Der Zweite Burenkrieg (İkinci Boer Savaşı) begann, weil Großbritannien Südafrika (Güney Afrika) unter seiner Flagge vereinen wollte. Dieser Anspruch kollidierte mit der Unabhängigkeit von Transvaal und dem Oranje-Freistaat (Orange Özgür Devleti). Der Goldbergbau und die Rechte der Uitlander verschärften die Spannungen. Zwischen dem 11. Oktober 1899 und dem 31. Mai 1902 besiegte Großbritannien die Republiken durch Verstärkungen aus dem Empire, die Einnahme ihrer Hauptstädte, befestigte Sperren, die Verwüstung ländlicher Gebiete und die Internierung von Zivilisten.
Die Einnahme Pretorias im Juni 1900 beendete die Kämpfe nicht: Burische Truppen setzten den Krieg als Guerillakrieg fort. Wenn du den Konflikt von den Goldminen über die Lager auf dem Land bis zum Friedensvertrag verfolgst, erkennst du zwei unterschiedliche militärische Aufgaben: Gebiete einzunehmen und den Gegner zur Kapitulation zu bringen.
Warum führten die Spannungen zwischen Großbritannien und den Burenrepubliken zum Krieg?
Das britische Engagement am Kap begann lange vor den Goldfunden. Großbritannien besetzte das Kap 1795, um den Seeweg nach Osten zu kontrollieren, und nahm es 1806 erneut ein. Die Kontrolle über das Kap war damit Teil eines längeren Ringens um Territorien und imperiale Macht.
Ab 1835 zogen innerhalb von ungefähr einem Jahrzehnt etwa 14.000 Siedler niederländischer Abstammung ins Landesinnere. Die britische Herrschaft, Landmangel und die Abschaffung der Sklaverei trugen zu diesem Großen Treck (Büyük Göç) bei. Diese Wanderungsbewegungen gehören zur Vorgeschichte der späteren Auseinandersetzung um die burische Unabhängigkeit.
Im Ersten Burenkrieg (Birinci Boer Savaşı) von 1880–1881 widersetzten sich die Buren in Transvaal der britischen Annexion. Sie brachten den britischen Truppen mehrere Niederlagen bei. 1899 strebte Großbritannien danach, ganz Südafrika unter seiner Flagge zu vereinen. Transvaal und der Oranje-Freistaat wollten ihre Unabhängigkeit bewahren. Diese Ziele widersprachen einander unmittelbar.
Am 30. Mai 1899 begannen in Bloemfontein Verhandlungen zwischen Paul Kruger und dem britischen Hochkommissar Alfred Milner. Sie führten zu keiner Einigung. Am 9. Oktober stellte Transvaal ein Ultimatum und verlangte den Abzug britischer Truppen. Dessen Ablehnung führte am 11. Oktober zum Krieg. Am 12. Oktober griffen burische Truppen die Kapkolonie und Natal an.
Wie verschärften Goldbergbau und Uitlanderfrage die Spannungen?
Die Entdeckung von Gold in Transvaal im Jahr 1886 zog viele englischsprachige Uitlander an. Ihre Ankunft verstärkte die Sorge der burischen Regierung um ihre Unabhängigkeit. Politisch ging es darum, wer an der Regierung einer Republik mitwirken durfte, deren Goldindustrie immer mehr Zuwanderer anzog.
Die Wahlbestimmungen gaben diesem Streit eine konkrete Form. Die Gesetzgebung Transvaals von 1890 verlangte einen Aufenthalt von 14 Jahren, um an den Präsidentschaftswahlen und den Wahlen zum ersten Volksraad teilnehmen zu dürfen. Für den zweiten Volksraad genügten zwei Jahre Staatsbürgerschaft. Es gab also unterschiedliche Wege zur politischen Beteiligung statt einer einheitlichen Beschränkung.
Auch die Kosten des Bergbaus führten zu Konflikten zwischen Krugers Regierung und der Bergbaukammer. Staatliche Konzessionen im Eisenbahntransport und in der Dynamitproduktion erhöhten die Kosten. Du kannst das mit deinem Alltagsbudget vergleichen: Transportgebühren wirken sich auf die Endrechnung aus. Hier waren die Eisenbahntarife Teil eines Streits zwischen einem bedeutenden Wirtschaftszweig und der Regierung.
