Wurzeln der Städte

Geschichte von Isparta: Namensherkunft und historische Orte

Ispartas Geschichte verbindet prähistorische Funde, umstrittene mittelalterliche Datierungen, osmanische Marktbauten und traditionelle Wohnhäuser. Für den Stadtnamen gibt es mehrere Herkunftserklärungen, während historische Stätten in Yalvaç und Eğirdir den Blick über das Stadtzentrum hinaus erweitern.

8 Min. Lesezeit12 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Geschichte von Isparta: Namensherkunft und historische Orte
Isparta, Isparta Merkez-Isparta Province, Turkey – panoramio.jpg

Geschichte von Isparta: die Stadt und ihre Region

Isparta liegt in der Seenregion im Südwesten der Türkei. Die Provinz grenzt im Nordwesten an Afyonkarahisar, im Südwesten an Burdur, im Süden an Antalya und im Osten an Konya. Wenn du Ispartas Geschichte erkundest, kommt es auf den geografischen Rahmen an. Das Stadtzentrum, Eğirdir und Yalvaç tragen jeweils unterschiedliche Bauwerke und archäologische Stätten zur Geschichte der Provinz bei.

Die frühesten hier behandelten Zeugnisse stammen von außerhalb der historischen Straßen der Stadt. Untersuchungen in der Kapıini-Höhle auf der Bozanönü-Ebene erbrachten 1944 Funde aus dem Jungpaläolithikum. Bei Gümüşgün im Bezirk Keçiborlu fanden Forschende außerdem kleine Feuersteinwerkzeuge aus dem Mesolithikum, sogenannte Mikrolithen. Diese Entdeckungen belegen prähistorische Aktivitäten im Umland.

Im Stadtzentrum gehören Moscheen, eine überdachte Markthalle und traditionelle Wohnhäuser zu den historischen Zeugnissen. Ein Register von 1522 verzeichnete 17 Stadtviertel und 437 Haushalte. Neben den erhaltenen oder später neu errichteten Gebäuden geben diese Zahlen einen konkreten Einblick in Isparta als osmanische Stadt.

Woher kommt der Name Isparta?

Die Herkunft des Namens Isparta ist weiterhin umstritten. Eine Erklärung des Gouverneursamts der Provinz stellt eine Verbindung zu Barida her. Demnach wurde Barida das griechische Wort eis vorangestellt. Daraus entstand Eis Barida. Dieser Ausdruck wird als frühere Namensform vorgeschlagen, aus der sich allmählich Isparta entwickelt habe.

Eine andere Erörterung findet sich in der Darstellung der Provinzdirektion für Kultur und Tourismus. Sie verweist darauf, dass Louis Robert 1948 das antike Baris mit Fari bei Keçiborlu-Kılıç gleichsetzte. Dieselbe Darstellung bezieht die Formen Sporda und Saparta in die Erklärung des Namens Isparta ein. Die Verbindung zu Barida ist somit eine von mehreren konkurrierenden Deutungen.

Historische Schreibweisen liefern sicherere Belege dafür, wie Autoren die Stadt bezeichneten. Laut der TDV İslâm Ansiklopedisi verwendete Ibn Battuta die Formen Seberte oder Sabarta. Der osmanische Historiker Neşrî schrieb İsparda. Wenn du beim Lesen über Isparta auf diese Formen stößt, begegnen dir dokumentierte historische Namen der Stadt. Für sich allein klären sie deren sprachlichen Ursprung jedoch nicht.

Isparta in der Türkei: umstrittene Daten des Mittelalters

Ein bei Ibn Bibi auf 1204 datierter Eroberungsbericht wird häufig mit Isparta in Verbindung gebracht. Seine Auslegung ist umstritten. Einige Forschende meinen, die Passage beziehe sich auf Patara. Osman Turan verstand sie als Bericht über die Rückeroberung Ispartas. Das Datum lässt sich daher nur dann in die Stadtchronologie aufnehmen, wenn dieser Meinungsstreit deutlich wird.

Auch zum Übergang unter osmanische Herrschaft gibt es unterschiedliche Erklärungen. Nach einer Darstellung gehörte Isparta zu den Städten, die von den Hamidoğulları gekauft wurden. Feridun Emecen widerspricht dieser Darstellung. Er vermutet, dass Isparta wahrscheinlich nach dem Tod Hüseyin Beys im Jahr 1391 unter osmanische Verwaltung kam. Das bleibt ein Datierungsvorschlag und bezeichnet keinen genau belegten Zeitpunkt des Herrschaftswechsels.

