Ringheiligtum Pömmelte
Ringheiligtum Pömmelte
Deutschland · Sachsen-Anhalt, Salzlandkreis
Kurz gesagt
Das ausgegrabene Heiligtum bestand aus konzentrischen Gräben, Erdwällen und Holzpfostenreihen. Ausgrabungen im Umfeld der am ursprünglichen Standort rekonstruierten Anlage legten auch ein ausgedehntes vorgeschichtliches Siedlungsareal frei.
Was wurde gefunden?
- 1Zerbrochene Keramikgefäße
In steilwandigen Gruben wurden zerbrochene Trink- und Vorratsgefäße gefunden. Forschenden zufolge handelt es sich um Überreste wiederholter Opfer- und Trinkzeremonien.
- 2Mahlsteine
Die Mahlsteine aus den Opfergruben sind Geräte zur Getreideverarbeitung. Forschende bringen sie mit der Zubereitung von Speisen während der Zeremonien in Verbindung.
- 3Pfeilspitzen aus Feuerstein und Steinbeile
Auch diese Steingeräte wurden in den Opfergruben gefunden. Sie zeigen, dass alltägliche Produktions- und Jagdgeräte in einen zeremoniellen Zusammenhang überführt wurden.
- 4Menschliche Überreste
In den Gruben wurden auch Knochen von Kindern, Jugendlichen und Frauen gefunden. Diese Funde zeigen, dass der Ort auch Praktiken umfasste, bei denen menschliche Überreste niedergelegt wurden.
- 5Hausgrundrisse und Silogruben
Im Umfeld des Heiligtums wurden Fundamentspuren von Häusern und Gruben freigelegt, die als Getreidespeicher interpretiert werden. Sie ermöglichen es, den Zeremonialplatz gemeinsam mit der umgebenden Siedlung und ihrer Nahrungswirtschaft zu untersuchen.
Worauf weist es hin?
Forschenden zufolge waren die Zubereitung von Speisen, der gemeinschaftliche Verzehr und Opfergaben in Pömmelte Teile derselben zeremoniellen Ordnung. Die umliegenden Häuser und Vorratsgruben zeigen, dass das Heiligtum in einem bewohnten Siedlungsumfeld lag.
Was hat es uns gezeigt?
- Die zu unterschiedlichen Zeiten auf ähnliche Weise erfolgte Niederlegung von Gegenständen in Gruben deutet auf wiederholte Zeremonien hin.
- Mit Holzpfosten, Gräben und Erdwällen war ein monumentales Heiligtum errichtet worden.
- Die Ausgrabungen im Umfeld belegten neben Zeremonien auch Wohnnutzung und Getreidelagerung.
Aktuelle Nachrichten / Archivauswahl
Die Forschungen von 2024 berichteten über die Untersuchung eines Speicherareals mit insgesamt 78 Getreidesilos in der umliegenden Siedlung der Schnurkeramikkultur.
Steckbrief
- Kultur
- Schnurkeramik-, Glockenbecher- und Aunjetitzer Kultur
- Erste moderne Grabung
- 2005
- Team / historisch
- Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Koordinaten
- 51,9971°, 11,7997°
Quellen
Grabungen in der Nähe
- —
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- 12.000
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Arkeofili ↗ · Grabungsnotizbuch
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