Weltgeschichte

Schlacht an der Somme: Warum war sie 1916 so tödlich?

Die Schlacht an der Somme war so tödlich, weil das vorbereitende Artilleriefeuer die deutschen Verteidigungsanlagen nicht zerstörte und die angreifende Infanterie dadurch schwerem Beschuss ausgesetzt blieb. Wiederholte Angriffe verlängerten die Schlacht bis November, während die ersten Panzer keinen entscheidenden Durchbruch erzielten.

8 Min. Lesezeit3 QuellenVeröffentlicht: 6 November 2026Zuletzt geprüft: 6 November 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Schlacht an der Somme: Warum war sie 1916 so tödlich?
Cheshire Regiment trench Somme 1916.jpg

Die Schlacht an der Somme (türkisch: Somme Muharebesi) war so tödlich, weil das britische Vorbereitungsfeuer zu wenige deutsche Verteidigungsanlagen zerstörte. Die angreifende Infanterie blieb dadurch dem Feuer von Maschinengewehren, Gewehren und Artillerie ausgesetzt. Vom 1. Juli bis zum 18. November 1916 machten wiederholte alliierte Angriffe und deutsche Gegenangriffe die Offensive zu einer langen Abnutzungsschlacht. Im September kamen Panzer zum Einsatz. Einen vollständigen Durchbruch erzielten sie jedoch nicht.

Warum konnten die Verteidiger nach sieben Tagen Beschuss noch kämpfen? Am Fluss Somme in Nordfrankreich überstanden geschützte deutsche Stellungen einen gewaltigen Munitionsverbrauch. Wenn du die Schlacht von ihren ursprünglichen Zielen bis zu ihren Verlustzahlen verfolgst, erkennst du das Zusammenspiel: gescheiterte Vorbereitungen, unterschiedlich erfolgreiche Vorstöße und wiederholte Kämpfe.

Was wollten die Alliierten an der Somme erreichen?

Der alliierte Plan sah einen Angriff auf deutsche Stellungen über eine Frontbreite von ungefähr 40 Kilometern vor. Er sollte mit Offensiven Russlands und Italiens zusammenfallen. Das Ziel war ein Durchbruch durch die deutschen Linien. Der anschließende langwierige Kampf war nicht beabsichtigt.

Der deutsche Angriff auf Verdun am 21. Februar 1916 veränderte diese Vorbereitungen. Die Somme-Offensive wurde vorgezogen, um die französischen Truppen zu entlasten. Auch der französische Anteil fiel kleiner aus als ursprünglich geplant. Damit sollte die Operation unmittelbar einen Verbündeten unterstützen und zugleich das ursprüngliche Ziel eines Durchbruchs erfüllen.

Douglas Haig befehligte die Truppen des Britischen Empire, Ferdinand Foch die französischen Truppen. In der Anfangsphase gehörten Kitcheners aus Freiwilligen gebildete Neue Armeen zu den britischen Streitkräften. In den letzten Monaten kamen Wehrpflichtige hinzu. Während der Offensive veränderten sich somit sowohl die Zusammensetzung der britischen Truppen als auch die Bedingungen auf dem Schlachtfeld.

Das Ergebnis spiegelte die Spannung zwischen unmittelbarer Entlastung und territorialen Zielen wider. Die Somme-Offensive half, den Druck auf die Franzosen bei Verdun zu verringern. Bei ihrem Ende hatten die alliierten Armeen jedoch weder Péronne noch Bapaume eingenommen.

Warum erlitt die britische Armee am ersten Tag so hohe Verluste?

Das britische Vorbereitungsfeuer begann am 24. Juni und dauerte sieben Tage. Seine Aufgaben waren klar: die deutsche Artillerie zerstören, Verteidigungsstellungen beschädigen und den Stacheldraht vor der Infanterie zerschießen. Der Angriff setzte voraus, dass diese Vorbereitung das Überwinden und Einnehmen der deutschen Stellungen erleichtern würde.

Nach Angaben des National Army Museum waren zwei Drittel der 1,5 Millionen abgefeuerten Granaten Schrapnellgeschosse. Gegen Betonunterstände wirkten sie nur begrenzt. Das Museum nennt außerdem eine Schätzung, wonach ungefähr 30 Prozent der Granaten nicht explodierten. Eine große Zahl abgefeuerter Geschosse bedeutete daher nicht entsprechend große Zerstörung.

Denk an eine Checkliste im Alltag: Wenn du einen Versuch abhaken kannst, ist die Aufgabe noch nicht automatisch erledigt. An der Somme bewiesen sieben Tage Beschuss nicht, dass die deutschen Verteidigungsanlagen zerstört waren. Du musst den Umfang der Vorbereitung von ihrer tatsächlichen Wirkung unterscheiden.

Am 1. Juli um 07:30 Uhr begann der Infanterieangriff. Viele britische Einheiten blieben hinter dem unterstützenden Artilleriefeuer zurück. Deutsche Soldaten konnten ihre Unterstände verlassen und mit Maschinengewehren, Gewehren und Artillerie das Feuer eröffnen. Die erhaltenen Verteidigungsanlagen und der Abstand zum eigenen Artilleriefeuer machten die vorrückende Infanterie verwundbar.

