Weltgeschichte

Spanische Armada 1588: Warum Spaniens Flotte verlor

1588 schickte Philipp II. etwa 130 Schiffe, um ein Heer nach England zu bringen und Elisabeth I. zu stürzen. Brander vor Calais, englisches Geschützfeuer bei Gravelines, ungünstige Winde und Stürme vor Schottland und Irland ließen den Plan scheitern.

8 Min. Lesezeit10 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Spanische Armada 1588: Warum Spaniens Flotte verlor
Launch of fireships against the Spanish Armada, 7 August 1588 RMG BHC0263.jpg

Die Spanische Armada von 1588 war eine Flotte, die König Philipp II. von Spanien entsandte, um Königin Elisabeth I. vom englischen Thron zu stürzen. Den Befehl hatte der Herzog von Medina Sidonia. Das Unternehmen scheiterte. Brander, englisches Kanonenfeuer, ungünstige Winde und Herbststürme trugen dazu bei.

Hier verfolgst du den Feldzug vom ersten Plan bis zu den Wracks an der irischen Küste.

Was bedeutet „Spanische Armada“?

Das spanische Wort armada bedeutet Streitmacht oder Flotte. Es stammt vom lateinischen Verb armare, „bewaffnen“. „Spanische Armada“ bedeutet also schlicht „spanische Flotte“.

Der Name blieb vor allem mit einem Ereignis verbunden: dem Unternehmen gegen England im Jahr 1588. Es war Teil des Englisch-Spanischen Krieges, der von 1585 bis 1604 dauerte.

Warum schickte Spanien die Armada?

Der erste dokumentierte Vorschlag für einen Angriff auf England stammt vom August 1583. Admiral Álvaro de Bazán unterbreitete ihn nach seinem Sieg auf den Azoren.

Philipp II. verfolgte mehrere Ziele:

  • Den Katholizismus in England wiederherstellen.
  • Die englische Unterstützung für die niederländischen Aufständischen stoppen.
  • Die gegen spanische Interessen gerichtete Seeräuberei beenden.

Der türkischsprachige Lexikonartikel formuliert es noch direkter. Das Ziel war, Elisabeth I. vom Thron zu stürzen.

Spanische Armada: Wann fand der Feldzug statt?

Die Flotte mit etwa 130 Schiffen verließ den Hafen von Lissabon zwischen dem 28. und 30. Mai 1588. Diese Angaben folgen dem gregorianischen Kalender, den Spanien verwendete.

England nutzte noch den julianischen Kalender. Er lag 1588 um 10 Tage zurück. Deshalb kann dasselbe Ereignis in verschiedenen Büchern zwei unterschiedliche Datumsangaben haben.

Stell dir vor, du und ein Freund bucht eine Zugfahrt. Du liest das Datum auf deinem Handy ab. Dein Freund schaut in einen alten Papierkalender, der um 10 Tage abweicht. Ihr würdet an unterschiedlichen Tagen erscheinen. Ähnlich verhält es sich mit den Quellen zur Armada. Prüfe deshalb, welchen Kalender ein Autor verwendet.

Dieser Artikel verwendet durchgehend gregorianische Daten.

Der Plan und der Befehlshaber

Der Invasionsplan bestand aus zwei Teilen. Die Armada sollte durch den Ärmelkanal segeln. Anschließend sollte sie den Transport des Heeres des Herzogs von Parma von Flandern nach England schützen.

Die Flotte verlor ihren ersten Befehlshaber früh. Der Marquis von Santa Cruz starb im Februar 1588. Philipp II. ersetzte ihn durch den Herzog von Medina Sidonia. Dieser hatte keine Erfahrung in der Seefahrt.

Die englische Verteidigung hatte eine klarere Befehlskette. Im Dezember 1587 übertrug Elisabeth I. Lord Howard of Effingham die Führung. Francis Drake wurde sein Vizeadmiral.

Die Schiffe der Spanischen Armada: Was hatten sie an Bord?

Die Flotte bestand aus etwa 130 Schiffen. Nicht alle waren eigens für den Kampf gebaute Kriegsschiffe. Die La Juliana war beispielsweise ein Handelsschiff von 860 Tonnen. Für den Feldzug wurden ihr 32 Geschütze, 325 Soldaten und 70 Seeleute zugeteilt.

Die La Juliana hatte bereits eine Vorgeschichte. Sie hatte beim Feldzug von Lepanto im Jahr 1571 Truppen transportiert. An der Schlacht selbst nahm sie jedoch nicht direkt teil.

Auch Geschütze des Schiffes sind erhalten. Ein geborgenes Belagerungsgeschütz aus Bronze wiegt 2,5 Tonnen. Es konnte eine Eisenkugel von etwa 18,6 Kilogramm verschießen.

