Fachleute knackten den vierstelligen Buchstabencode des Schlosses aus dem Wrack der Ann Francis mithilfe von Mikrocomputertomografie. Damit untersuchten sie sein Inneres, ohne es zu beschädigen. David Williams ordnete in einem dreidimensionalen Scan die inneren Kerben den äußeren Buchstaben zu. Das Ergebnis lautete ANCE. Anschließend stellte das Museumsteam diese Kombination ein und öffnete das Schloss. Bekannt gegeben wurde der Erfolg am 4. November 2026.
Das Bemerkenswerte daran: Die Antwort steckte in einem kleinen Gegenstand, dessen Buchstabenringe sich nach mehr als 400 Jahren noch immer drehen ließen. Du kannst die Entdeckung von einem Sturm vor Margam bis in ein Labor verfolgen, in dem normalerweise Knochen und biologische Strukturen untersucht werden. Die beweglichen Ringe, die inneren Kerben und die dokumentierten Maße zeigen, wie die Untersuchung funktionierte.
Wie enthüllte der Scan den Code des Schlosses?
Amgueddfa Cymru und die Universität Cardiff (Cardiff Üniversitesi) untersuchten das Schloss mit Mikrocomputertomografie, ohne es zu beschädigen. Das Verfahren erzeugte eine dreidimensionale Ansicht seines Inneren. So konnte David Williams untersuchen, wie der verborgene Mechanismus mit den außen sichtbaren Buchstaben zusammenhing.
Williams verfolgte die inneren Kerben im Scan und ordnete sie den äußeren Buchstaben zu. Die richtige Reihenfolge lautete ANCE. Damit verknüpfte er die Stellung der verdeckten Bauteile mit einer außen ablesbaren Kombination.
Das Museumsteam probierte ANCE anschließend am historischen Original aus. Das Schloss öffnete sich. Dieser praktische Versuch bestätigte die in den Tomografieaufnahmen ermittelte Kombination: Bei dieser Buchstabenfolge standen die Teile des Mechanismus so, dass er sich öffnen ließ.
Du kennst das Prinzip vielleicht von einem Zahlenschloss: Du drehst die Ringe, bis die Markierungen in einer Reihe stehen. Beim Schloss der Ann Francis bestanden diese Markierungen aus Großbuchstaben. Der Scan erlaubte Williams, von den verborgenen Kerben auf die sichtbaren Buchstaben zu schließen, mit denen sich das Schloss öffnen ließ.
Die allgemeine Funktionsweise erklärt, warum die Ausrichtung entscheidend war. Bei einem Kombinationsschloss mit mehreren Ringen müssen die inneren Kerben mit den Zähnen eines Stifts fluchten, damit es sich öffnen lässt. Bei der Untersuchung des Schlosses der Ann Francis nutzte das Team den Zusammenhang zwischen inneren Kerben und äußeren Buchstaben, um die nötige Kombination zu bestimmen.
Was für ein Schloss stammt aus dem Wrack der Ann Francis?
Der Museumskatalog beschreibt vier frei drehbare Ringe mit Großbuchstaben. Sie bildeten den sichtbaren Teil des Kombinationssystems. Durch Drehen ließen sich die Buchstaben in jene Reihenfolge bringen, die das Schloss schließlich öffnete.
Insgesamt trägt das Objekt 34 Buchstabenmarkierungen. Davon befinden sich 24 auf den drehbaren Ringen. Weitere 10 stehen auf zwei feststehenden Endplatten. Wenn du dir den Aufbau ansiehst, ist dieser Unterschied wichtig: Der Katalog verzeichnet Buchstaben sowohl auf beweglichen als auch auf unbeweglichen Teilen.
Das Museum gibt als Material eine Kupferlegierung an. In der Berichterstattung wird das Schloss als Messingschloss beschrieben. Im Sammlungseintrag ist Kupferlegierung die Materialkategorie des Objekts. Dort stehen auch seine Maße, sein Gewicht und die Angaben zum Erwerb.
Der Katalog weist außerdem darauf hin, dass dieser Mechanismustyp gelegentlich als Nürnberger Schloss bezeichnet wird. Kombinationsschlösser mit Buchstaben gehören zu einer längeren Geschichte mechanischer Sicherungen. Gerolamo Cardano beschrieb im 16. Jahrhundert ein Kombinationsschloss. In demselben Jahrhundert sank die Ann Francis.