Der gescheiterte Jameson Raid von 1896 sollte einen Aufstand der Uitlander auslösen. Er beschädigte die Beziehungen zwischen Großbritannien und den burischen Regierungen weiter. Gold, politische Rechte und der Überfall verschärften einen Konflikt, der bereits in gegensätzlichen Zielen für Südafrika wurzelte.
Wie besiegte Großbritannien die Burenrepubliken militärisch?
Großbritannien erlitt zu Beginn bedeutende Niederlagen. Während der Schwarzen Woche vom 10. bis zum 15. Dezember 1899 besiegten burische Streitkräfte britische Truppen in wichtigen Schlachten. Zugleich belagerten sie Ladysmith, Mafeking und Kimberley. Die ersten Feldzüge brachten Großbritannien keinen schnellen Sieg.
Großbritannien verstärkte seine Truppen mit Einheiten aus Gebieten des Empire, darunter Kanada und Australien. Im gesamten Kriegsverlauf mobilisierte es mehr als 400.000 Soldaten. Die Truppen von Lord Roberts nahmen am 13. März 1900 Bloemfontein ein. Am 5. Juni eroberten sie Pretoria, die Hauptstadt Transvaals.
Die burische Kriegführung änderte sich bereits vor dem Fall Pretorias. Am 17. März 1900 beschloss ein burischer Kriegsrat in Kroonstad eine Guerillastrategie. Kleine, bewegliche Einheiten sollten britische Transportwege und Nachrichtenverbindungen angreifen. Der Verlust der Hauptstädte beendete den organisierten Widerstand deshalb nicht.
Großbritannien reagierte auf die Beweglichkeit der Guerillakämpfer mit kleinen Befestigungen, die dauerhaft mit Truppen besetzt waren. Telefonleitungen und Stacheldraht verbanden diese Posten. Sie sollten die Bewegungsfreiheit der Buren einschränken. Begleitet wurde dieses System von der Zerstörung ländlicher Siedlungen und der Verschleppung von Zivilisten in Lager.
Wie wirkten sich Guerillakrieg, verbrannte Erde und Lager auf Zivilisten aus?
Bei ihren Operationen nach dem Prinzip der verbrannten Erde zerstörten britische Truppen etwa 30.000 burische Bauernhäuser und mehr als 40 Städte ganz oder teilweise. Frauen und Kinder wurden gewaltsam in Lager gebracht. Die Verwüstung ländlicher Gebiete und die Internierung von Zivilisten wurden zu zentralen Bestandteilen des Kampfes gegen die Guerilla.
Das National Army Museum verzeichnet etwa 28.000 burische Todesopfer in Konzentrationslagern, überwiegend Frauen und Kinder. Nahrung, Wasser, Unterkünfte und hygienische sowie gesundheitliche Bedingungen waren unzureichend. Du kannst den britischen Sieg deshalb nicht allein anhand der Einnahme von Bloemfontein und Pretoria beurteilen: Auch die Todesfälle unter Zivilisten gehören zu seiner Erklärung.
Emily Hobhouse machte die Zustände in den Lagern 1901 öffentlich. Die Fawcett-Kommission untersuchte die Lager zwischen August und Dezember desselben Jahres und bestätigte ihre Befunde weitgehend. Die von Hobhouse aufgedeckten Zustände wurden somit auch von einer offiziellen Kommission untersucht.
Die Zahl von etwa 28.000 bezieht sich auf burische Todesopfer in den Lagern. Schwarze Zivilisten wurden getrennt interniert. Zu den dortigen Regelungen gehörten auch Arbeitsverpflichtungen. Ihre Erfahrungen müssen gesondert untersucht werden. Dazu gehört eine eigene Betrachtung der Todeszahlen.
Warum müssen die Erfahrungen schwarzer Afrikaner gesondert betrachtet werden?
Schwarze Afrikaner waren in verschiedenen Funktionen am Krieg beteiligt. Mindestens 15.000 übernahmen für die Briten bewaffnete Aufgaben. Beide Seiten beschäftigten schwarze Afrikaner außerdem beispielsweise als Wagenführer. Eine Darstellung, die sich auf britische Soldaten und burische Kommandos beschränkt, lässt diese Formen der Beteiligung aus.
Großbritannien brachte schwarze und weiße Zivilisten in getrennten Lagern unter. In den Lagern für Schwarze wurde von Menschen, die als arbeitsfähig galten, Arbeit im Austausch gegen Lebensmittel erwartet. Neben der Internierung waren somit auch Arbeitsverpflichtungen Teil des Lagersystems.
