Weltgeschichte

UN-Teilungsplan für Palästina 1947: Die Entscheidung

Der UN-Teilungsplan von 1947 sah unabhängige arabische und jüdische Staaten vor, verbunden durch eine Wirtschaftsunion, sowie eine internationale Verwaltung für Jerusalem. Auf seine Annahme folgten ein Bürgerkrieg und ein zwischenstaatlicher Krieg; die vorgesehene territoriale Ordnung wurde nie wie geplant umgesetzt.

9 Min. Lesezeit8 QuellenVeröffentlicht: 8 November 2026Zuletzt geprüft: 8 November 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
UN-Teilungsplan für Palästina 1947: Die Entscheidung
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Die UN-Generalversammlung verabschiedete den Teilungsplan für Palästina (Filistin) am 29. November 1947 als Resolution 181 (II). Er sah unabhängige arabische und jüdische Staaten vor, verbunden durch eine Wirtschaftsunion. Für Jerusalem (Kudüs) war eine internationale Verwaltung vorgesehen. Die meisten jüdischen Organisationen nahmen den Plan an. Die palästinensischen Araber und die arabischen Staaten lehnten ihn ab. Es folgten ein Bürgerkrieg und anschließend ein zwischenstaatlicher Krieg. Sie verhinderten die Umsetzung wie vorgesehen.

Warum enthielt ein Plan für zwei Staaten auch gemeinsame Währungsregelungen, eine arabische Enklave und einen Sonderstatus für Jerusalem? Diese Bestimmungen zeigen dir, was die UN über die Aufteilung des Gebiets hinaus vorschlug. Wenn du die Ausschussarbeit, die Karte und die Ereignisse bis 1949 verfolgst, kannst du die geplante Ordnung von den Kontrolllinien unterscheiden, die nach dem Krieg entstanden.

Warum schlug die UN 1947 eine Teilung Palästinas vor?

Großbritannien (Birleşik Krallık) bat die UN um eine Empfehlung zur Zukunft Palästinas. Am 15. Mai 1947 gründete die UN den Sonderausschuss der Vereinten Nationen für Palästina, kurz UNSCOP. Seine Mitglieder kamen aus 11 Ländern. Mit diesem Auftrag befasste sich ein internationales Gremium mit Palästinas Zukunft, während das Gebiet weiterhin unter britischem Mandat stand.

UNSCOP fand keine einheitliche Position. Sein Bericht vom 3. September 1947 hielt fest, dass sieben Mitglieder eine Teilung mit Wirtschaftsunion unterstützten. Indien (Hindistan), Iran (İran) und Jugoslawien (Yugoslavya) befürworteten eine föderale Lösung. Australien (Avustralya) enthielt sich. Die Teilung war damit der Vorschlag der Ausschussmehrheit. Unterstützung erhielt aber auch eine andere verfassungsrechtliche Ordnung.

Jüdische Organisationen arbeiteten mit UNSCOP zusammen. Das Arabische Hohe Komitee verweigerte die Teilnahme. Es wandte ein, dass die Unabhängigkeit nicht behandelt werde. Außerdem sei die Frage der jüdischen Flüchtlinge in Europa (Avrupa) nicht von Palästinas Zukunft getrennt worden. Diese Einwände richteten sich gegen den Rahmen der Untersuchung selbst, noch bevor die Generalversammlung über die Teilung abstimmte.

Was war das Hauptziel des UN-Teilungsplans?

Das zentrale Ziel war, das britische Mandat durch unabhängige arabische und jüdische Staaten abzulösen. Eine Wirtschaftsunion sollte sie verbinden. Jerusalem sollte keinem der beiden Staaten angehören, sondern eine besondere internationale Verwaltung erhalten. Der Vorschlag verband somit politische Trennung mit gemeinsamen Wirtschaftsregelungen und einer gesonderten Ordnung für die Stadt.

Der Zeitplan war konkret. Die britischen Streitkräfte sollten spätestens bis zum 1. August 1948 abziehen. Die arabischen und jüdischen Staaten sowie die Sonderordnung für Jerusalem sollten zwei Monate nach dem Abzug entstehen. Als spätester Termin für ihre Einrichtung war der 1. Oktober 1948 vorgesehen.