Wie wurde das Schloss dem Schiffswrack zugeordnet?
Die Ann Francis befand sich auf der Rückfahrt aus Spanien (İspanya), als sie am Abend des 28. Dezember 1583 in einen Sturm geriet. Das Schiff sank vor der Küste von Margam nahe Port Talbot. Das Schloss wird diesem Wrack zugeordnet. Als offizieller Fundort ist Morfa Beach in Margam verzeichnet.
Peter Hughes entdeckte zwischen 1996 und 2017 den Großteil der Wrackfunde mit einem Metalldetektor. Seine Suche erstreckte sich über 21 Jahre. Das Schloss gehörte zu den am Strand geborgenen Gegenständen. So verbindet es die spätere Laboruntersuchung mit einer langen Fundgeschichte am Strand.
Hughes erinnerte sich, dass sich die Buchstabenringe leicht drehen ließen, als er das Schloss aus dem Sand barg. Mehr als 400 Jahre waren vergangen, doch die Ringe waren noch beweglich. Diese Beobachtung macht den Zustand des Objekts vor der Entschlüsselung seiner Kombination anschaulich.
In der Nähe des Schlosses wurden spanische Silbermünzen und zwei Münzwägegewichte gefunden. Diese benachbarten Funde gehören zu seinem archäologischen Kontext. Sie bringen den kleinen Schließmechanismus mit Gegenständen in Verbindung, die mit Geld und dem Wiegen von Münzen zu tun hatten.
Was könnte das Schloss gesichert haben?
Die Kuratoren vermuten, dass das Schloss eine kleine Truhe mit Wertgegenständen sicherte. Als möglichen Inhalt nennen sie Geld, Dokumente oder Textilien, die nicht erhalten geblieben sind. Das ist eine Deutung der Verwendung des Objekts. Es handelt sich nicht um nachgewiesene Gegenstände, die aus einer Truhe geborgen wurden.
Die spanischen Silbermünzen und die zwei in der Nähe gefundenen Wägegewichte erklären das Interesse an einer möglichen Verbindung zu Wertsachen. Die angenommene Truhe und ihr Inhalt bleiben jedoch eine Deutung der Kuratoren. Das erfolgreiche Öffnen bestätigte die Kombination des Schlosses. Es klärte nicht, was einst damit gesichert worden war.
Auch die dokumentierte Größe des Objekts gehört dazu. Seine maximale Höhe beträgt 31,8 Millimeter, sein Gewicht 28,5 Gramm. Diese Maße geben dir eine genauere Vorstellung als die allgemeine Bezeichnung als Schatz aus einem Schiffswrack: Es handelte sich um ein kleines Sicherungsbauteil.
Details, die du in keinem Reiseführer findest
Der Ort der Untersuchung liefert ein unerwartetes Detail. An der Universität Cardiff wurden mit der von Williams verwendeten Mikrotomografieanlage normalerweise Knochen und biologische Strukturen untersucht. Bei dieser Untersuchung ermöglichte dasselbe Laborverfahren einen Blick in einen historischen Schließmechanismus aus Metall.
Auch die Beschriftung verdient einen genaueren Blick. J, U, W und Y kommen unter den Buchstaben des Schlosses nicht vor. Der Katalog dokumentiert eine bestimmte Auswahl an Großbuchstaben, verteilt auf die drehbaren Ringe und die feststehenden Platten. Aus dieser konkreten Anordnung ergab sich die funktionierende Kombination ANCE.
Die im Katalog angegebenen 28,5 Gramm Gewicht und 31,8 Millimeter maximale Höhe machen den Mechanismus leichter vorstellbar. Vier frei drehbare Ringe, feststehende Endplatten und 34 Buchstabenmarkierungen gehörten zu einem Objekt dieser Größe. Der Scan musste dieses kompakte Innere erkennbar machen.
Der Bericht über die Bergung ergänzt die Geschichte um ein weiteres Detail. Hughes beschrieb Ringe, die sich nach ihrer langen Zeit im Sand leicht drehen ließen. Zusammen mit dem erfolgreichen Versuch des Museumsteams mit ANCE verbindet seine Beobachtung die Beweglichkeit des geborgenen Objekts mit dessen späterer Öffnung.
