Weltgeschichte

Wer war Blackbeard? Der echte Pirat der Karibik

Blackbeard war ein englischer Pirat, der als Edward Teach oder Edward Thatch dokumentiert ist und in der Karibik sowie an der Atlantikküste Nordamerikas aktiv war. Sein Schiffswrack liefert materielle Zeugnisse seiner Welt, doch sein Geburtsort, ein vergrabener Schatz und die bekannte Skelettflagge bleiben mit Unsicherheiten verbunden.

9 Min. Lesezeit9 QuellenVeröffentlicht: 30 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 30 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Wer war Blackbeard? Der echte Pirat der Karibik
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Wer war Blackbeard, der echte Pirat der Karibik?

Blackbeard (Karasakal) war ein englischer Pirat, der tatsächlich gelebt hat. Im frühen 18. Jahrhundert war er in der Karibik und an der Atlantikküste Nordamerikas aktiv. In den Quellen heißt er Edward Teach oder Edward Thatch. Sein bekanntestes Schiff war die Queen Anne’s Revenge. Das erbeutete französische Sklavenschiff ließ er zu einem schwer bewaffneten Piratenschiff umbauen.

Wenn du Blackbeard verstehen möchtest, beginne mit diesem Schiff und seiner kurzen, dokumentierten Laufbahn. Das früheste zeitgenössische Dokument, das ihn namentlich nennt und das der Archäologe David Moore bei seinen Forschungen ermittelt hat, stammt aus dem Sommer 1717. Am 22. November 1718 war Blackbeard bereits tot: Er starb nach einem Kampf bei Ocracoke.

Sein dichter schwarzer Bart gab ihm seinen Beinamen. Rauch verstärkte die Wirkung. Die South Carolina Encyclopedia beschreibt, wie er mit brennenden Lunten in Bart und Haar Schiffe enterte. Sein furchteinflößendes Aussehen verstärkte er gezielt.

Woher kam Blackbeard?

Blackbeard war Engländer. Die bekannte Erzählung über seine Geburt muss jedoch vorsichtig eingeordnet werden. Dass er um 1680 in Bristol geboren wurde, ist eine Theorie. Laut Oxford Dictionary of National Biography sind sein ursprünglicher Name und sein Geburtsort nicht gesichert.

Seine frühe Laufbahn als Pirat wird auf den Bahamas deutlicher greifbar. Nach gängiger Auffassung schloss er sich um 1716 auf New Providence der Mannschaft von Benjamin Hornigold an. Damit lässt er sich einer bestimmten Piratengruppe zuordnen, bevor sein eigener Name in dem erhaltenen Dokument auftaucht, das Moore ermittelt hat.

Im Herbst 1717 befehligte Blackbeard die Revenge, ein Segelschiff des Piraten Stede Bonnet. Er erbeutete 11 Schiffe entlang der nordamerikanischen Küste. Diese Kaperungen fanden statt, bevor er das größere Schiff in seine Gewalt brachte, das zur Queen Anne’s Revenge wurde.

Welches Piratenschiff hatte Blackbeard?

Im November 1717 erbeutete Blackbeard vor Martinique die La Concorde. Sie war ein französisches Sklavenschiff. Er benannte sie in Queen Anne’s Revenge um und rüstete sie mit 40 Geschützen aus. Unter seinem Kommando befanden sich mehr als 300 Menschen an Bord.

Die frühere Identität des Schiffes ist wichtig. Blackbeard gelangte durch die Kaperung eines bereits im Sklavenhandel eingesetzten Schiffes an die Queen Anne’s Revenge. Archäologische Befunde halfen später dabei, das Wrack nahe Beaufort Inlet mit diesem französischen Schiff in Verbindung zu bringen.

Im Mai 1718 blockierte Blackbeard mit der Queen Anne’s Revenge und drei kleineren Segelschiffen Charleston. Die Blockade dauerte etwa eine Woche. Als Bedingung für die Freilassung von Geiseln verlangte er eine Kiste mit Medikamenten. Als die Medikamente eintrafen, ließ er die Geiseln frei.