Die britischen Verluste überstiegen an diesem Tag 57.000 Mann, darunter 19.240 Tote. Besonders hoch waren sie nördlich der Straße Albert–Bapaume. Diese räumliche Unterscheidung ist entscheidend: Die verheerende britische Gesamtbilanz bedeutete nicht, dass alle Abschnitte des alliierten Angriffs gleich verliefen.

Welche Rolle spielten die französischen und deutschen Truppen?

Am 1. Juli rückten die französische 6. Armee und der rechte Flügel der britischen 4. Armee gegen die deutsche 2. Armee vor. Ihre Geländegewinne stehen im Gegensatz zu den schweren britischen Verlusten weiter nördlich. Am ersten Tag gab es somit sowohl erfolgreiche Vorstöße als auch Angriffe mit schweren Verlusten.

Die deutschen Verteidigungsanlagen sollten die Soldaten schützen und den Widerstand auch unter Beschuss aufrechterhalten. Unterstände lagen ungefähr sechs bis neun Meter unter der Erde. Manche boten Platz für 25 Soldaten. Diese geschützten Räume erklären, wie Verteidiger das Vorbereitungsfeuer überlebten und zu ihren Waffen zurückkehren konnten, als sich die Infanterie näherte.

Im Sommer führten deutsche Truppen außerdem Gegenangriffe durch. Alliierte Angriffe auf einzelne Stellungen und deutsche Versuche, Gelände zurückzugewinnen, verwandelten den erhofften Durchbruch in einen Abnutzungskampf. Die Verluste häuften sich durch wiederholte Kämpfe an. Sie endeten nicht mit dem ersten Sturmangriff.

Britische Angriffe erzielten mitunter erhebliche örtliche Geländegewinne. Am 14. Juli griffen vier Divisionen im Morgengrauen mit konzentrierter Artillerieunterstützung an. Noch am selben Vormittag nahmen sie den Höhenzug von Longueval ein. Dieser Erfolg zeigt, warum der erste Tag allein nicht alle Operationen der Somme-Schlacht beschreibt.

Zeitleiste

  • 21. Februar 1916: Deutschland griff Verdun an. Die Entlastung der französischen Truppen wurde damit zu einem dringlicheren Ziel der Somme-Planung.
  • 24. Juni 1916: Das siebentägige britische Vorbereitungsfeuer begann.
  • 1. Juli 1916: Die Infanterieoffensive begann. Die britischen Verluste überstiegen 57.000 Mann, darunter 19.240 Tote.
  • 14. Juli 1916: Vier britische Divisionen nahmen den Höhenzug von Longueval ein.
  • August 1916: Hindenburg und Ludendorff übernahmen die deutsche Führung.
  • 15. September 1916: Beim Angriff auf Flers–Courcelette kamen britische Panzer erstmals im Kampf zum Einsatz.
  • 18. November 1916: Haig beendete die Somme-Offensive bei zunehmend schlechtem Wetter.

Wie beeinflussten der erste Panzereinsatz und der Abnutzungskampf das Ergebnis?

Britische Truppen setzten am 15. September 1916 bei Flers–Courcelette erstmals Panzer im Kampf ein. Es war der weltweit erste Einsatz dieser Waffe auf einem Schlachtfeld. Damit kam eine neue Waffe in eine Offensive, die bereits von wiederholten Angriffen auf verteidigte Stellungen geprägt war.

Die 49 für die Operation verfügbaren Panzer waren langsam und technisch unzuverlässig. Ihre Besatzungen hatten wenig Erfahrung. Gemeinsame Übungen mit der Infanterie hatten nicht stattgefunden. Diese Einschränkungen beeinflussten, wie viel die Fahrzeuge zum Angriff beitragen konnten.

Nach Angaben des National Army Museum rückten bei Angriffsbeginn nur 15 der vorgesehenen 49 Panzer ins Niemandsland vor. Flers wurde eingenommen. Technische Ausfälle und feindlicher Beschuss verringerten jedoch die Zahl der verfügbaren Fahrzeuge. Ein vollständiger Durchbruch durch die deutsche Front gelang nicht.

Du kannst also die Bedeutung der Einführung von Panzern vom Ergebnis dieses einzelnen Angriffs unterscheiden. Ihr erster Einsatz war eine bedeutende Entwicklung innerhalb der Offensive. Er beendete die Kämpfe jedoch nicht. Haig setzte die Offensive bis zum 18. November fort, als sich die Wetterbedingungen verschlechterten.

Der Nutzen dieses langen Abnutzungskampfes bleibt umstritten. Am 1. August kritisierte Winston Churchill gegenüber dem britischen Kabinett, die Kämpfe schadeten den britischen Armeen stärker als den deutschen Truppen. Historiker wie Gary Sheffield und William Philpott deuten die Somme dagegen als Koalitionskrieg, der Deutschland dauerhaft schwächte. Nach ihrer Einschätzung stand Großbritannien 1916 keine strategische Alternative zur Verfügung.

