Der bronzezeitliche Hortfund vom Schlachtfeld bei Keresztes erschließt eine viel ältere Vergangenheit an einem Ort, der mit dem osmanischen Sieg von 1596 verbunden ist. Ein Bronzegefäß und drei Armspiralen werden ungefähr in das 13.–11. Jahrhundert v. Chr. datiert. Sie sind damit rund 2.500 Jahre älter als die Schlacht. Mit der Mitteilung des Museums vom 4. November 2026 kam zu den zwei zunächst im Gelände erkannten Spiralen eine dritte hinzu.
Gerade dieser Wechsel von zwei auf drei Spiralen macht den Fund über seinen Entdeckungsort hinaus interessant. Du kannst den Weg der Objekte vom Signal eines Metalldetektors bis zur Freilegung im Labor verfolgen. Dort wurde ihre Anordnung fotografisch und dreidimensional dokumentiert. Die Geschichte verbindet eine bronzezeitliche Niederlegung, ein späteres osmanisches Schlachtfeld und geplante Untersuchungen von Erde und möglichen Rückständen.
Wo wurde der Hortfund von Keresztes entdeckt?
Der Fund stammt aus Mezőkeresztes (türkisch: Haçova), einem Ort im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén in Nordungarn. Türkischen Lesern ist der Ort unter diesem türkischen Namen bekannt. Die verschiedenen Namen verbinden denselben Ort mit unterschiedlichen Darstellungen seiner Vergangenheit. Wenn du in einer osmanischen Geschichte auf Haçova und in einem englischen Bericht über die Bronzeobjekte auf Keresztes stößt, geht es um dasselbe Schlachtfeld und seine Umgebung.
Die Schlacht bei Keresztes fand vom 24.–26. Oktober 1596 statt. Die osmanische Armee unter Mehmed III. traf auf habsburgisch-siebenbürgische Truppen unter Maximilian III. und Sigismund Báthory. Die Schlacht endete mit einem osmanischen Sieg im Langen Türkenkrieg von 1593–1606. Diese Militärgeschichte erklärt das Forschungsprojekt zum Schlachtfeld, bei dem die wesentlich älteren Objekte zutage kamen.
Das Bronzegefäß und die Spiralen gehören in eine andere Epoche. Ihre vorgeschlagene Datierung fällt in die späte Bronzezeit, ungefähr in das 13.–11. Jahrhundert v. Chr. Grundlage dafür sind ihre Formen und Verzierungen. Ihr Fund innerhalb des Forschungsgebiets verbindet die Entdeckung mit dem Schlachtfeldprojekt. Zeitlich liegen die Objekte jedoch rund 2.500 Jahre vor den Kämpfen.
Wie kamen die Bronzeobjekte bei der Schlachtfeldforschung ans Licht?
Zum Zeitpunkt der Berichte von 2026 lief das Projekt zur Erforschung des Schlachtfelds von Mezőkeresztes bereits seit etwa einem Jahrzehnt. Sein Untersuchungsgebiet umfasst mehr als 100 Quadratkilometer. Historische Quellen und Archivmaterial halfen dabei, dieses Gebiet einzugrenzen. Der Bronzefund ging somit aus einer großräumigen Untersuchung des Schlachtfelds und seiner Umgebung hervor. Deren geografischer Umfang reicht weit über das Gefäß selbst hinaus.
Der ehrenamtlich in der Archäologie tätige Zoltán Vágó ortete das Signal, das zur Entdeckung des Fundensembles führte. Bei der ersten Untersuchung im Gelände zeigte sich ein großes Bronzegefäß mit zwei spiralförmigen Armschmuckstücken im Inneren. Der Archäologe und Projektleiter Gábor Bakos führte die Ausgrabung vor Ort gemeinsam mit dem Geografen András Gömöri durch. Gömöri ist mit der Universität Miskolc und BORBAS verbunden.
Diese ersten Beobachtungen hielten einen wichtigen Zusammenhang fest: Die Spiralen lagen im Gefäß. Es handelte sich um mehr als mehrere Bronzeobjekte, die verstreut im Forschungsgebiet gefunden worden waren. Ein Behälter und sein Inhalt waren gemeinsam erhalten geblieben. Diese Anordnung zu bewahren, wurde zu einem zentralen Ziel des nächsten Arbeitsschritts. Dafür wurde das Gefäß mitsamt seinem Inhalt im Block geborgen.
Was genau befand sich im Gefäß?
Der erste Bericht aus dem Gelände beschrieb zwei spiralförmige Armschmuckstücke im großen Bronzegefäß. Der ungarische Fundbericht beschreibt ihre Verzierung als verdreht oder gebogen wirkend. Die Bestimmung als Armschmuck hilft dir, dir das Ensemble konkret vorzustellen: ein Bronzegefäß mit Gegenständen, die als persönlicher Schmuck dienten.