Die geplanten Staaten sollten außerdem Schutzbestimmungen für ihre Bevölkerung einhalten. Der Plan verbot Diskriminierung aufgrund von Rasse, Religion, Sprache oder Geschlecht. Er garantierte Minderheiten Unterricht in ihren eigenen Sprachen. Diese Bestimmungen gehörten ebenso zur vorgesehenen Ordnung wie Grenzen, Unabhängigkeit und wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Was beschloss UN-Resolution 181 genau?

Die Generalversammlung verabschiedete Resolution 181 (II) am 29. November 1947. Das Ergebnis lautete 33 Ja-Stimmen, 13 Nein-Stimmen und 10 Enthaltungen. Ein Mitglied nahm nicht an der Abstimmung teil. Der Text empfahl Großbritannien und den übrigen UN-Mitgliedern, den Teilungsplan anzunehmen und umzusetzen.

Die rechtliche Bedeutung der Resolution war umstritten. Oxford Bibliographies hält fest, dass das UN-Sekretariat, die Sowjetunion (Sovyetler Birliği) und die Jewish Agency sie als verbindlich betrachteten. Die arabischen Staaten lehnten sie ab. Ihrer Auffassung nach widersprach sie dem Recht der palästinensischen Araber auf Selbstbestimmung durch die Gründung eines einzigen Staates. Damit standen sich unterschiedliche Rechtsauffassungen zu derselben Resolution gegenüber.

Auch die betroffenen Bevölkerungsgruppen reagierten unterschiedlich. Nach Angaben des US-Nationalarchivs nahmen die meisten jüdischen Organisationen den Plan an. Die palästinensischen Araber lehnten die Teilung ab. Sie hielten sie für vorteilhaft für Juden und für ungerecht gegenüber der arabischen Bevölkerung, die im geplanten jüdischen Staat verbleiben würde. Die Abstimmung der Generalversammlung löste diesen Konflikt nicht.

Wie liest du die Karte des UN-Teilungsplans?

Beginne mit den drei vorgesehenen Gebietseinheiten: dem jüdischen Staat, dem arabischen Staat und dem internationalen Gebiet von Jerusalem. Die in der englischsprachigen Wikipedia angegebene Flächenberechnung weist dem jüdischen Staat 15.264 Quadratkilometer zu, dem arabischen Staat 11.592 und dem Gebiet von Jerusalem 176. Diese Zahlen beschreiben den Vorschlag, nicht die territorialen Ergebnisse des Krieges.

Der geplante jüdische Staat umfasste das östliche Galiläa (Celile), die Küstenebene vom Gebiet um Haifa aus sowie den größten Teil der Negev-Wüste (Necef Çölü). Der geplante arabische Staat umfasste Teile des mittleren und westlichen Galiläa, das Bergland von Samaria (Samiriye) und Judäa (Yahudiye) sowie die südliche Küste mit Gaza (Gazze).

Wenn du den Küstenabschnitt betrachtest, verdient Jaffa (Yafa) besondere Aufmerksamkeit. Die Stadt war als Enklave des arabischen Staates innerhalb des Küstengebiets des jüdischen Staates vorgesehen. Ihre Lage zeigt, warum es beim Lesen der Karte nicht genügt, zwei große Farbflächen zu erkennen.

Jerusalem und das umliegende Gebiet von Bethlehem (Beytüllahim) waren einem corpus separatum zugeordnet, also einem gesonderten internationalen Gebiet. Der UN-Treuhandrat sollte es verwalten. Nach dem Plan hätte keiner der beiden vorgesehenen Staaten dieses Gebiet erhalten. Sein Status bildete einen eigenständigen Bestandteil der Ordnung, neben den beiden Staaten und ihrer Wirtschaftsunion.

Details, die du nicht im Reiseführer findest

Für dich als Besucher der Türkei (Türkiye) bietet das Abstimmungsprotokoll einen direkten Bezug: Die Türkei stimmte gegen Resolution 181. Die Vereinigten Staaten (Amerika Birleşik Devletleri) und die Sowjetunion stimmten dafür. Großbritannien als Mandatsmacht enthielt sich. So lässt sich das Votum der verwaltenden Macht von den Stimmen anderer an der Entscheidung beteiligter Staaten unterscheiden.

