Republik Türkei · 1923 –

Ethnografisches Museum Ankara: Atatürk und Sammlung

Das Ethnografische Museum Ankara diente vom 21. November 1938 bis zum 10. November 1953 als vorläufige Ruhestätte Atatürks. Die erhaltene Gedenkstätte steht neben Sammlungen mit Holzarbeiten, Handschriften, Textilien, Waffen, Porzellan und Gegenständen aus dem traditionellen Leben Anatoliens.

8 Min. Lesezeit8 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Ethnografisches Museum Ankara: Atatürk und Sammlung
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Ethnografisches Museum Ankara: Was erwartet dich dort?

Das Ethnografische Museum Ankara (Ankara Etnografya Müzesi) vereint türkische Kunst, traditionelles anatolisches Alltagsleben und Atatürks vorläufige Ruhestätte. Seine sterblichen Überreste wurden am 21. November 1938 hierhergebracht. Sie blieben bis zum 10. November 1953, als sie nach Anıtkabir überführt wurden. Der frühere Grabbezirk ist im Museum als symbolisches Mausoleum erhalten.

Das Museum steht auf dem Namazgâh-Hügel im Stadtbezirk Altındağ in Ankara, an der Strecke zwischen Ulus und Kızılay. Seine Sammlungen zeigen türkische Kunst seit der Seldschukenzeit. Sie bewahren auch Gegenstände aus den Bereichen Kleidung, Wohnen, religiöses Leben und Handwerk. Bei deinem Besuch kannst du sowohl die Gedenkstätte als auch diese Sammlungen erkunden.

Die offizielle Museumsbeschreibung nennt zehn Ausstellungssäle. Neun beherbergen Dauerausstellungen, einer dient Wechselausstellungen. Hölzerne Moscheeausstattungen gehören ebenso zu den Sammlungen wie Handschriften, Teppiche, Porzellan und traditionelle Kleidung. Atatürks Gedenkstätte ergänzt diese Sammlung materieller Kultur um eine weitere historische Ebene.

Wie wurde das Museum zu Atatürks vorläufiger Ruhestätte?

Atatürks sterbliche Überreste wurden am 21. November 1938 in einer Zeremonie zum Ethnografischen Museum Ankara gebracht. Der Mausoleumsbereich in der Eingangshalle wurde zu seinem vorläufigen Grab. Diese Phase dauerte bis zum 10. November 1953. Wenn du den Orten des Atatürk-Gedenkens in Ankara folgst, erklären diese Daten die Verbindung des Museums mit Anıtkabir.

Die Überführung nach Anıtkabir fand an seinem fünfzehnten Todestag statt. Das Museum bewahrt daher den Ort seiner früheren Ruhestätte. Zum symbolischen Mausoleum gehört eine Inschrift aus weißem Marmor mit den Jahreszahlen 1938–1953. An diesen Daten kannst du einen klar umrissenen Abschnitt der Gebäudegeschichte ablesen.

Die Umgestaltung veränderte auch das Gebäude selbst. Der Innenhof wurde zum vorläufigen Grabbereich. Sein zentraler Marmorbrunnen wurde in den Garten versetzt, und die offene Dachfläche wurde geschlossen. Die Entstehung der Gedenkstätte veränderte damit auch die räumliche Gestaltung des Museums.

Das Ethnografische Museum Ankara öffnete 1956 nach der Überführung von Atatürks sterblichen Überresten wieder für Besucher. Das erhaltene Mausoleum machte die frühere Nutzung des Raums weiterhin sichtbar. Zugleich erfüllte das wiedereröffnete Haus seine Aufgabe als Museum für türkische Kunst und traditionelle anatolische Kultur.

Wer entwarf das Ethnografische Museum Ankara, und wann wurde es eröffnet?

Das Museum wurde unter Atatürks Leitung geplant und gebaut. Sein Architekt war Arif Hikmet Koyunoğlu. Die Vorbereitungen begannen 1924 unter der Aufsicht des ungarischen Turkologen J. Mészáros. Laut Museumsbroschüre des Ministeriums wurde der Grundstein am 25. September 1925 gelegt.

Mehrere Daten kennzeichnen seine Entstehung. Hamit Zübeyir Koşay wurde am 1. Juni 1927 der erste Direktor. Seine Ernennung gilt als Gründungsdatum des Museums. Die offizielle Museumsgeschichte bezeichnet den Besuch des afghanischen Königs Amanullah Khan am 27. Mai 1928 als erste Eröffnung. Der öffentliche Besuchsbetrieb begann am 18. Juli 1930.

Vor dem Museum steht ein bronzenes Reiterstandbild Atatürks. Der italienische Bildhauer Pietro Canonica erhielt 1927 den Auftrag dafür. Das Standbild und Koyunoğlus Gebäude gehören zur frühen Geschichte des Museums, bevor dessen Eingangsbereich zu Atatürks vorläufiger Ruhestätte wurde.