Auch deutsche Entscheidungen gehören zu dieser Bewertung. Nachdem Hindenburg und Ludendorff im August die Führung übernommen hatten, entschieden sie sich angesichts der Verluste bei Verdun und an der Somme für eine strategische Defensive an der Westfront im Jahr 1917. Die Offensive brachte keinen Durchbruch. Ihre Folgen reichten jedoch über das eroberte Gelände hinaus.

Warum musst du Tote und Gesamtverluste unterscheiden?

Die Gesamtverluste umfassen Tote, Verwundete und Vermisste. Sie sind keine Zahl der Todesopfer. Am ersten Tag waren die 19.240 britischen Toten in den Gesamtverlusten von mehr als 57.000 Mann enthalten. Wer die größere Zahl als Zahl der Toten angibt, stellt das Geschehen erheblich falsch dar.

Für die gesamte Schlacht nennt das Gonville & Caius College 419.654 Verluste bei den britischen und Commonwealth-Truppen sowie 204.253 bei den französischen Truppen. Die dort genannten deutschen Verlustzahlen reichen von 437.000 bis 680.000. Diese Spannbreite muss erkennbar bleiben, wenn die Verluste der gegnerischen Armeen verglichen werden.

Zusammen überstiegen die Verluste eine Million. Das bedeutet jedoch nicht, dass mehr als eine Million Menschen starben. Wenn du dir beim Lesen über die Somme eine Unterscheidung merkst, dann diese: Tote sind ein Teil der Gesamtverluste. Auch die unsicheren deutschen Schätzungen verhindern, dass ein einzelner genauer Zahlenvergleich die Debatte über den Abnutzungskampf entscheidet.

Details, die du in Reiseführern nicht findest

Die Mine unter Hawthorn Ridge explodierte am 1. Juli zehn Minuten vor dem Infanterieangriff. Das warnte die deutschen Truppen vor dem bevorstehenden Angriff. Dieser Zeitpunkt gehört neben dem gescheiterten Vorbereitungsfeuer und den erhaltenen Verteidigungsanlagen zur Erklärung des ersten Sturmangriffs.

Deutsche Telefonkabel verbanden die Frontlinie mit der Artillerie. Sie waren ungefähr 1,8 Meter tief vergraben. Zusammen mit den sechs bis neun Meter tiefen Unterständen zeigt dieses Detail: Die deutschen Vorbereitungen umfassten geschützte Nachrichtenverbindungen ebenso wie geschützte Unterkünfte.

Auch bei den Panzerzahlen lohnt sich genaues Lesen. Für den Septemberangriff waren 49 Fahrzeuge vorgesehen. Zu Beginn rückten jedoch nur 15 ins Niemandsland vor. Dieser Unterschied erklärt mit, warum die Anwesenheit von Panzern nicht automatisch einen Durchbruch bedeutete.

FAQ

Wann und wo fand die Schlacht an der Somme statt?

Sie wurde vom 1. Juli bis zum 18. November 1916 am Fluss Somme in Nordfrankreich ausgetragen.

Wie viele britische Soldaten starben am ersten Tag?

Am 1. Juli gab es 19.240 britische Tote. Die britischen Gesamtverluste überstiegen 57.000 Mann. Dazu zählten Tote, Verwundete und Vermisste.

Erzielten Panzer einen Durchbruch?

Der erste Panzerangriff trug am 15. September zur Einnahme von Flers bei. Technische Ausfälle und feindlicher Beschuss verringerten ihre Zahl. Ein vollständiger Durchbruch blieb aus.

Hat die Offensive etwas erreicht?

Die Somme-Offensive half, die französischen Truppen bei Verdun zu entlasten. Die deutsche Front durchbrach sie nicht. Péronne und Bapaume standen bei ihrem Ende weiterhin außerhalb alliierter Kontrolle.

Quellen

  1. National Army Museum — Schlacht an der Somme nam.ac.uk
  2. National Army Museum — Angriff der Panzer nam.ac.uk
  3. Universität Cambridge, Gonville & Caius College — Die Schlacht an der Somme cai.cam.ac.uk

FAQ

Wann und wo fand die Schlacht an der Somme statt?

Sie fand vom 1. Juli bis zum 18. November 1916 am Fluss Somme in Nordfrankreich statt.

Wie viele britische Soldaten starben am ersten Tag?

Am 1. Juli verzeichnete die britische Armee 19.240 Tote. Sie waren Teil der Gesamtverluste von mehr als 57.000 Mann.

Erzielten Panzer an der Somme einen Durchbruch?

Nach ihrem ersten Kampfeinsatz am 15. September 1916 gelang kein vollständiger Durchbruch. Flers wurde eingenommen, doch technische Ausfälle und feindlicher Beschuss verringerten die Zahl der verfügbaren Panzer.

Erfüllte die Somme-Offensive einen strategischen Zweck?

Sie trug dazu bei, die französischen Truppen bei Verdun zu entlasten. Den Alliierten gelang es jedoch weder, die deutsche Front zu durchbrechen, noch Péronne und Bapaume einzunehmen.

Image: Cheshire Regiment trench Somme 1916.jpg — John Warwick Brooke, Public domain

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