Die wirtschaftlichen Bestimmungen reichten bis in den Alltag. Wenn du eine Bahnfahrkarte kaufst, einen Brief aufgibst oder Geld wechselst, nutzt du Dienstleistungen, die von der geplanten Union erfasst waren. Der Plan enthielt eine Zollunion und ein gemeinsames Währungssystem auf Grundlage eines einheitlichen Wechselkurses. Eisenbahnen, Postdienste, Häfen und Flughäfen sollten zum gemeinsamen Nutzen betrieben werden.

Die internationalen Regelungen für Jerusalem sahen nach den ersten zehn Jahren eine Überprüfung vor. Die Einwohner sollten sich in einem Referendum zu möglichen Änderungen äußern. Der Vorschlag enthielt damit sowohl Bestimmungen zur Einrichtung der städtischen Sonderordnung als auch ein Verfahren zu ihrer erneuten Prüfung.

Resolution 181 blieb auch relevant, nachdem der Krieg ihre vorgesehene Umsetzung verhindert hatte. Im Lausanner Protokoll vom 12. Mai 1949 akzeptierten Israel (İsrail), Ägypten (Mısır), Jordanien (Ürdün), der Libanon (Lübnan) und Syrien (Suriye) sie als Grundlage für Gespräche über territoriale Fragen. Diese spätere Verwendung betraf Gebietsverhandlungen. Sie bedeutete nicht, dass der ursprüngliche Plan umgesetzt worden war.

Welche Folgen hatte der UN-Teilungsplan?

Auf die Entscheidung vom November folgte der Bürgerkrieg von 1947–1948 zwischen arabischen und jüdischen Bevölkerungsgruppen im britischen Mandatsgebiet Palästina. Der vorgesehene Übergang zu zwei Staaten und einem internationalen Jerusalem verlief nicht nach dem Zeitplan der Resolution. Der Krieg verhinderte die Umsetzung der geplanten Ordnung.

Am 14. Mai 1948 erklärte David Ben-Gurion die Gründung des Staates Israel. US-Präsident Harry Truman erkannte den neuen Staat noch am selben Tag an. Am 15. Mai begann mit dem militärischen Eingreifen arabischer Staaten die zwischenstaatliche Phase des Konflikts. Diese Ereignisse markieren den Unterschied zwischen den Kämpfen innerhalb des Mandatsgebiets Palästina und dem anschließenden Krieg zwischen Staaten.

Die Waffenstillstandsabkommen von 1949 führten zu Kontrolllinien, die von der Teilungskarte abwichen. Israel kontrollierte einige Gebiete, die dem geplanten arabischen Staat zugewiesen waren. Gaza blieb unter ägyptischer Kontrolle, das Westjordanland (Batı Şeria) unter jordanischer Kontrolle. Wer die Karte von 1947 als Darstellung der Nachkriegsordnung liest, verwechselt daher einen Vorschlag mit einem späteren Ergebnis.

Die Folgen für die Menschen waren weitreichend. Nach der historischen Bewertung des UNHCR wurden während der Kämpfe vor und nach der Gründung Israels etwa 750.000 Palästinenser aus Gebieten unter der Kontrolle jüdischer Streitkräfte vertrieben oder zur Flucht gezwungen. Zur Erklärung dieser Phase des arabisch-israelischen Konflikts gehört die Vertreibung ebenso wie die diplomatischen Entscheidungen und territorialen Veränderungen.

Zeitleiste

  • 15. Mai 1947: Die UN gründete UNSCOP, um die Zukunft Palästinas zu untersuchen.
  • 3. September 1947: Der UNSCOP-Bericht dokumentierte die Unterstützung der Mehrheit für eine Teilung und der Minderheit für eine föderale Lösung.
  • 29. November 1947: Die Generalversammlung verabschiedete Resolution 181 (II).
  • 1947–1948: Die Kämpfe zwischen arabischen und jüdischen Bevölkerungsgruppen entwickelten sich zum Bürgerkrieg.
  • 14. Mai 1948: David Ben-Gurion erklärte die Gründung Israels.
  • 15. Mai 1948: Arabische Staaten griffen militärisch ein. Damit begann die zwischenstaatliche Phase des Konflikts.
  • 1949: Waffenstillstandsabkommen legten Kontrolllinien fest, die von der Teilungskarte abwichen.
  • 12. Mai 1949: Das Lausanner Protokoll erkannte Resolution 181 als Grundlage für territoriale Verhandlungen an.

Wo findest du den Teilungsplan als PDF und wie prüfst du Behauptungen auf Reddit?