Im Ärmelkanal: erste Sichtung und Verfolgung

Die Armada wurde am 29. Juli 1588 vor der Halbinsel The Lizard in Cornwall gesichtet. Signalfeuer entlang der Küste verbreiteten die Nachricht.

Die englischen Schiffe waren wendiger. Diesen Vorteil nutzten sie, um die spanische Flotte von möglichen Landungsplätzen bei Plymouth, Portsmouth und im Solent fernzuhalten.

Die Armada segelte ohne Landung weiter durch den Ärmelkanal.

Die Kämpfe der Spanischen Armada: Calais und Gravelines

Am 6. August 1588 ankerte die Armada vor Calais. Das Heer des Herzogs von Parma war noch nicht mit der Flotte zusammengetroffen.

Ein Problem waren die Niederländer. Justinus von Nassau hielt Dünkirchen mit etwa 30 kleinen niederländischen Schiffen unter Blockade. Das war eines der Haupthindernisse, die Parmas Landungsboote davon abhielten, die Armada zu erreichen.

Die Nacht der Brander

Die Engländer griffen in der Nacht vom 7. auf den 8. August an. Sie schickten acht Brander auf die ankernde Armada zu.

Ein Detail überrascht viele Leser: Bei diesem Angriff brannte tatsächlich kein spanisches Schiff. Die Brander wirkten auf andere Weise. Die spanischen Besatzungen kappten ihre Ankertaue und zerstreuten sich.

Der Verlust so vieler Anker und Taue hatte Folgen. Zusammen mit Wind und Strömungen machte er ein Zusammentreffen mit Parmas Truppen unmöglich.

Gravelines, 8. August

Die entscheidende Seeschlacht fand am 8. August 1588 bei Gravelines statt. Die Engländer näherten sich bis auf etwa 90 Meter, bevor sie feuerten. Diese Entfernung war nötig, um die Eichenholzrümpfe der spanischen Schiffe zu durchschlagen.

Die schweren spanischen Geschütze ließen sich nur mühsam nachladen. Beengte Verhältnisse und zwischen den Decks verstaute Ladung verlangsamten die Besatzungen. Außerdem wichen die Engländer den spanischen Enterversuchen aus.

Diese Kombination entschied das Gefecht. Die Spanier wollten den Kampf Mann gegen Mann erzwingen. Die Engländer kämpften mit Geschützen auf Distanz.

Die Niederlage der Spanischen Armada: Warum verlor Spanien?

Mehrere Ursachen wirkten zusammen:

  • Keine Vereinigung mit Parma. Die niederländische Blockade hielt Heer und Flotte auseinander.
  • Brander. Sie sprengten die Formation der ankernden Schiffe und kosteten die Armada ihre Anker.
  • Englisches Geschützfeuer. Bei Gravelines feuerten die Engländer aus etwa 90 Metern Entfernung und trafen mit großer Wirkung. Die Spanier hatten Schwierigkeiten beim Nachladen.
  • Wind. Südwestliche Winde verhinderten, dass die Armada zu Parma zurückkehren konnte.

Da der Rückweg versperrt war, wählten die Befehlshaber eine andere Route. Sie beschlossen, Schottland im Norden zu umfahren und nach Spanien zurückzukehren.

Die Spanische Armada in Irland und Sligo

Auf der Rückfahrt ließen Stürme einen Teil der Flotte an den Küsten Schottlands und Irlands zerschellen.

Zu einem schweren Verlust an der irischen Küste kam es am 21. September 1588. Drei Schiffe, die La Juliana, die La Lavia und die Santa Maria de Visón, sanken bei Streedagh in der Gegend von Sligo. Insgesamt starben mehr als 1.100 Menschen.

Einer der Überlebenden der La Lavia war Kapitän Francisco de Cuéllar. Später beschrieb er den Untergang und sein Leben in Irland. Sein Bericht ist ein ausführliches Augenzeugnis über die Verhältnisse in der Region im Jahr 1588.

Die Geschichte der Armada endete also nicht bei Gravelines. Für viele spanische Seeleute endete sie an einem irischen Strand.

Die Flagge der Spanischen Armada

Ein kleines Stück Stoff aus dem Feldzug ist erhalten. Die Royal Museums Greenwich in London bewahren ein Fragment der Leinenflagge der San Mateo auf. Es ist auf 1588 datiert und misst 67,2 × 152,4 Millimeter.

Es ist winzig. Dennoch stellt es eine unmittelbare materielle Verbindung zu einem Schiff der Flotte her.

Wo spielte sich der Feldzug ab?