Eine Urkunde von 1429 belegt eine Moschee am Standort der Kutlubey-Moschee (Kutlubey Camii). Der spätere Bau an dieser Stelle wurde beim Erdbeben von 1914 zerstört. Die heutige Moschee entstand 1922. Ihre Geschichte umfasst damit einen urkundlich belegten religiösen Standort, einen nachfolgenden Bau und einen Ersatzbau mit eigenem Baudatum.

Das osmanische Isparta: Moscheen, Märkte und Alltag

Die Firdevs-Bey-Moschee (Firdevs Bey Camii) steht nahe dem Traubenmarkt (Üzüm Pazarı). Firdevs Paşa, der Gouverneur von Isparta, gab sie 1561 in Auftrag. Sie hat einen quadratischen Grundriss und eine einzelne Kuppel. Der zugehörige Bedesten, eine überdachte Markthalle, wurde ebenfalls 1561 errichtet. Er besteht aus örtlichem Kövke-Stein und sollte Einnahmen für die Moschee erwirtschaften.

Besonders deutlich wird die Verbindung zwischen Handel und religiöser Finanzierung am Alten Traubenmarkt. Zwischen der Moschee und dem Bedesten standen 16 zweigeschossige Läden aus Kövke-Stein. Auch sie wurden eingerichtet, um Einnahmen für die Moschee zu erzielen. Stellst du dir eine alltägliche Einkaufsstraße vor, kannst du an dieser Anordnung gut nachvollziehen, wie Handelsräume ein religiöses Gebäude finanziell unterstützten.

Weitere Moscheen ergänzen die Baugeschichte der Stadt um eigene Daten. Abdi Ağa aus Isparta gab 1569 die İplikçi-Moschee (İplikçi Camii) in Auftrag, die auch Hacı-Abdi-Moschee heißt. Die Kavaklı-Moschee (Kavaklı Camii), auch als Peygamber-Moschee bekannt, entstand 1782–1783 im Stadtzentrum. Diese alternativen Namen helfen dir, Beschreibungen der Baudenkmäler Ispartas zuzuordnen.

Auch Badehäuser gehören zur historischen Stadt. Dalboyunoğlu Hacı Mehmet Ağa gab zwischen 1689 und 1693 den Dalboyunoğlu-Hamam (Dalboyunoğlu Hamamı) in Auftrag. Im Stadtzentrum stehen außerdem orthodoxe Kirchengebäude. Aya Baniya wird auf ungefähr 1750 datiert. Aya Ishotya, auch Yorgi genannt, wurde zwischen 1857 und 1860 erbaut.

Nach der Ausrufung der Republik 1923 blieb Isparta Provinzhauptstadt. Zur Baugeschichte gehören auch spätere Maßnahmen zur Erhaltung der Gebäude. Die Regionaldirektion für Stiftungen restaurierte 2009 den Firdevs-Bey-Bedesten (Firdevs Bey Bedesteni). Damit erhielt der ursprünglich 1561 in Auftrag gegebene Bau ein modernes Restaurierungsdatum.

Historisches Herrenhaus in Isparta: Eskiciler Konağı

Eskiciler Konağı ist ein historisches Wohnhaus in Eğirdir in der Provinz Isparta. Es steht unter Denkmalschutz zweiten Grades. Nach vierjähriger Restaurierung wurde es 2020 wieder zur Nutzung geöffnet. Wenn du nach einem historischen Herrenhaus in Isparta suchst, ist seine Lage in Eğirdir die entscheidende geografische Angabe.

Traditionelle Wohnarchitektur findest du auch im Stadtzentrum von Isparta. Beispiele für die meist zweigeschossigen Häuser der Stadt stehen in den Vierteln Kepeci, Çelebiler, Doğancı, Dere, Karaağaç und Yayla. Du kannst somit das namentlich bekannte Herrenhaus in Eğirdir von der größeren Gruppe traditioneller Wohnhäuser in der Provinzhauptstadt unterscheiden.