Zeitleiste

  • 1924: Die Vorbereitungen begannen unter dem ungarischen Turkologen J. Mészáros.
  • 25. September 1925: Laut Ministeriumsbroschüre wurde der Grundstein des Museums gelegt.
  • 1. Juni 1927: Hamit Zübeyir Koşay wurde zum ersten Direktor ernannt. Dies gilt als Gründungsdatum der Institution.
  • 27. Mai 1928: Amanullah Khan besuchte das Museum. Die offizielle Museumsgeschichte erkennt diesen Anlass als erste Eröffnung an.
  • 18. Juli 1930: Das Museum öffnete für die Öffentlichkeit.
  • 21. November 1938: Atatürks sterbliche Überreste trafen ein. Damit begann die Zeit der vorläufigen Bestattung.
  • 10. November 1953: Seine sterblichen Überreste wurden nach Anıtkabir überführt.
  • 1956: Das Museum öffnete wieder für Besucher.

Was gehört zur Sammlung?

Der Saal für Holzarbeiten zeigt den Mihrab und den Minbar aus der Taşkunpaşa-Moschee. Dort befindet sich auch die hölzerne Grabtruhe von Ahi Şerafettin. Nach diesen konkreten Werken kannst du innerhalb der umfassenderen Präsentation türkischer Kunst gezielt Ausschau halten. Die Holzarbeiten umfassen Ausstattungsstücke aus Moscheen ebenso wie Gegenstände des Totengedenkens.

Der Handschriftensaal enthält handgeschriebene Korane aus dem 13. bis 19. Jahrhundert. Er zeigt außerdem das persische Werk Cem-i Tarih aus dem 16. Jahrhundert. Die Sammlung erstreckt sich damit über mehrere Jahrhunderte. Die persische Handschrift ergänzt die Koranausstellung um ein eigenes, namentlich bekanntes Werk.

Der Saal für Sufi-Gegenstände umfasst Besitztümer von Derwischen aus dem 19. Jahrhundert. Dazu gehören mütteka, nefir, keşkül und teslim taşı. Diese Ausstellung ordnet Gegenstände aus dem Derwischleben in die Darstellung anatolischer Kultur ein. Sie erweitert die religiösen Sammlungen über hölzerne Moscheeausstattungen und handgeschriebene Texte hinaus.

Die Waffensammlung enthält osmanische Bögen, Pfeile, Steinschlosspistolen, Gewehre, Schwerter und Yatagane. Sie umfasst sowohl Schusswaffen als auch Blankwaffen. Wenn du diesen Teil der Sammlung betrachtest, helfen dir die verschiedenen Objektarten dabei, das Gesehene einzuordnen.

Im Saal für Fliesen und Porzellan ist Yıldız-Porzellan aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Eine andere Ausstellung reicht deutlich weiter zurück: Der Saal für Metall-, Glas- und Terrakottaobjekte enthält uigurische Wandfresken aus dem 9. bis 11. Jahrhundert. Wenn du die Sammlung nach Epochen erkundest, solltest du diese Fresken im Blick behalten.

Das Museum besitzt außerdem türkische Kunstwerke verschiedener Epochen, die Besim Atalay stiftete. Er war Mitglied der Großen Nationalversammlung der Türkei. Eine Fachbibliothek widmet sich der Ethnografie Anatoliens, der Volkskunde und der Kunstgeschichte. Sowohl die Schenkung als auch die Bibliothek gehören neben den Ausstellungssälen zur Institution.

Wie verbinden Textilien und Kleidung die Sammlung mit dem Alltag?

Die Teppich- und Kelimsammlung umfasst Webarbeiten aus Uşak, Bergama, Kula, Milas, Ladik, Karaman, Niğde und Kırşehir. Diese Ortsnamen zeigen die regionale Vielfalt der Textilsammlung. Neben der Betrachtung der Objekte kannst du anhand ihrer Herkunft verfolgen, wo die ausgestellten Webarbeiten entstanden.

Zur traditionellen Kleidung gehören Frauen- und Männerstrümpfe aus der Region Sivas. Die Sammlung enthält außerdem Holzschuhe, Brautkleidung und Rasiersets für Bräutigame. Strümpfe und Schuhe stellen einen direkten Bezug zum Alltag her: zum Ankleiden. Brautkleidung und Rasierutensilien dokumentieren zugleich die Vorbereitungen auf die Hochzeit.

Der Saal des Ankara-Hauses zeigt häusliche Innenräume. Zu seinen Exponaten gehört ein originales Deckenmittelstück aus einem Herrenhaus in Ankara aus dem 17. Jahrhundert. Neben Kleidung und Textilien vermittelt dieses erhaltene Bauelement einen Eindruck vom Wohnumfeld. Es lenkt den Blick auf einen Teil des Raums, den Besucher leicht übersehen.

Details, die du in Reiseführern nicht findest

Zum Haupteingang führt eine Treppe mit 28 Stufen. Zusammen mit der Lage auf dem Namazgâh-Hügel prägt sie den Zugang zum Museum. Das bronzene Reiterstandbild Atatürks vor dem Gebäude wurde 1927 in Auftrag gegeben. Es ist ein weiteres Zeugnis der frühen Museumsgeschichte, das du vor dem Betreten entdecken kannst.