Die Freilegung im Labor veränderte die gemeldete Anzahl. In seiner Mitteilung vom 4. November 2026 erklärte das Museum, dass eine dritte Armspirale gefunden worden sei. Der Unterschied zwischen zwei und drei entspricht den verschiedenen Untersuchungsstadien. Zwei Spiralen waren bei der ersten Untersuchung im Gelände sichtbar. Die dritte kam bei der genaueren Arbeit im Labor zum Vorschein.
Das Gefäß und die Spiralen werden anhand ihrer Formen und Verzierungen ungefähr in das 13.–11. Jahrhundert v. Chr. datiert. Darauf beruht die Einordnung des Ensembles in die späte Bronzezeit. Diese Datierung gilt für die Bronzeobjekte selbst. Sie erklärt auch, weshalb der Fund einem Ort, der weithin mit der Schlacht von 1596 verbunden ist, eine frühere Epoche hinzufügt.
Warum wurde das Gefäß mitsamt seinem Inhalt geborgen?
Das Ausgrabungsteam barg das Gefäß im Block, um die Anordnung im Inneren für eine Mikrofreilegung im Labor zu erhalten. So blieb der Inhalt während der Bergung zusammen. Ziel war es, die Lage der einzelnen Objekte sorgfältig zu untersuchen. Beim Trennen der Stücke im Gelände hätten diese Zusammenhänge verloren gehen können. Die dritte Spirale wurde anschließend bei dieser Laborarbeit erkannt.
Du kannst dir die Methode anhand einer alltäglichen Aufgabe vorstellen: Du bewegst einen gefüllten Behälter und möchtest dabei die Anordnung seines Inhalts erhalten. Nimmst du jedes Stück einzeln heraus, veränderst du genau das, was du verstehen willst. In Mezőkeresztes ermöglichte die Bergung mitsamt Inhalt dem Laborteam, diese Anordnung durch eine kontrollierte Abfolge von Freilegung und Dokumentation zu untersuchen.
János Gábor Tarbay und András Gömöri führten die Mikrofreilegung im Labor durch. Gábor Bakos erstellte die dreidimensionalen Modelle. Jeder Arbeitsschritt wurde fotografisch und dreidimensional dokumentiert. Dadurch ließ sich rekonstruieren, wie die Objekte zueinander lagen. Die Dokumentation bewahrt somit mehr als das Aussehen der einzelnen Bronzestücke.
Details, die du in keinem Reiseführer findest
Nach Angaben des Museums ist dies das erste vergleichbare spätbronzezeitliche Fundensemble aus der Region Borsod, das einer Mikrofreilegung unterzogen wurde. Diese Besonderheit betrifft die Methode, mit der die Niederlegung untersucht wurde. Zusammen mit der Entdeckung der dritten Spirale macht sie die Laborarbeit zu einem wesentlichen Teil der Fundgeschichte.
Das Museum hält es außerdem für möglich, dass beim Entfernen der Erde im Inneren der Spiralen kleinere Metallobjekte zum Vorschein kommen. Das ist eine Aussicht für die weitere Untersuchung und keine Ergänzung des bestätigten Fundbestands. Das bekannt gegebene Ensemble besteht aus dem Bronzegefäß und drei Armspiralen. Weitere Reinigungsarbeiten könnten dieses Bild präzisieren.
Mögliche Proben von den Innenflächen des Gefäßes und der Spiralen könnten mittels Py-GC/MS untersucht werden. Dabei soll nach pflanzlichen und tierischen Biomarkern gesucht werden. Diese Untersuchung würde möglichen Spuren an den Objekten nachgehen. Sie würde die Forschung über die sichtbaren Formen und Verzierungen hinaus erweitern. Bislang handelt es sich um eine vorgeschlagene Analysemöglichkeit.
Welche Analysen sind für den Gefäßinhalt geplant?
Aus dem Gefäß entnommene Bodenproben sind für makrobotanische, mikrobotanische und Pollenanalysen vorgesehen. Diese geplanten Untersuchungen betreffen das im Behälter erhaltene Material. Die Mitteilung des Museums stellt die Analysen als künftige Schritte vor. Abgeschlossene Ergebnisse liegen dazu noch nicht vor.
Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn du über den Hortfund liest. Drei Armspiralen sind ein bekannt gegebener Laborbefund. Botanische Untersuchungen, Pollenanalysen und mögliche Biomarkeranalysen sind geplante oder potenzielle Untersuchungen. Wenn du diese Stadien auseinanderhältst, erkennst du, was die Freilegung bereits ergeben hat und was die nächsten Untersuchungen erkunden sollen.