Außerhalb des Zentrums: Yalvaç, Eğirdir und Kapıkaya

Schriftliche Quellen schreiben die Gründung von Antiochia in Pisidien (Pisidia Antiokheia) bei Yalvaç der Dynastie der Seleukiden im frühen dritten Jahrhundert v. Chr. zu. Seit 2008 leitet Mehmet Özhanlı die Ausgrabungen. Diese archäologische Stätte erweitert die Geschichte der Provinz um eine Zeit, die weit vor den urkundlich belegten osmanischen Stadtvierteln Ispartas liegt.

In Eğirdir datiert die Inschrift am Hauptiwan der Dündar-Bey-Medrese (Dündar Bey Medresesi) deren Bau auf 1301–1302. Sie besagt, dass das Gebäude auf Befehl von Hamidoğlu Dündar Bey errichtet wurde. Die Inschrift liefert damit ein konkretes Baudatum für dieses Denkmal der mittelalterlichen Provinzgeschichte.

Kapıkaya bietet eine andere Art historischer Stätte. Sie liegt fünf Kilometer vom Dorf Güneyce entfernt. Dort befindet sich ein hufeisenförmiger Versammlungsplatz mit fünf Reihen von Sitzstufen. Diese Anordnung ist ein konkretes architektonisches Merkmal, auf das du achten kannst, wenn du die archäologischen Überreste der Provinz mit ihren Moscheen, Märkten und Wohnhäusern vergleichst.

Zeitleiste

  • Jungpaläolithikum: Die Funde aus der Kapıini-Höhle stammen aus dieser Epoche.
  • Frühes drittes Jahrhundert v. Chr.: Schriftliche Quellen schreiben die Gründung von Antiochia in Pisidien der Dynastie der Seleukiden zu.
  • 1204: Der umstrittene Eroberungsbericht Ibn Bibis wird mit Isparta in Verbindung gebracht.
  • 1301–1302: Das in der Inschrift am Hauptiwan der Dündar-Bey-Medrese überlieferte Baudatum.
  • Nach 1391: Der von Feridun Emecen vorgeschlagene Zeitraum für Ispartas wahrscheinlichen Übergang unter osmanische Herrschaft.
  • 1429: Eine Stiftungsurkunde belegt eine Moschee am Standort der Kutlubey-Moschee.
  • 1522: Ein Register verzeichnet 17 Stadtviertel und 437 Haushalte in Isparta.
  • 1561: Die Firdevs-Bey-Moschee und ihr zur Erwirtschaftung von Einnahmen bestimmter Bedesten werden in Auftrag gegeben.
  • 1569: Die İplikçi-Moschee wird in Auftrag gegeben.
  • 1689–1693: Der Dalboyunoğlu-Hamam wird in Auftrag gegeben.
  • 1782–1783: Die Kavaklı-Moschee wird erbaut.
  • 1814: Ein Großbrand zerstört Ispartas Basar; der Bedesten bleibt erhalten.
  • 1914 und 1922: Das Erdbeben zerstört den späteren Bau der Kutlubey-Moschee; 1922 folgt das heutige Gebäude.
  • 1923: Isparta behält unter der Republik seinen Status als Provinzhauptstadt.
  • 2020: Eskiciler Konağı wird nach der Restaurierung wiedereröffnet.

Details, die du in Reiseführern nicht findest

Beim Basarbrand von 1814 blieb der Bedesten als einziges Gebäude des abgebrannten Marktes erhalten. Dieses Detail gibt dem Bau einen weiteren Platz in Ispartas Geschichte, über seine ursprüngliche Funktion als Einnahmequelle der Moschee hinaus. Es verbindet den Handelskomplex mit einem konkreten Zerstörungsereignis.

Die Firdevs-Bey-Moschee besitzt keine Bauinschrift, wohl aber eine Stiftungsurkunde von 1565. Ihre Zuschreibung an Sinan beruht auf ihrer Erwähnung in Architekturtexten wie Tezkiretü’l-Bünyan. Das Baudatum, die Stiftungsurkunde und die architektonische Zuschreibung sind unterschiedliche Bestandteile ihrer historischen Überlieferung.

Die Dündar-Bey-Medrese enthält wiederverwendete byzantinische Säulenkapitelle. Drei davon zeigen an ihren Ecken Adler mit ausgebreiteten Flügeln. Diese Bildhauerarbeiten bringen byzantinisches Baumaterial in das Gebäude ein, dessen Hauptiwan-Inschrift den Bau unter Dündar Bey auf 1301–1302 datiert.

