Weltgeschichte

Nan Madol: Wer baute die Steinstadt auf dem Korallenriff?

Nan Madol besteht aus künstlichen Inseln auf einem Korallenriff vor Pohnpei in den Föderierten Staaten von Mikronesien. Die Bewohner Pohnpeis errichteten die Stadt unter der Saudeleur-Dynastie; Korallendatierungen setzen den Beginn der monumentalen Bautätigkeit zwischen 1180 und 1200 n. Chr. an.

5 Min. Lesezeit7 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Nan Madol: Wer baute die Steinstadt auf dem Korallenriff?
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Wo liegt Nan Madol und zu welchem Land gehört es?

Nan Madol ist eine archäologische Stätte in den Föderierten Staaten von Mikronesien. Sie liegt im Bundesstaat Pohnpei, im Distrikt Madolenihmw im westlichen Pazifik.

Die Stadt liegt nahe der Insel Temwen an der Ostküste Pohnpeis. Sie wurde auf einem Korallenriff innerhalb einer Lagune errichtet. Wenn du Nan Madol auf einer Karte suchst, suche zuerst Pohnpei. Folge dann der Ostküste bis Temwen.

Das von der UNESCO eingetragene Welterbegebiet umfasst 76,7 Hektar. Es ist von einer 664 Hektar großen Pufferzone umgeben.

Was ist Nan Madol in Mikronesien?

Nan Madol war ein politisches und religiöses Zentrum. Die Bewohner Pohnpeis bauten es unter der Saudeleur-Dynastie. Es war Herrschersitz und Schauplatz von Zeremonien.

Die englischsprachige Wikipedia beschreibt den ummauerten Kern als etwa 1,5 Kilometer lang und 0,5 Kilometer breit. Dieser Kern ist keine zusammenhängende Insel. Er besteht aus einer Gruppe künstlicher Inseln.

Auch der Name ist aufschlussreich. Nan Madol bedeutet ungefähr „in den Zwischenräumen“. Gemeint sind die Wasserwege, die durch die Stadt verlaufen.

Die Megalithen von Nan Madol: Wie wurden die Bauten errichtet?

Die Inseln sind aufgeschüttete Plattformen. Die Erbauer häuften große Steine und Füllmaterial auf unter Wasser liegenden Korallenriffen an. So ragten die Plattformen über die Wasseroberfläche hinaus.

Das wichtigste Baumaterial ist Säulenbasalt. Dieses Vulkangestein zerfällt auf natürliche Weise in lange Blöcke. Diese Form eignet sich gut zum Aufschichten.

Die großen Basaltsäulen stammten aus Steinbrüchen in anderen Teilen Pohnpeis. In den Mauern wurden sie in wechselnden Lagen verlegt: teils quer, teils längs. Stell dir vor, wie ein Maurer die Ausrichtung der Ziegel abwechselt. Das Prinzip ist ähnlich. Nur ist hier jeder „Ziegel“ eine natürliche Steinsäule.

Auf der Insel Nandauwas mit ihren Königsgräbern erreichen die Mauern um den zentralen Bestattungsbereich etwa 5,5 bis 7,5 Meter Höhe.

Warum heißt Nan Madol das Venedig des Pazifiks?

Gezeitenkanäle verbinden die Inseln miteinander. Ihnen verdankt Nan Madol den Beinamen „Venedig des Pazifiks“.

Die Zahl der Inseln unterscheidet sich je nach Quelle. Die englische Wikipedia zählt 92 Inseln im Kernbereich. Die UNESCO beschreibt die gesamte Stätte als Anlage aus mehr als 100 Inseln. Die beiden Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Abgrenzungen der Stätte.

Wer hat Nan Madol gebaut?

Die Bewohner Pohnpeis bauten die Stadt unter der Saudeleur-Dynastie. Die mündliche Überlieferung Pohnpeis erzählt eine andere Geschichte. Sie ist eine Legende, keine durch Ausgrabungen belegte Tatsache. Darin gründen zwei zauberkundige Brüder, Olisihpa und Olosohpa, die Stadt mit der Macht der Götter.

Eine archäologische Studie von 2016 verfolgt einen anderen Ansatz. Mark D. McCoy und seine Kollegen untersuchten die geochemische Herkunft des Basalts. Außerdem bestimmten sie das Alter von Korallen, die in Gräbern verbaut worden waren. Ihre Arbeit beruht auf messbaren Belegen statt auf Magie.

Wann wurde Nan Madol gebaut?

Die UNESCO datiert die steinernen Paläste, Tempel, Gräber und Wohnbauten auf etwa 1200–1500 n. Chr. Die Studie von 2016 grenzt den Baubeginn genauer ein. Sie untersuchte Korallen aus einem Herrschergrab mithilfe der Uran-Thorium-Datierung. Demnach begann die monumentale Bautätigkeit zwischen 1180 und 1200 n. Chr.

Zeitleiste

  • 1180–1200 n. Chr.: Die Korallendatierung der Studie von 2016 markiert den Beginn der monumentalen Bautätigkeit.
  • 1200–1500 n. Chr.: Allgemeiner Bauzeitraum der UNESCO für Paläste, Tempel, Gräber und Wohnbauten.
  • 1500–1600 n. Chr. oder etwa 1628: Die Quellen nennen unterschiedliche Daten für das Ende der Saudeleur-Dynastie.
  • Spätestens in den 1820er-Jahren: Laut UNESCO lebten keine Menschen mehr an der Stätte.
  • 2016: Nan Madol wird in die UNESCO-Welterbeliste und die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen.