Der Marmorbrunnen des Innenhofs wurde in den Garten versetzt, als der Hof zu Atatürks vorläufigem Grab wurde. Auch die offene Dachfläche wurde geschlossen. Diese Veränderungen erklären, warum die Gedenkstätte sowohl zur Architekturgeschichte als auch zur Erinnerungsgeschichte des Gebäudes gehört.

Der ausgestellte Bardız-Kelim wurde gewebt, um ihn Befehlshabern der Kaukasusfront zu überreichen. Er erinnerte an die Befreiung der Sandschaks Kars und Batum von der russischen Besatzung. Die geplante Übergabe verleiht diesem Textil einen historischen Zweck, der über seinen Platz in einer Websammlung hinausgeht.

Die Ministeriumsbroschüre bildet eine bootsförmige Kalligrafietafel ab. Darauf ist eine Basmala in Form eines Storches angeordnet. Sie trägt die Signatur Hüsnü und die Hidschra-Jahreszahl 1305. Form, Inschrift, Signatur und Datum bieten dir mehrere konkrete Details, die du an einem einzigen Werk betrachten kannst.

Wo liegt das Museum, und welche Öffnungszeiten gelten?

Die offizielle Adresse lautet Hacettepe Mahallesi, Türkocağı Sokak No: 4, Opera, Ankara. Das Museum liegt in Altındağ auf dem Namazgâh-Hügel, an der Strecke zwischen Ulus und Kızılay. Für die Planung deiner Anfahrt kannst du die Straßenadresse verwenden.

Die offiziellen Besuchsinformationen, abgerufen am 25. Oktober 2026, nennen für den Sommer Öffnungszeiten von 08:30–19:00 Uhr. Im Winter gelten 09:00–17:30 Uhr. Diese saisonalen Zeiten geben den angegebenen Rahmen für deinen Besuch der Gedenkstätte und der Sammlungen vor.

FAQ

Ist Atatürk noch im Museum bestattet?

Nein. Atatürks sterbliche Überreste wurden am 10. November 1953 nach Anıtkabir überführt. Seine frühere Ruhestätte ist als symbolisches Mausoleum erhalten. Eine Inschrift aus weißem Marmor trägt die Jahreszahlen 1938–1953.

Was sind die wichtigsten Sammlungen?

Das Museum beherbergt Holzarbeiten, Handschriften, Derwischgegenstände, osmanische Waffen, Porzellan, Teppiche, Kelims und traditionelle Kleidung. Zu den namentlich genannten Exponaten gehören die Ausstattungsstücke der Taşkunpaşa-Moschee und die hölzerne Grabtruhe von Ahi Şerafettin.

Warum werden für das Museum mehrere Eröffnungsdaten genannt?

Die Ernennung des ersten Direktors 1927 markiert seine Gründung. Amanullah Khans Besuch 1928 gilt als erste Eröffnung. Der öffentliche Besuchsbetrieb begann 1930. Im Jahr 1956 wurde das Museum wiedereröffnet.

Quellen

  1. TDV-Enzyklopädie des Islam — Ethnografisches Museum Ankara islamansiklopedisi.org.tr
  2. Universität Ankara — Ethnografisches Museum Ankara cagdasmuzebilim.ankara.edu.tr
  3. Generaldirektion für Kulturerbe und Museen — Englische Museumsbroschüre muze.gov.tr
  4. Turkish Museums — Ethnografisches Museum Ankara turkishmuseums.com
  5. Ministerium für Kultur und Tourismus — Ethnografisches Museum Ankara ktb.gov.tr
  6. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Ankara — Ethnografisches Museum ankara.ktb.gov.tr
  7. Vikipedi — Ethnografisches Museum Ankara tr.wikipedia.org
  8. Wikipedia — Ethnografisches Museum Ankara en.wikipedia.org

FAQ

Wo liegt das Ethnografische Museum Ankara?

Das Museum steht auf dem Namazgâh-Hügel in Altındağ, an der Strecke zwischen Ulus und Kızılay. Die offizielle Adresse lautet Hacettepe Mahallesi, Türkocağı Sokak No: 4, Opera, Ankara.

Ist Atatürk noch im Ethnografischen Museum Ankara bestattet?

Nein. Seine sterblichen Überreste ruhten dort vom 21. November 1938 bis zur Überführung nach Anıtkabir am 10. November 1953. Die frühere Ruhestätte ist als symbolisches Mausoleum erhalten.

Was kannst du in der Sammlung des Museums sehen?

Die Sammlungen umfassen hölzerne Moscheeausstattungen, Handschriften, Derwischgegenstände, osmanische Waffen, Yıldız-Porzellan, Teppiche, Kelims und traditionelle Kleidung.

Wann wurde das Ethnografische Museum Ankara eröffnet?

Der Besuch Amanullah Khans am 27. Mai 1928 gilt als erste Eröffnung. Für die Öffentlichkeit öffnete das Museum am 18. Juli 1930. Nach der Überführung von Atatürks sterblichen Überresten wurde es 1956 wiedereröffnet.

Image: Ethnography Museum of Ankara.jpg — Bernard Gagnon, CC BY-SA 3.0

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