FAQ

Woher kommt der Name Isparta?

Seine Herkunft ist ungewiss. Zu den vorgeschlagenen Erklärungen gehört eine Entwicklung aus Eis Barida. Eine andere Erörterung berücksichtigt Sporda und Saparta. Die Formen Seberte oder Sabarta bei Ibn Battuta und İsparda bei Neşrî belegen historische Schreibweisen des Namens.

Wann wurde Isparta osmanisch?

Die Datierung ist umstritten. Feridun Emecen vermutet, dass die osmanische Verwaltung wahrscheinlich nach dem Tod Hüseyin Beys im Jahr 1391 begann. Er widerspricht der Darstellung, die Isparta zu den von den Hamidoğulları gekauften Städten zählt.

Liegt Eskiciler Konağı im Stadtzentrum von Isparta?

Eskiciler Konağı liegt in Eğirdir in der Provinz Isparta. Das historische Wohnhaus steht unter Denkmalschutz zweiten Grades und wurde 2020 nach vierjähriger Restaurierung wiedereröffnet.

Welche Gebäude veranschaulichen die Geschichte des Stadtzentrums von Isparta?

Beispiele sind die Firdevs-Bey-Moschee mit ihrem Bedesten, die Kutlubey-Moschee, die İplikçi-Moschee, die Kavaklı-Moschee und der Dalboyunoğlu-Hamam. Traditionelle Wohnhäuser sind unter anderem in den Vierteln Kepeci, Çelebiler und Yayla erhalten.

Quellen

  1. Wikipedia — Provinz Isparta en.wikipedia.org
  2. Vikipedi — Isparta tr.wikipedia.org
  3. Gouverneursamt Isparta — Geschichte und geografische Merkmale Ispartas isparta.gov.tr
  4. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Isparta — Archäologische Stätten isparta.ktb.gov.tr
  5. TDV İslâm Ansiklopedisi — Isparta islamansiklopedisi.org.tr
  6. Kulturportal der Türkei — Firdevs-Bey-Moschee (Mimar Sinan) kulturportali.gov.tr
  7. Kulturportal der Türkei — Firdevs-Bey-Bedesten kulturportali.gov.tr
  8. Gouverneursamt Isparta — Zentralbezirk isparta.gov.tr
  9. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Isparta — Moscheen isparta.ktb.gov.tr
  10. Süleyman-Demirel-Universität — Ausgrabung von Antiochia in Pisidien insantoplum.sdu.edu.tr
  11. TDV İslâm Ansiklopedisi — Dündar-Bey-Medrese islamansiklopedisi.org.tr
  12. Anadolu Ajansı — Das in Isparta restaurierte, etwa 115 Jahre alte Herrenhaus aa.com.tr

FAQ

Woher kommt der Name Isparta?

Seine Herkunft bleibt ungewiss. Eine Erklärung stellt eine Verbindung zu Eis Barida her. Eine andere Erörterung berücksichtigt die Formen Sporda und Saparta. Historische Aufzeichnungen enthalten außerdem Seberte, Sabarta und İsparda.

Wann kam Isparta unter osmanische Herrschaft?

Der Zeitpunkt ist umstritten. Feridun Emecen vermutet, dass die Stadt wahrscheinlich nach dem Tod Hüseyin Beys im Jahr 1391 unter osmanische Herrschaft kam. Er widerspricht damit der Darstellung, Isparta habe zu den von den Hamidoğulları gekauften Städten gehört.

Wo liegt Eskiciler Konağı?

Eskiciler Konağı liegt in Eğirdir in der Provinz Isparta. Das historische Wohnhaus steht unter Denkmalschutz zweiten Grades und wurde 2020 nach vierjähriger Restaurierung wiedereröffnet.

Welche historischen Gebäude stehen im Stadtzentrum von Isparta?

Dazu gehören die Firdevs-Bey-Moschee und ihr Bedesten, die Kutlubey-Moschee, die İplikçi-Moschee, die Kavaklı-Moschee, der Dalboyunoğlu-Hamam und traditionelle Wohnhäuser in mehreren Stadtvierteln.

Image: Isparta, Isparta Merkez-Isparta Province, Turkey – panoramio.jpg — Ramazan B., CC BY 3.0

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