Weltgeschichte

Was ist Walhalla? Gefallene Krieger im Nordenglauben

Walhalla ist Odins Halle in Asgard, wo ausgewählte, im Kampf gefallene Krieger sich darauf vorbereiten, bei Ragnarök an der Seite der Götter zu kämpfen. Nordische Überlieferungen beschreiben auch Freyjas Fólkvangr und das Totenreich Hel; Walhalla war also nicht das Ziel jedes gefallenen Kriegers.

8 Min. Lesezeit9 QuellenVeröffentlicht: 7 November 2026Zuletzt geprüft: 7 November 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Was ist Walhalla? Gefallene Krieger im Nordenglauben
Walhalla (1896) by Max Brückner.jpg

Walhalla (türkisch: Valhalla) ist die große Halle in Asgard, über die Odin herrscht. Dort bereiten sich ausgewählte, im Kampf gefallene Krieger darauf vor, bei Ragnarök an der Seite der Götter zu kämpfen. Nach den erhaltenen nordischen Überlieferungen gelangt die Hälfte der Gefallenen nach Walhalla. Die andere Hälfte kommt nach Freyjas Fólkvangr.

Doch Odins Halle beherbergt mehr als ein Heer, das auf seinen Einsatz wartet. Ihre Krieger kehren jeden Abend ins Leben zurück. Auf dem Dach stehen Tiere mit außergewöhnlichen Kräften. Waffen und Rüstungen bilden Teile des Bauwerks. Wenn du diesen Einzelheiten nachgehst, erkennst du, wie Walhalla Krieg, Festmahle und die vorgestellte Welt der Toten verbindet.

Was bedeutet Walhalla? Das verrät dir der Name

Der Name Walhalla stammt vom altnordischen Wort Valhǫll. Es bedeutet „Halle der im Kampf Erschlagenen“. Diese Bedeutung verweist unmittelbar auf die Menschen, die mit diesem Ort verbunden sind: Krieger, deren Leben im Kampf endete.

Die Halle gehört Odin. Das Dänische Nationalmuseum nennt Könige, Heerführer und deren Gefolgsleute als Menschen, die ihn besonders verehrten. Odin ist außerdem der Vater des Donnergottes Thor. Diese Beziehungen ordnen Walhalla in eine größere Welt der Götter und ihrer menschlichen Verehrer ein.

Das Historische Museum in Schweden verbindet die Vorstellung von Walhalla besonders mit Adeligen und Kriegern. Das ist wichtig, wenn du dir die Halle vorstellst. Ihre toten Bewohner bilden eine Kriegergemeinschaft unter einem göttlichen Herrscher. Auch ihre gemeinsamen Mahlzeiten gehören zu diesem militärischen Umfeld.

Wo liegt Walhalla im nordischen Glauben?

Walhalla steht in Asgard, der Heimat der Götter. Das Gedicht Grímnismál nennt einen genaueren Ort. Seine Strophen 8–10 verorten die Halle in der mythologischen Gegend Glaðsheimr. Diese Namen weisen Walhalla einen Platz in der Geografie der nordischen Mythologie zu.

Das Gebäude selbst trägt die Zeichen des Krieges. Speere stützen sein Dach, goldene Schilde bedecken es, und auf den Bänken liegen Kettenhemden. Die Ausrüstung der Krieger wird zum Baumaterial und zur Einrichtung ihres Zuhauses nach dem Tod.

Grímnismál beschreibt außerdem 540 Türen. Durch jede Tür können 800 Krieger nebeneinander schreiten. Diese Angabe zeigt, welche gewaltigen Kriegerscharen die Halle passieren können. Ihre Eingänge passen zur Versammlung der Einherjer, jener toten Krieger, die sich auf den Kampf bei Ragnarök vorbereiten.

Wer kam nach Walhalla? Wikinger, Walküren und Freyja

Walküren sind weibliche mythologische Wesen. Sie wählen gefallene Krieger auf dem Schlachtfeld aus und bringen sie zu Odins Walhalla. Ihre Aufgabe verbindet den Tod eines Kriegers im Kampf mit seiner Aufnahme in die Halle. Wer dort ankommt, wurde von diesen Gestalten ausgewählt.

Die erhaltenen Überlieferungen teilen die Gefallenen zwischen Odin und Freyja auf. Die Hälfte kommt nach Walhalla, die andere Hälfte nach Freyjas Fólkvangr. In Fólkvangr steht eine Halle namens Sessrúmnir. Freyja hat also einen eigenen Ort, an dem sie gefallene Krieger empfängt.

Wenn du annimmst, dass jeder tote Wikinger nach Walhalla kam, verändert diese Aufteilung dein Bild. Selbst für die im Kampf Gefallenen ist Odins Halle nur eines der möglichen Ziele. Fólkvangr gehört deshalb zu jeder Erklärung darüber, wohin gefallene Krieger im nordischen Glauben gelangten.