Im Juni 1718 liefen die Queen Anne’s Revenge und die Adventure auf einer Sandbank auf Grund. Das geschah an der heute Beaufort Inlet genannten Durchfahrt in North Carolina. Beide Schiffe wurden aufgegeben. Der Zeuge David Herriot behauptete, das Auflaufen sei absichtlich herbeigeführt worden. Das Queen Anne’s Revenge Project klärt nicht, ob dieser Vorwurf zutraf.

Wer gehörte zu Blackbeards Mannschaft?

Zu Blackbeards Männern gehörten schwarze und weiße Seeleute. Nach Angaben des National Park Service waren darunter auch ehemalige Kaperfahrer und Menschen von erbeuteten Schiffen. Die Mannschaft vereinte somit Männer unterschiedlicher Herkunft, die auf verschiedenen Wegen zur Piraterie gekommen waren.

Eine Gefangennahme konnte Zwangsdienst bedeuten. Als Blackbeard die La Concorde erbeutete, mussten sich 10 französische Besatzungsmitglieder den Piraten anschließen. Unter ihnen waren drei Chirurgen, zwei Zimmerleute und ein Koch. Ihre Berufe zeigen einige der praktischen Fähigkeiten, die an Bord des erbeuteten Schiffes vorhanden waren.

Die Größe von Blackbeards Gefolgschaft veränderte sich. Auf der Queen Anne’s Revenge befanden sich unter seinem Kommando mehr als 300 Menschen. Im Juni 1718 begleiteten ihn etwa 30 Männer nach Bath, der damaligen Hauptstadt von North Carolina. Dort schwor er der Krone die Treue und erhielt eine königliche Begnadigung.

Wie sah Blackbeards Flagge aus?

Ein Zeitungsbericht von 1718 beschreibt schwarze Flaggen mit Totenköpfen und rote Flaggen in Blackbeards Flotte während eines Angriffs auf die Protestant Caesar. Das ist ein zeitgenössischer Beleg für Flaggen seiner Piraten.

Das bekannte Bild eines gehörnten Skeletts, das auf ein blutendes Herz einsticht, hat eine andere Geschichte. Dieses Motiv erschien 1912 als allgemeine Piratenflagge. Zeitgenössische Quellen bestätigen keine Verbindung zu Blackbeard.

Wenn du Blackbeard mit dem Skelett-und-Herz-Motiv verbindest, ist dieser Unterschied wichtig. Die erwähnten Totenkopfflaggen stammen aus einem Bericht von 1718. Die bekannte gehörnte Gestalt gehört zu einem später veröffentlichten Entwurf. Dessen Zuschreibung an Blackbeard bleibt unbestätigt.

Wo starb Blackbeard?

Blackbeard verbrachte einen großen Teil seiner letzten fünf Monate in der Gegend von Ocracoke. Er ankerte mit der Adventure in dem Gebiet, das heute Teach’s Hole Channel heißt. Ocracoke wurde auch zum Schauplatz seines letzten Kampfes.

Virginias Gouverneur Alexander Spotswood entsandte eine Truppe gegen ihn. Etwa 60 Männer der Royal Navy unter dem Kommando von Leutnant Robert Maynard griffen am 22. November 1718 bei Ocracoke an. Maynard versteckte die meisten seiner Männer unter Deck der Jane.

Blackbeard und seine Männer enterten die Jane und gerieten in Maynards Falle. Es folgte ein Nahkampf. Blackbeard wurde getötet. Nach Schätzungen der Marineangehörigen wies sein Körper fünf Schusswunden von Pistolen und etwa 20 Verletzungen durch Hieb- und Stichwaffen auf.

Sein abgetrennter Kopf wurde am Bugspriet von Maynards Boot aufgehängt. Später stellte man ihn in Virginia auf einem Pfahl zur Schau, um andere Piraten einzuschüchtern. Diese Zurschaustellung setzte die Bestrafung über den Kampf hinaus fort.

Trotzige Worte, die Blackbeard zugeschrieben werden, stehen in Charles Johnsons Darstellung von 1724. Sie sind nicht unabhängig bestätigt und könnten eine literarische Ausschmückung sein. Sein Tod bei Ocracoke ist gesichert. Die damit verbundenen Dialoge sind mit größerer Vorsicht zu behandeln.