War der Hortfund eine Opfergabe oder ein Versteck zur sicheren Aufbewahrung?
Eine rituelle oder zeremonielle Niederlegung ist eine vorgeschlagene Erklärung für das Ensemble von Mezőkeresztes. Diese Deutung beruht auf der Möglichkeit, dass spätbronzezeitliche Metalldepots zu solchen Zwecken angelegt wurden. Sie bietet einen Ansatz, um das Gefäß und die Schmuckstücke gemeinsam zu verstehen. Als Grund für die Vergrabung dieses konkreten Ensembles ist sie jedoch nicht nachgewiesen.
Eine andere vorgeschlagene Erklärung ist ein Versteck zur sicheren Aufbewahrung. Nach dieser Deutung wurden die wertvollen Gegenstände gemeinsam niedergelegt, um sie zu schützen. Das Gefäß mit den Armspiralen ist der materielle Befund, auf den sich beide Deutungen beziehen. Weder eine rituelle Niederlegung noch eine Verwahrung zum Schutz der Objekte darf für Mezőkeresztes als nachgewiesenes Geschehen dargestellt werden. Warum das Ensemble vergraben wurde, bleibt unbekannt.
Zeitleiste
- 13.–11. Jahrhundert v. Chr.: Vorgeschlagene spätbronzezeitliche Datierung des Bronzegefäßes und der Armspiralen anhand ihrer Formen und Verzierungen.
- 24.–26. Oktober 1596: Im selben Gebiet findet die Schlacht bei Keresztes statt. Sie endet mit einem osmanischen Sieg.
- 4. November 2026: Das Museum gibt die bei der Mikrofreilegung entdeckte dritte Spirale bekannt und stellt die geplanten Analysen vor.
FAQ
Wie alt ist der bronzezeitliche Hortfund von Keresztes?
Die vorgeschlagene Datierung liegt ungefähr im 13.–11. Jahrhundert v. Chr. Die Forschenden stützen diese Einschätzung auf die Formen und Verzierungen des Gefäßes und der Spiralen. Das Ensemble gilt als rund 2.500 Jahre älter als die Schlacht bei Keresztes.
Wurden zwei oder drei Armspiralen gefunden?
Bei der ersten Untersuchung im Gelände waren zwei Spiralen sichtbar. Die Mikrofreilegung im Labor brachte eine dritte ans Licht. Das Museum gab dieses zusätzliche Objekt am 4. November 2026 bekannt.
Stand der Hortfund mit der Schlacht der Osmanen in Verbindung?
Seine Entdeckung stand mit der Erforschung des Schlachtfelds in Verbindung. Die Objekte selbst stammen aus der späten Bronzezeit. Sie sind damit wesentlich älter als der Sieg der osmanischen Armee vom 24.–26. Oktober 1596.
War der Hortfund eine rituelle Opfergabe?
Eine rituelle Niederlegung ist eine vorgeschlagene Erklärung. Daneben kommt ein Versteck zur sicheren Aufbewahrung infrage. Keine der beiden Deutungen ist für dieses Depot nachgewiesen.
Quellen
- Ungarisches Nationalmuseum — Mikrofreilegung des Bronzehortfunds von Mezőkeresztes mnm.hu
- Múlt-kor — Spätbronzezeitlicher Hortfund bei der Erforschung des Schlachtfelds von Mezőkeresztes entdeckt mult-kor.hu
- Wikipedia — Schlacht bei Keresztes en.wikipedia.org
- Vikipedi — Schlacht bei Keresztes tr.wikipedia.org
FAQ
Wie alt ist der bronzezeitliche Hortfund von Keresztes?
Das Gefäß und die Armspiralen werden anhand ihrer Formen und Verzierungen ungefähr in das 13.–11. Jahrhundert v. Chr. datiert. Sie sind damit rund 2.500 Jahre älter als die Schlacht bei Keresztes von 1596.
Wurden zwei oder drei Armspiralen gefunden?
Bei der ersten Untersuchung im Gelände waren zwei Armspiralen sichtbar. Nach der Freilegung im Labor gab das Ungarische Nationalmuseum am 4. November 2026 den Fund einer dritten Spirale bekannt.
Stand der Hortfund mit der Schlacht der Osmanen in Verbindung?
Er wurde bei Forschungen zum Schlachtfeld von Keresztes entdeckt. Die vorgeschlagene Datierung in die späte Bronzezeit liegt rund 2.500 Jahre vor dem dortigen Sieg der Osmanen.
War der Hortfund eine rituelle Opfergabe?
Eine rituelle Niederlegung ist eine mögliche Erklärung. Auch ein Versteck zur sicheren Aufbewahrung kommt infrage. Für diesen Fund ist keine der beiden Erklärungen nachgewiesen.
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