Der Feldzug erstreckte sich über weite Seegebiete und Küstenabschnitte:

  • Lissabon: Ausgangshafen der Flotte.
  • Cornwall, The Lizard: Ort der ersten Sichtung.
  • Plymouth, Portsmouth und der Solent: mögliche Landungsplätze, die die Engländer schützten.
  • Calais und Gravelines: Schauplätze der Brandernacht und der entscheidenden Schlacht.
  • Dünkirchen: von den Niederländern blockiert.
  • Schottland und Irland: Schiffsuntergänge auf der Rückfahrt, darunter bei Streedagh in Sligo.

Wenn du diese Orte besuchst, stehst du direkt an der Route des Feldzugs.

Zeitleiste

  • August 1583: Álvaro de Bazán schlägt Philipp II. einen Angriff auf England vor.
  • 1585: Der Englisch-Spanische Krieg beginnt.
  • Februar 1588: Der Marquis von Santa Cruz stirbt. Medina Sidonia übernimmt den Befehl.
  • 28.–30. Mai 1588: Die Armada verlässt Lissabon.
  • 29. Juli 1588: Die Flotte wird vor The Lizard in Cornwall gesichtet.
  • 6. August 1588: Die Spanier ankern vor Calais.
  • 7.–8. August 1588 (nachts): Acht englische Brander zerstreuen die Armada.
  • 8. August 1588: Seeschlacht bei Gravelines.
  • August–September 1588: Die Armada versucht, um Schottland und Irland herum nach Spanien zurückzukehren.
  • 21. September 1588: Drei Schiffe sinken bei Streedagh.
  • 1589: Englands Gegenarmada endet mit einer Niederlage.
  • 1604: Der Frieden von London beendet den Krieg.

Details, die du nicht in Reiseführern findest

  • Die Brander setzten kein Schiff in Brand. Vor Calais fing kein spanisches Schiff Feuer. Der Schaden entstand durch gekappte Ankertaue und die Zerstreuung der Flotte.
  • Ein Augenzeuge überlebte. Kapitän Cuéllar von der La Lavia hinterließ einen ausführlichen Bericht über den Schiffbruch und Irland im Jahr 1588.
  • Die La Juliana war schon bei Lepanto dabei. 1571 transportierte sie dort Truppen. Sie kämpfte nicht direkt mit.
  • Ein Geschütz, 2,5 Tonnen. Ein Belagerungsgeschütz aus Bronze von der La Juliana verschoss eine Eisenkugel von etwa 18,6 Kilogramm.
  • Eine Flagge von der Größe einer Hand. Das Fragment der San Mateo von 1588 misst nur 67,2 × 152,4 Millimeter.

Nach 1588: Der Krieg geht weiter

Die Niederlage beendete den Krieg nicht. England schickte 1589 unter Francis Drake und John Norris eine eigene Gegenarmada nach Spanien. Sie erreichte ihre Ziele nicht und erlitt eine schwere Niederlage.

Erst der Frieden von London im Jahr 1604 beendete den Konflikt. Die Armada war damit ein Kapitel in einem Krieg, der fast zwanzig Jahre dauerte.

FAQ

Wann lief die Spanische Armada aus?

Sie verließ Lissabon zwischen dem 28. und 30. Mai 1588 nach gregorianischer Zeitrechnung.

Was bedeutet „Armada“?

Das Wort bedeutet Streitmacht oder Flotte und stammt vom lateinischen armare.

Wo fand die wichtigste Schlacht statt?

Die Seeschlacht bei Gravelines fand am 8. August 1588 statt, nachdem die Flotte vor Calais geankert hatte.

Was geschah in Irland?

Stürme ließen Schiffe an den irischen Küsten zerschellen. Drei sanken am 21. September 1588 bei Streedagh in Sligo. Mehr als 1.100 Menschen starben.

Gewann England den Krieg 1588?

Nein. Der Krieg dauerte bis zum Frieden von London im Jahr 1604.

Quellen

  1. Vikipedi — Spanische Armada tr.wikipedia.org
  2. Wikipedia — Spanische Armada en.wikipedia.org
  3. Historical Association — Der Armada-Feldzug von 1588 history.org.uk
  4. Historic England — Die Armada 1588 historicengland.org.uk
  5. Royal Museums Greenwich — Elisabeth I. und die Spanische Armada rmg.co.uk
  6. National Museum of the Royal Navy — Karte 9: Der Branderangriff armadamaps.nmrn.org.uk
  7. National Monuments Service — Kapitän Cuéllar, Überlebender eines Schiffbruchs der Spanischen Armada von 1588 uchireland.ie
  8. National Museum of Ireland — Armada-Kanonen und Lafettenrad source.museum.ie
  9. Spanisches Kulturministerium — Vertrag über den Bau des Schiffes La Juliana cultura.gob.es
  10. Royal Museums Greenwich — Flagge, AAA0918 rmg.co.uk

Image: Launch of fireships against the Spanish Armada, 7 August 1588 RMG BHC0263.jpg — anonymous, Public domain

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