Altnordische Gedichte beschreiben auch Hel, ein weiteres Totenreich. Damit reicht das Bild über die Hallen Odins und Freyjas hinaus. Walhalla gehört zu einer größeren Vielfalt von Überlieferungen über den Tod. In den erhaltenen Texten erscheinen unterschiedliche Ziele für die Verstorbenen.

Eine feste Regel, nach der nur Menschen nach Hel kamen, die an Krankheit oder Altersschwäche starben, passt nicht zu jeder Geschichte. Auch Baldr, ein Gott, der getötet wird, gelangt dorthin. Sein Weg nach Hel zeigt, dass diese einfache Aufteilung nicht alle Überlieferungen erklärt.

Was geschah in Odins Halle?

Die Krieger in Walhalla heißen Einherjer. Sie bereiten sich darauf vor, bei Ragnarök an der Seite der Götter zu kämpfen. Ihr Leben in der Halle hat damit ein zukünftiges Ziel, auch wenn sich ihr Tagesablauf ständig wiederholt.

Jeden Tag kämpfen die Einherjer gegeneinander. Am Abend kehren sie ins Leben zurück und nehmen am Festmahl in Walhalla teil. Durch die Kämpfe verliert die Gemeinschaft keine Mitglieder auf Dauer. Dieselben Krieger können am nächsten Tag erneut kämpfen.

Denk an den vertrauten Rhythmus eines anstrengenden Tages, auf den ein gemeinsames Abendessen folgt. Walhalla zeigt dir eine mythologische Variante dieses Alltagsmusters: Die Krieger kämpfen, erholen sich und essen zusammen. Der entscheidende Unterschied ist ihre Rückkehr ins Leben vor dem Festmahl.

Auch das Essen beruht auf ständiger Erneuerung. Sæhrímnir, der Eber, dessen Fleisch bei den Festmahlen serviert wird, erwacht wieder zum Leben, obwohl er täglich geschlachtet wird. Sowohl die Kriegergemeinschaft als auch ihr Nahrungsvorrat kehren zurück. So können Kampf und Festmahl Tag für Tag weitergehen.

Einzelheiten, die du nicht in Reiseführern findest

Walhallas Waffen dienen nicht nur den Kriegern oder als Bestandteile des Dachs. In den Überlieferungen erhellen glänzende Waffen die Halle. Das Licht stammt damit von Gegenständen, die ohnehin den militärischen Charakter des Gebäudes prägen.

Auf dem Dach steht die Ziege Heiðrún. Aus ihren Eutern fließt Met, den die Krieger trinken. Das Getränk für das Festmahl hat damit eine namentlich bekannte mythologische Quelle. Ebenso stammt das Fleisch vom immer wieder zum Leben erweckten Sæhrímnir.

Ein weiteres Tier auf dem Dach verbindet die Halle mit der übrigen Welt. Vom Geweih des Hirsches Eikþyrnir tropft Wasser. Der Überlieferung zufolge entspringen diesem Wasser die Flüsse der Welt. Das Dach beherbergt damit sowohl eine Quelle fließenden Wassers als auch die Quelle des Getränks der Krieger.

Kapitel 8 der Ynglinga saga ergänzt eine Einzelheit zum Besitz nach dem Tod. Dort heißt es, die Toten könnten jene Gegenstände nach Walhalla mitnehmen, die ihnen bei der Feuerbestattung beigegeben wurden. Auch das, was sie zu Lebzeiten im Boden versteckt hatten, könnten sie mitnehmen.

Diese Passage verbindet Walhalla mit Dingen, die den Verstorbenen schon vor ihrem Tod gehörten. Neben den gemeinsamen Festmahlen und Kämpfen beschreibt sie, wie persönlicher Besitz ins Jenseits gelangt. Sowohl Beigaben zur Feuerbestattung als auch versteckte Besitztümer erscheinen hier als Dinge, die die Toten begleiten konnten.

Zeitleiste

  • 800–1100 n. Chr.: Der Stab von Klinta stammt aus dieser Zeit. Das kleine Haus an seiner Spitze wurde als Walhalla oder als Freyjas Fólkvangr gedeutet.
  • 10. Jahrhundert: Das anonyme Gedicht Eiríksmál erinnert an den Tod von König Erik Blutaxt und schildert Walhalla.
  • 13. Jahrhundert: Die Lieder-Edda wird zusammengestellt, und Snorri Sturluson verfasst die Prosa-Edda. Beide sind wichtige schriftliche Quellen zu Walhalla.

Wie beschreiben Gedichte und Gegenstände Walhalla?

Eiríksmál verbindet Walhalla mit einem namentlich bekannten König. Das anonyme Gedicht wurde zum Gedenken an Erik Blutaxts Tod verfasst und schildert Walhalla. Es stellt die Halle damit in einen konkreten Zusammenhang des Totengedenkens.