Bei den Todeszahlen ist eine präzise Formulierung nötig. Die amtliche Mindestzahl für die Lager für Schwarze beträgt 14.154. Auf Grundlage von Untersuchungen auf Friedhöfen und unvollständigen Aufzeichnungen schätzt Garth Benneyworth die Zahl auf mindestens 20.000 Tote. Die amtliche Mindestzahl und die höhere Schätzung sind unterschiedliche Angaben. Keine von beiden darf als vollständige, abschließend gesicherte Zahl dargestellt werden.
Die politische Ausgrenzung setzte sich im Friedensschluss fort. Artikel 8 des Friedens von Vereeniging (Vereeniging Antlaşması) vertagte die Entscheidung über das Wahlrecht schwarzer Afrikaner auf die Zeit nach Einführung der Selbstverwaltung. Ihre Beteiligung am Krieg führte im Vertrag zu keiner unmittelbaren Zusage von Wahlrechten.
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Die Loyalitäten der Buren konnten Familien spalten. Piet de Wet, der Bruder des burischen Kommandeurs Christiaan de Wet, schloss sich der britischen Seite an. Er gehörte zu den als „Joiners“ bezeichneten Buren. Die gegensätzlichen Positionen der Brüder zeigen, warum die burische Identität keine bestimmte Kriegsloyalität garantierte.
Im Lager Boschhoek hielten am 22. Januar 1901 etwa 1.700 Menschen, überwiegend Basotho, eine Protestversammlung ab. Sie protestierten gegen die Lebensmittelversorgung und dagegen, dass sie für beschlagnahmtes Eigentum keine Entschädigung erhalten hatten. Dies war eine konkrete Protestaktion von Menschen innerhalb des Lagersystems.
Die Arbeit in den Lagern war auch mit dem Bergbau verbunden. Als am 4. Mai 1901 eine Goldmine am Rand wieder öffnete, erhielt die Witwatersrand Native Labour Association die Erlaubnis, Arbeitskräfte aus Konzentrationslagern anzuwerben. Der Goldbergbau gehört damit sowohl zur Geschichte des Konflikts vor dem Krieg als auch zur Geschichte der Arbeit während des Krieges.
Der Frieden von Vereeniging wurde an einem anderen Ort unterzeichnet als in der Stadt, deren Namen er trägt. Die Unterzeichnung fand am 31. Mai 1902 im Melrose House in Pretoria statt. Wenn du den Vertrag anhand von Ortsnamen verfolgst, unterscheide also zwischen seinem Namen und dem Ort seiner Unterzeichnung.
Zeitleiste
- 1795 und 1806: Großbritannien besetzte das Kap zunächst und nahm es später erneut ein.
- 1835–1840er-Jahre: Burische Siedler zogen während des Großen Trecks ins Landesinnere.
- 1880–1881: Transvaal widersetzte sich im Ersten Burenkrieg der britischen Annexion.
- 1886: Goldfunde beschleunigten die Einwanderung der Uitlander.
- 1896: Der Jameson Raid scheiterte.
- 30. Mai 1899: Die Konferenz von Bloemfontein begann, führte aber zu keiner Einigung.
- 9.–11. Oktober 1899: Transvaal stellte sein Ultimatum; nach dessen Ablehnung folgte der Krieg.
- 10.–15. Dezember 1899: Großbritannien erlitt während der Schwarzen Woche schwere Niederlagen.
- 13. März–5. Juni 1900: Britische Truppen nahmen Bloemfontein und Pretoria ein.
- 1900–1902: Guerillakrieg, die Verwüstung ländlicher Gebiete und Lager prägten den Konflikt.
- 1901: Die Enthüllungen von Hobhouse und die Fawcett-Kommission machten die Lagerbedingungen öffentlich.
- 31. Mai 1902: Der Frieden von Vereeniging beendete den Krieg.
- 1910: Vier Kolonien vereinigten sich zur Südafrikanischen Union (Güney Afrika Birliği).
Was änderte der Frieden von Vereeniging?
Artikel 1 verpflichtete die burischen Streitkräfte, ihre Waffen abzugeben und Eduard VII. als ihren rechtmäßigen Herrscher anzuerkennen. Damit endete die Unabhängigkeit der Republiken. Artikel 2 sah vor, dass burische Gefangene aus Übersee heimkehren durften, sobald Transport und Versorgung es erlaubten. Voraussetzung war, dass sie den Status britischer Untertanen annahmen.