Wurde Blackbeards Schatz gefunden?

Bei Suchen entlang der Ostküste der Vereinigten Staaten wurde kein vergrabenes Schatzdepot entdeckt, das Blackbeard sicher zugeordnet werden konnte. Geschichten über verstecktes Gold und Silber bleiben deshalb von einem nachgewiesenen Fund zu unterscheiden.

Das Wrack liefert materielle Belege, die du von Behauptungen über einen vergrabenen Schatz unterscheiden kannst. Ein Forschungsteam von Intersal entdeckte am 21. November 1996 nahe Beaufort Inlet die Überreste, die als Queen Anne’s Revenge identifiziert wurden. Die Lage, Waffen aus dem frühen 18. Jahrhundert und eine auf 1705 datierte Bronzeglocke stützten diese Identifizierung.

Bis 2015 waren 24 Kanonen aus dem Wrack geborgen worden. Diese Waffen sind umfangreiche materielle Zeugnisse des Schiffes. Sie verbinden die archäologische Fundstelle außerdem mit dem schwer bewaffneten Schiff aus Blackbeards Laufbahn.

Auch Gold wurde geborgen. Entscheidend ist jedoch die Menge. Ein 2019 veröffentlichter Bericht der East Carolina University beschrieb etwa 14.000 Goldkörner mit einem Gesamtgewicht von ungefähr einer Unze. Diese winzigen Körner sind ein dokumentierter Fund. Sie belegen keine vergrabene Schatztruhe.

Details, die du in keinem Reiseführer findest

Die in Charleston geforderten Medikamente zeigen eine alltägliche Seite von Blackbeards Piraterie. Im Mai 1718 wurde der Zugang zu diesen Vorräten zur Bedingung für die Freilassung von Geiseln.

Markierungen am Achtersteven des Wracks halfen bei der Identifizierung des Schiffes. Sie gaben den Tiefgang im französischen Maßsystem an. Diese Markierungen stützten 2011 die Anerkennung der Überreste als ehemaliges französisches Sklavenschiff La Concorde.

In der Kammer einer Kanone blieben Papierfragmente erhalten. Sie wurden als Teile der Erstausgabe von Edward Cookes 1712 erschienenem Buch A Voyage to the South Sea, and Round the World identifiziert.

Ein hilfreicher Hinweis war das Wort „Hilo“. In diesem Text bezeichnete es Ilo an der peruanischen Küste und nicht Hawaii. Ein kurzer Ortsname half dabei, bedruckte Seiten zu identifizieren, die aus einem Geschütz eines Piratenschiffes geborgen worden waren.

Was verrät das Wrack über Blackbeard und schriftliche Zeugnisse?

Das Papier aus der Kanone war bedrucktes Material aus Cookes Buch. Seine Identifizierung verbindet eine bestimmte Veröffentlichung mit dem Wrack der Queen Anne’s Revenge. Sie belegt nicht, dass Blackbeard diese Worte schrieb oder die Seiten selbst las.

Blackbeards angebliche letzte Rede wirft eine andere Frage zum Umgang mit schriftlichen Belegen auf. Johnsons Erzählung von 1724 überliefert die ihm zugeschriebenen Worte. Eine unabhängige Bestätigung fehlt jedoch. Die Druckfragmente und der spätere Bericht über die Rede stützen unterschiedliche Arten historischer Aussagen.

Zeitleiste

  • Um 1680: Vermutetes Geburtsdatum Blackbeards als Teil der Theorie, dass er in Bristol geboren wurde. Sein ursprünglicher Name und sein Geburtsort bleiben unsicher.
  • Um 1716: Nach gängiger Auffassung schließt er sich Benjamin Hornigold auf New Providence an.
  • Sommer 1717: Aus dieser Zeit stammt das früheste zeitgenössische Dokument, das ihn namentlich nennt und das David Moore bei seinen Forschungen ermittelt hat.
  • November 1717: Er erbeutet die La Concorde und benennt sie in Queen Anne’s Revenge um.
  • Mai 1718: Seine Flotte blockiert Charleston etwa eine Woche lang.
  • Juni 1718: Die Queen Anne’s Revenge und die Adventure laufen bei Beaufort Inlet auf Grund. Im selben Monat erhält Blackbeard in Bath eine königliche Begnadigung.
  • 22. November 1718: Er stirbt bei Ocracoke im Kampf gegen Maynards Truppe.
  • 21. November 1996: Das als Queen Anne’s Revenge identifizierte Wrack wird nahe Beaufort Inlet entdeckt.
  • 2011: Französische Tiefgangsmarkierungen stützen die Anerkennung der Identität des Wracks.