Die Lieder-Edda und Snorri Sturlusons Prosa-Edda zählen zu den wichtigsten schriftlichen Quellen zu Walhalla. In ihrer zusammengestellten beziehungsweise niedergeschriebenen Form stammen beide aus dem 13. Jahrhundert. Grímnismál liefert einige der anschaulichsten Einzelheiten zur Halle. Dazu gehören ihr Standort sowie die Zahl und die Durchgangsbreite ihrer Türen.

Gegenstände erfordern eine andere Art der Deutung. Ein Silberanhänger aus Klinta auf Öland mit der Nummer 108864_HST wurde als Darstellung einer Walküre gedeutet, die einen Krieger in Walhalla willkommen heißt. Eine andere Deutung sieht in der Figur eine adelige Gastgeberin bei einer Trinkzeremonie.

Beim Stab von Klinta besteht eine ähnliche Unsicherheit. Sein kleines Haus wurde als Walhalla gedeutet. Als weitere Möglichkeit wurde Freyjas Fólkvangr vorgeschlagen. Der Gegenstand allein kann deshalb nicht klären, welche göttliche Halle sein Hersteller darstellen wollte.

Das Historische Museum in Schweden zeigt den Stab in Vitrine 68 seiner Ausstellung Vikingarnas värld in Stockholm. Wenn du dich mit seiner Deutung beschäftigst, behalte beide vorgeschlagenen Hallen im Blick. Die konkurrierenden Lesarten des Museums unterscheiden zwischen dem erhaltenen Gegenstand und der mythologischen Identität, die ihm zugeschrieben wird.

FAQ

Was bedeutet Walhalla?

Walhalla stammt vom altnordischen Valhǫll und bedeutet „Halle der im Kampf Erschlagenen“. Der Name bezeichnet Odins Halle für ausgewählte gefallene Krieger. Zu ihren Tätigkeiten gehören tägliche Kämpfe und abendliche Festmahle.

Wo liegt Walhalla?

Walhalla liegt in Asgard, der Heimat der Götter. Grímnismál verortet die Halle genauer in Glaðsheimr. Diese mythologische Gegend wird in den Strophen 8–10 des Gedichts genannt.

Kamen alle gefallenen Krieger nach Walhalla?

Nein. Die erhaltenen Überlieferungen weisen die Hälfte der im Kampf Gefallenen Odins Walhalla zu. Die andere Hälfte kommt nach Freyjas Fólkvangr. In Freyjas Reich steht die Halle Sessrúmnir.

Was machen die Krieger in Walhalla?

Die Einherjer kämpfen jeden Tag gegeneinander und kehren zum abendlichen Festmahl ins Leben zurück. Sie bereiten sich darauf vor, bei Ragnarök an der Seite der Götter zu kämpfen. Ihre wiederkehrenden Kämpfe haben damit ein Ziel, das über den jeweiligen Tageskampf hinausgeht.

Quellen

  1. Türkische Wikipedia — Valhalla tr.wikipedia.org
  2. Dänisches Nationalmuseum — Die Götter der Wikinger en.natmus.dk
  3. Store norske leksikon — Valhall snl.no
  4. Historisches Museum in Schweden — Die Walküren hießen die Gefallenen in Walhalla willkommen vikingar.historiska.se
  5. Historisches Museum in Schweden — Freyjas Halle für gefallene Krieger vikingar.historiska.se
  6. Historisches Museum in Schweden — Der Weg nach Hel vikingar.historiska.se
  7. Englische Wikipedia — Valhalla en.wikipedia.org
  8. Historisches Museum in Schweden — Anhänger 108864_HST vikingar.historiska.se
  9. Historisches Museum in Schweden — Der Stab von Klinta historiska.se

FAQ

Was bedeutet Walhalla?

Walhalla geht auf das altnordische Valhǫll zurück und bedeutet „Halle der im Kampf Erschlagenen“. In der nordischen Mythologie ist sie Odins Halle für ausgewählte gefallene Krieger.

Wo liegt Walhalla?

Walhalla liegt in Asgard, der Heimat der Götter in der nordischen Mythologie. Die Strophen 8–10 des Grímnismál verorten die Halle in der mythologischen Gegend Glaðsheimr.

Kamen alle gefallenen Krieger nach Walhalla?

Nein. Die erhaltenen Überlieferungen teilen die im Kampf Gefallenen zwischen Odins Walhalla und Freyjas Fólkvangr auf. Jeweils die Hälfte gelangt an einen dieser Orte.

Was machen die Krieger in Walhalla?

Die Krieger heißen Einherjer. Sie kämpfen jeden Tag gegeneinander und kehren zum abendlichen Festmahl ins Leben zurück. So bereiten sie sich darauf vor, bei Ragnarök an der Seite der Götter zu kämpfen.

Image: Walhalla (1896) by Max Brückner.jpg — Max Brückner, Public domain

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