Artikel 7 versprach für Transvaal und die Oranjeflusskolonie einen Übergang von der Militärverwaltung zu einer zivilen Regierung. Die Selbstverwaltung sollte folgen, sobald die Bedingungen dies zuließen. Artikel 10 sah 3 Millionen Pfund vor, um Menschen zu helfen, die wegen ihrer Kriegsverluste ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten konnten. Die Mittel sollten ihnen ermöglichen, sich wieder anzusiedeln und die Produktion wieder aufzunehmen.
Der Friedensschluss verband die burische Kapitulation mit zugesagten politischen Veränderungen und Wiederaufbauhilfe. Zugleich vertagte er die Frage des Wahlrechts schwarzer Afrikaner. 1910 vereinigten sich die Kapkolonie, Natal, Transvaal und der Freistaat zur Südafrikanischen Union. Dabei entstand eine politische Ordnung, die die schwarze Bevölkerungsmehrheit von der Macht ausschloss.
FAQ
War Gold die einzige Ursache des Krieges?
Nein. Die Goldfunde und die Rechte der Uitlander verschärften die Spannungen. Zugleich kollidierten Großbritanniens regionale Machtansprüche mit dem Willen der Republiken, unabhängig zu bleiben.
Beendete die Einnahme Pretorias den Krieg?
Nein. Großbritannien nahm Pretoria am 5. Juni 1900 ein. Burische Guerillakämpfer kämpften weiter. Der Krieg endete am 31. Mai 1902.
Waren schwarze Afrikaner nur als Zivilisten beteiligt?
Nein. Mindestens 15.000 übernahmen bewaffnete Aufgaben für Großbritannien. Beide Seiten beschäftigten schwarze Afrikaner außerdem beispielsweise als Wagenführer.
Stellte der Friedensvertrag die burische Unabhängigkeit wieder her?
Nein. Er verlangte die Kapitulation und die Anerkennung Eduards VII. Zugleich versprach er einen Übergang zur Selbstverwaltung unter britischer Hoheit.
Quellen
- Türkische Wikipedia — Zweiter Burenkrieg tr.wikipedia.org
- Südafrikanische Regierung — Geschichte gov.za
- Martin Marix Evans — Enzyklopädie des Burenkriegs sahistory.org.za
- Englische Wikipedia — Zweiter Burenkrieg en.wikipedia.org
- Anglo-Boer War Museum — Einführung in den Krieg wmbr.org.za
- National Army Museum — Burenkrieg nam.ac.uk
- Anglo-Boer War Museum — Konzentrationslager wmbr.org.za
- South African History Online — Konzentrationslager für Schwarze während des Zweiten Burenkriegs, 1900–1902 sahistory.org.za
- South African History Online — Friedensvertrag von Vereeniging: Transkript sahistory.org.za
FAQ
Warum begann der Zweite Burenkrieg?
Großbritannien wollte Südafrika unter seiner Flagge vereinen. Transvaal und der Oranje-Freistaat wollten ihre Unabhängigkeit bewahren. Der Goldbergbau, die politischen Rechte der Uitlander und gescheiterte Verhandlungen verschärften diesen Konflikt.
Wie besiegte Großbritannien die Burenrepubliken?
Großbritannien mobilisierte im Verlauf des Krieges mehr als 400.000 Soldaten und nahm die Hauptstädte beider Republiken ein. Anschließend schränkte es die Bewegungsfreiheit der Guerillakämpfer durch befestigte Posten und Stacheldraht ein, zerstörte ländliche Siedlungen und internierte Zivilisten in Lagern.
Wie viele Menschen starben in den Zivillagern?
Das National Army Museum nennt etwa 28.000 burische Todesopfer, überwiegend Frauen und Kinder. Für die Lager für Schwarze beträgt die amtliche Mindestzahl 14.154 Tote. Garth Benneyworth schätzt die Zahl auf mindestens 20.000.
Was änderte der Frieden von Vereeniging?
Er beendete die Unabhängigkeit der Burenrepubliken. Die burischen Streitkräfte mussten ihre Waffen abgeben und Eduard VII. anerkennen. Der Vertrag versprach einen Übergang zur Selbstverwaltung, vertagte aber die Entscheidung über das Wahlrecht schwarzer Afrikaner.
Image: SA-S654b-Boer War-Mafeking-10 Shillings (1900).jpg — National Museum of American History, Public domain