Das Leben in der Stadt

Das Metropolitan Museum of Art schätzt, dass Nan Madol zu seiner Blütezeit etwa 1.000 Einwohner gehabt haben könnte. Die meisten von ihnen gehörten nicht dem Adel an.

Lebensmittel und Wasser wurden nicht auf den Inseln gewonnen. Während der Saudeleur-Zeit brachten die Bewohner Pohnpeis beides mit Booten heran. Stell dir ein Viertel vor, in dem sowohl die Lebensmittellieferung als auch das Wasser per Boot ankommen. So wurde die Stadt hier versorgt.

Wie endete die Saudeleur-Dynastie?

Der National Park Service schreibt Isokelekel den Sturz der Saudeleur-Herrschaft zu. Historiker sehen in ihm den Anführer einer mikronesischen Gruppe aus Kosrae.

Der Zeitpunkt des Sturzes ist umstritten. Die türkische Wikipedia nennt etwa 1628. Ein Artikel von 2024 in PNAS Nexus berichtet von einem vorgeschlagenen Zeitraum um 1500–1600 n. Chr., der auf archäologischen Datierungen beruht.

Laut UNESCO war Nan Madol spätestens in den 1820er-Jahren nicht mehr bewohnt. Seine religiöse und traditionelle Bedeutung blieb bestehen.

Details, die du nicht in Reiseführern findest

  • Rivalen unter Aufsicht. Die Saudeleur-Herrscher zwangen potenziell rivalisierende Häuptlinge, in Nan Madol statt in ihren eigenen Distrikten zu leben. So konnten sie diese überwachen.
  • Status in kleinen Dingen. Bei Ausgrabungen von Wohnbauten der Elite wurden Perlen und andere Schmuckstücke gefunden. Sie könnten auf den gesellschaftlichen Rang ihrer Besitzer hinweisen.
  • Schildkröten und heilige Aale. Die örtliche Überlieferung berichtet von Meeresschildkröten, die heiligen Aalen geopfert wurden. Bei Ausgrabungen fand man kleine Kanäle und Überreste geopferter Schildkröten. Diese Funde passen zu der Überlieferung.
  • Zwei unterschiedliche Zahlenangaben. Selbst die Zahl der Inseln und das Enddatum der Dynastie unterscheiden sich je nach Quelle. Prüfe, auf welche Quelle sich ein Reiseführer oder eine Hinweistafel beruft.

Die Ruinen von Nan Madol heute: gefährdetes Welterbe

Nan Madol wurde 2016 nach den Kulturkriterien i, iii, iv und vi in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Im selben Jahr kam die Stätte auf die Liste des gefährdeten Welterbes.

Die UNESCO nennt zwei Gefahren. Die Kanäle verschlammen. Mangroven breiten sich so aus, dass sie die Steinbauten beschädigen.

Fotos von Nan Madol: Worauf du achten solltest

Auf Fotos von Nan Madol sind einige Merkmale immer wieder zu sehen. Achte auf die aufgeschichteten Basaltsäulen, die Lagune, die Kanäle zwischen den Inseln und die hohen Mauern von Nandauwas. Schau dir bei einem Foto den Maueraufbau genauer an. Die Säulen liegen in Schichten, teils quer und teils längs.

FAQ

In welchem Land liegt Nan Madol?

Nan Madol liegt in den Föderierten Staaten von Mikronesien, im Bundesstaat Pohnpei.

Wer hat Nan Madol gebaut?

Die Bewohner Pohnpeis bauten die Stadt unter der Saudeleur-Dynastie.

Wann wurde Nan Madol gebaut?

Die UNESCO nennt für die Steinbauten den Zeitraum 1200–1500 n. Chr. Die Korallenstudie von 2016 setzt den Beginn der monumentalen Bautätigkeit zwischen 1180 und 1200 n. Chr. an.

Aus welchem Material besteht Nan Madol?

Hauptsächlich aus Säulenbasalt, der zusammen mit Füllmaterial auf einem Korallenriff aufgeschichtet wurde.

Warum ist Nan Madol gefährdet?

Die Kanäle verschlammen und Mangroven breiten sich über das Mauerwerk aus.

Quellen

  1. National Park Service — Nan Madol nps.gov
  2. The Metropolitan Museum of Art — Nan Madol metmuseum.org
  3. UNESCO-Welterbezentrum — Nan Madol whc.unesco.org
  4. Englische Wikipedia — Nan Madol en.wikipedia.org
  5. Türkische Wikipedia — Nan Madol tr.wikipedia.org
  6. McCoy et al., Quaternary Research (Repositorium der Universität Cambridge) repository.cam.ac.uk
  7. PNAS Nexus — Zusammenhänge zwischen der Klimageschichte und dem Aufstieg und Fall eines pazifischen Häuptlingstums academic.oup.com

Image: Nan madol.jpg — NOAA, Public domain

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Jede Angabe wurde mit den Quellen abgeglichen; Sätze ohne Quelle wurden nicht veröffentlicht. Wenn Sie einen Fehler finden, schreiben Sie uns. Unsere Quellengrundsätze · Schreib uns →

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