erdbeben von Düzce 1999 en.wikipedia.org
- Universität Düzce — Das Erdbeben von Düzce am 12. November 1999 deprem.duzce.edu.tr
- Universität Sakarya — Informationspapier zum Erdbeben von Düzce jfm.sakarya.edu.tr
- Provinzverwaltung Adıyaman — Landesweite Erdbebenübung adiyaman.gov.tr
- Provinzverwaltung Düzce — Botschaft zum 25. Jahrestag des Düzce-Erdbebens vom 12. November duzce.gov.tr
- Universität Düzce — Das Marmara-Erdbeben vom 17. August 1999 und Düzce deprem.duzce.edu.tr
- Provinzverwaltung Düzce — Botschaft zum Jahrestag des Düzce-Erdbebens vom 12. November duzce.gov.tr
- Stadtverwaltung Düzce — Gedenken an die im Dienst ums Leben gekommenen Feuerwehrleute duzce.bel.tr
- Konca und Kollegen, 2010 — Bulletin of the Seismological Society of America tectonics.caltech.edu
- Provinzverwaltung Düzce — Allgemeine Informationen duzce.gov.tr
FAQ
Wann ereignete sich das Erdbeben von Düzce 1999?
Es ereignete sich am Freitag, dem 12. November 1999, um 18:57 Uhr Ortszeit. Das war 87 Tage nach dem Erdbeben von İzmit am 17. August.
Wie stark war das Erdbeben von Düzce?
Die Momenten-Magnitude wird meist mit Mw 7,2 angegeben. Die Universität Sakarya nennt dagegen Mw 7,1. Die höchste angegebene Intensität auf der Mercalliskala betrug IX.
Wie viele Menschen starben beim Erdbeben von Düzce?
Die Provinzverwaltung Düzce nennt in ihrer Botschaft zum 25. Jahrestag 845 Todesopfer. Die Universität Düzce verzeichnet gesondert 710 Todesopfer für Düzce und seine heute sieben zugehörigen Landkreise.
Hingen die Erdbeben von Düzce und İzmit zusammen?
Laut der Universität Sakarya erhöhte das Augustbeben die Spannung an der Düzce-Verwerfung. Der Bruch im November setzte den Bruch des İzmit-Bebens nach Osten fort.
Image: Duzce 1999 earthquake damage Bilham 891.jpg — Roger Bilham, Public domain