Zeitleiste
- 28. Dezember 1583: Die Ann Francis geriet auf der Rückfahrt aus Spanien in einen Sturm und sank vor der Küste von Margam nahe Port Talbot.
- 1996–2017: Peter Hughes entdeckte während eines Zeitraums von 21 Jahren den Großteil der Wrackfunde mit einem Metalldetektor.
- 6. Mai 2025: Amgueddfa Cymru kaufte das Schloss und registrierte es unter der Inventarnummer 2025.17H/2.6.
- 4. November 2026: Die Universität Cardiff gab den durch Mikrotomografie ermittelten Code ANCE und die erfolgreiche Öffnung des Schlosses bekannt.
Wo kannst du das Schloss der Ann Francis sehen?
Das Schloss wird im National Waterfront Museum in Swansea ausgestellt. Sein Sammlungseintrag nennt Morfa Beach in Margam als Fundort. Er dokumentiert außerdem das Erwerbsdatum, das Material und die Inventarnummer. So verknüpft er das ausgestellte Objekt mit seiner dokumentierten Bergung und Museumsgeschichte.
Achte beim Betrachten des Schlosses auf die vier drehbaren Ringe und die zwei feststehenden Endplatten. Der Katalog ordnet den Ringen 24 Buchstabenmarkierungen und den Platten 10 zu. Diese sichtbaren Details bilden das äußere Gegenstück zu den inneren Kerben, die Williams im Scan untersuchte.
FAQ
Wie lautete der Code des Schlosses aus dem Wrack der Ann Francis?
Der Code lautete ANCE. David Williams ermittelte die vierstellige Buchstabenfolge anhand der Tomografieaufnahmen. Das Museumsteam stellte sie am historischen Schloss ein und öffnete es erfolgreich.
Wie wurde der Code ermittelt, ohne das Schloss zu beschädigen?
Amgueddfa Cymru und die Universität Cardiff untersuchten das Innere mit Mikrocomputertomografie. Williams verfolgte die inneren Kerben in den dreidimensionalen Aufnahmen und ordnete ihre Positionen den äußeren Buchstaben zu.
Wann und wo sank die Ann Francis?
Das Schiff sank am Abend des 28. Dezember 1583. Es geriet auf der Rückfahrt aus Spanien in einen Sturm und ging vor der Küste von Margam nahe Port Talbot unter.
Wo befindet sich das Schloss heute?
Das Schloss wird im National Waterfront Museum in Swansea ausgestellt. Amgueddfa Cymru erwarb es am 6. Mai 2025 durch Kauf und registrierte es unter 2025.17H/2.6.
Quellen
- Cardiff University — CT-Aufnahmen helfen, ein 400 Jahre altes Rätsel zu lösen cardiff.ac.uk
- Phys.org / Cardiff University — CT-Aufnahmen enthüllen Buchstabencode phys.org
- Museum Wales — Sammlungseintrag zu einem nachmittelalterlichen Kombinationsschloss aus Kupferlegierung museum.wales
- Wikipedia — Kombinationsschloss en.wikipedia.org
FAQ
Wie lautete der Code des Schlosses aus dem Wrack der Ann Francis?
Der vierstellige Buchstabencode lautete ANCE. Das Museumsteam prüfte die mithilfe der Tomografie ermittelte Kombination und öffnete das Schloss.
Wie fanden die Fachleute die Kombination heraus?
Amgueddfa Cymru und die Universität Cardiff untersuchten das Innere mit Mikrocomputertomografie, ohne das Schloss zu beschädigen. David Williams verfolgte im dreidimensionalen Scan, wie die inneren Kerben mit den äußeren Buchstaben übereinstimmten.
Wann sank die Ann Francis?
Die Ann Francis sank am Abend des 28. Dezember 1583. Auf der Rückfahrt aus Spanien geriet sie in einen Sturm und ging vor der Küste von Margam nahe Port Talbot unter.
Wo wird das Schloss der Ann Francis ausgestellt?
Das Schloss wird im National Waterfront Museum in Swansea ausgestellt. Amgueddfa Cymru kaufte es am 6. Mai 2025.