Die UN-Dokumentenseite zu Resolution 181 (II) enthält einen Downloadlink namens ARES181.pdf. Im Text kannst du den vorgesehenen Zeitplan, die Wirtschaftsunion und die internationalen Regelungen für Jerusalem im Zusammenhang prüfen.

Wenn du auf Reddit eine Diskussion darüber findest, ob die UN Palästina geteilt habe, vergleiche die Formulierung mit der Empfehlung der Resolution, den Plan anzunehmen und umzusetzen. Vergleiche anschließend die geplante Karte mit dem Ergebnis von 1949. Die Empfehlung, ihre umstrittene rechtliche Auslegung und ihre unvollständige Umsetzung sind getrennte Fragen. Sie werden durch unterschiedliche Teile dieser Geschichte belegt.

FAQ

Was war das Hauptziel des UN-Teilungsplans?

Er sollte nach dem Ende des britischen Mandats unabhängige arabische und jüdische Staaten schaffen. Eine Wirtschaftsunion sollte sie verbinden. Jerusalem sollte eine besondere internationale Verwaltung erhalten.

Wie ging die Abstimmung über den UN-Teilungsplan aus?

Resolution 181 (II) wurde am 29. November 1947 angenommen. Sie erhielt 33 Ja-Stimmen und 13 Nein-Stimmen bei 10 Enthaltungen. Ein Mitglied nahm nicht an der Abstimmung teil.

Wurde die Teilungskarte zur endgültigen territorialen Ordnung?

Nein. Der Krieg verhinderte die Umsetzung wie vorgesehen. Zum Zeitpunkt der Waffenstillstandsabkommen von 1949 kontrollierte Israel einige Gebiete, die dem geplanten arabischen Staat zugeteilt waren. Ägypten kontrollierte Gaza und Jordanien das Westjordanland.

Wo findest du den UN-Teilungsplan als PDF?

Die UN-Dokumentenseite zu Resolution 181 (II) verlinkt auf ARES181.pdf. Die Datei enthält die Resolution, die eine Teilung mit Wirtschaftsunion und eine internationale Sonderordnung für Jerusalem vorschlägt.

Quellen

  1. Vereinte Nationen — Resolution 181 (II) der Generalversammlung un.org
  2. Wikipedia — Sonderausschuss der Vereinten Nationen für Palästina en.wikipedia.org
  3. Wikipedia — Teilungsplan der Vereinten Nationen für Palästina en.wikipedia.org
  4. Oxford Bibliographies — Der UN-Teilungsplan für Palästina und das Völkerrecht academic.oup.com
  5. US-Nationalarchiv — 50. Jahrestag der Gründung des Staates Israel archives.gov
  6. US-Außenministerium, Büro des Historikers — Der arabisch-israelische Krieg von 1948 history.state.gov
  7. US-Außenministerium, Büro des Historikers — Die Gründung Israels, 1948 history.state.gov
  8. UNHCR — Zur Lage der Flüchtlinge in der Welt 2000, Kapitel 1 unhcr.org

FAQ

Was war das Hauptziel des UN-Teilungsplans?

Sein Hauptziel war die Gründung unabhängiger arabischer und jüdischer Staaten nach dem Ende des britischen Mandats. Eine Wirtschaftsunion sollte sie verbinden. Für Jerusalem war eine besondere internationale Verwaltung vorgesehen.

Wie ging die Abstimmung über den UN-Teilungsplan aus?

Resolution 181 (II) wurde am 29. November 1947 mit 33 Ja-Stimmen, 13 Nein-Stimmen und 10 Enthaltungen angenommen. Ein Mitglied nahm nicht an der Abstimmung teil.

Wurde die Teilungskarte von 1947 zur endgültigen territorialen Ordnung?

Nein. Der Krieg verhinderte die Umsetzung wie vorgesehen. Die Waffenstillstandsabkommen von 1949 hinterließen Kontrolllinien, die von den vorgeschlagenen Teilungsgrenzen abwichen.

Wo findest du den UN-Teilungsplan als PDF?

Die UN-Dokumentenseite zu Resolution 181 (II) enthält einen Downloadlink zu einer PDF-Datei namens ARES181.pdf.

Image: UN Palestine Partition Versions 1947.jpg — Zero0000A/RES/181(II), Public domain

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