Schiffsgrab von Gjellestad
Gjellestadskipet
Norwegen · Østfold, Halden
Kurz gesagt
Das 2018 mittels Bodenradar entdeckte Schiffsgrab wurde 2019 voruntersucht und 2020–2021 umfassend ausgegraben. Das Schiff gehört zusammen mit den umliegenden Gräbern und großen Gebäuden zu einem Zentrum der Elite.
Was wurde gefunden?
- 1Erhaltene Spur des Schiffes
Der erhaltene Abschnitt ist etwas länger als 19 Meter; es handelt sich nicht um ein vollständig intakt erhaltenes Holzschiff. Die Spuren zeigen, dass ein großes Schiff für das Grab verwendet wurde.
- 2Eichenholz des Kiels
Erhaltenes Holz vom Kiel des Schiffes. Forschenden zufolge deuten die Untersuchungen darauf hin, dass das Schiff in West- oder Südwestnorwegen gebaut worden sein könnte.
- 3Eiserne Schiffsniete
Niete, die die Holzteile miteinander verbanden. Die Dokumentation ihrer Fundpositionen ermöglicht es, Form und Bautechnik des weitgehend verrotteten Schiffes erneut zu untersuchen.
- 4Große Bernsteinperle
Eine ungewöhnlich große Perle aus dem Schiffsgrab. Nach Einschätzung des Museums ist es wenig wahrscheinlich, dass sie Teil einer gewöhnlichen Halskette war.
Worauf weist es hin?
Forschenden zufolge könnte das Schiffsgrab zwischen 800 und 850 angelegt worden sein; das genaue Datum sowie Identität und Anzahl der Bestatteten sind unbekannt. Die Bestattung in einem Schiff wird mit der obersten Gesellschaftsschicht in Verbindung gebracht; die Spuren großer Bauten und Gräber im Umfeld stützen zudem die Deutung von Gjellestad als Machtzentrum.
Was hat es uns gezeigt?
- Zeigte, dass sich der Schiffbau anhand der Positionen der Niete untersuchen lässt, auch wenn das Holz weitgehend vergangen ist.
- Belegte, dass das Schiffsgrab in einem Umfeld mit älteren Monumenten angelegt wurde.
- Bodenradaruntersuchungen machten auch Spuren von Bauten und Grabhügeln im Umfeld des Schiffsgrabes sichtbar.
Aktuelle Nachrichten / Archivauswahl
2021: Eine Bodenradaruntersuchung nördlich des Schiffsgrabs wies ein etwa 60 Meter langes und 15 Meter breites Langhaus nach.
Steckbrief
- Kultur
- Wikinger
- Erste moderne Grabung
- 2019
- Team / historisch
- Kulturhistorisches Museum der Universität Oslo
- Koordinaten
- 59,1486°, 11,2503°
Quellen
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- 12.000
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