FAQ

War Blackbeard sein richtiger Name?

Blackbeard war ein Beiname, der auf seinen dichten schwarzen Bart zurückging. Die Quellen verwenden Edward Teach und Edward Thatch. Sein ursprünglicher Name bleibt unsicher.

Woher kam Blackbeard?

Er war Engländer. Als Geburtsort wird Bristol vermutet, als Geburtszeit die Zeit um 1680. Sein Geburtsort ist jedoch nicht gesichert.

Benutzte Blackbeard die Flagge mit dem gehörnten Skelett?

Diese Verbindung ist unbestätigt. Das Motiv erschien 1912 als allgemeine Piratenflagge. Ein Bericht von 1718 beschreibt dagegen schwarze Flaggen mit Totenköpfen und rote Flaggen in seiner Flotte.

Hat jemand Blackbeards vergrabenen Schatz gefunden?

Kein im Osten der Vereinigten Staaten gefundenes vergrabenes Schatzdepot konnte ihm sicher zugeordnet werden. Aus seinem Schiffswrack wurden Goldkörner, Kanonen und weitere archäologische Zeugnisse geborgen.

Wo starb Blackbeard?

Er starb am 22. November 1718 bei Ocracoke. Die Männer von Leutnant Robert Maynard töteten ihn im Nahkampf an Bord der Jane.

Quellen

  1. Oxford Dictionary of National Biography — Teach, Edward academic.oup.com
  2. Queen Anne’s Revenge Project — Die Geschichte Blackbeards qaronline.org
  3. South Carolina Encyclopedia — Blackbeard scencyclopedia.org
  4. National Park Service — Blackbeard (Edward Teach) nps.gov
  5. Wikipedia — Blackbeard en.wikipedia.org
  6. Wikipedia — Blackbeards Flagge en.wikipedia.org
  7. Queen Anne’s Revenge Project — Blackbeards Schiffswrack entdeckt qaronline.org
  8. East Carolina University — Eine Geschichte der Piraterie east.ecu.edu
  9. National Geographic — Zufallsfund zu Blackbeard gibt Einblicke in die Lesegewohnheiten von Piraten nationalgeographic.com

FAQ

War Blackbeard ein echter Pirat?

Ja. Blackbeard war ein englischer Pirat, der als Edward Teach oder Edward Thatch dokumentiert ist. Er war im frühen 18. Jahrhundert in der Karibik und an der Atlantikküste Nordamerikas aktiv.

Woher kam Blackbeard?

Blackbeard war Engländer. Als Geburtsort wird Bristol vermutet, als Geburtszeit die Zeit um 1680. Sein Geburtsort und sein ursprünglicher Name sind jedoch nicht gesichert.

Wie sah Blackbeards Flagge aus?

Ein Zeitungsbericht von 1718 beschreibt schwarze Flaggen mit Totenköpfen und rote Flaggen in seiner Flotte. Eine zeitgenössische Verbindung zwischen ihm und dem bekannten gehörnten Skelett, das auf ein blutendes Herz einsticht, ist nicht bestätigt.

Wurde Blackbeards vergrabener Schatz gefunden?

Kein an der Ostküste der Vereinigten Staaten entdecktes vergrabenes Schatzdepot konnte Blackbeard sicher zugeordnet werden. Winzige Goldkörner aus seinem Schiffswrack sind ein eigenständiger archäologischer Fund.

Wo und wann starb Blackbeard?

Blackbeard starb am 22. November 1718 bei Ocracoke im Kampf gegen Männer der Royal Navy unter dem Kommando von Leutnant Robert Maynard.

Image: Blackbeard the Pirate.jpg — Engraved by Benjamin Cole[1] (1695–1766), Public domain

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