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Sagalassos-Brunnen: Die antike Stadt über den Wolken

Sagalassos ist eine Stadt aus der Römerzeit in Pisidien und liegt nahe Ağlasun in Burdur an den Hängen des Akdağ auf 1500–1700 Metern über dem Meeresspiegel. Ihr Antoninenbrunnen wurde zwischen 160 und 180 n. Chr. erbaut, bei einem Erdbeben im 7. Jahrhundert zerstört und führt seit 2010 wieder Wasser.

6 Min. Lesezeit12 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Sagalassos-Brunnen: Die antike Stadt über den Wolken
Sagalassos Antonine Fountain in 2012 2684.jpg

Sagalassos liegt hoch an einem Berghang im Südwesten der Türkei. Es war eine Stadt des antiken Pisidien zur Römerzeit. Heute findest du hier eine archäologische Stätte mit einem restaurierten Brunnen. Dieser Brunnen führt wieder Wasser.

Hier erfährst du, wo die Stätte liegt, wie du sie erreichst und was dort geschah. Außerdem geht es darum, warum der Brunnen so bedeutend ist.

Wo liegt Sagalassos? Lage und Karte

Sagalassos liegt in der Provinz Burdur, etwa 7 Kilometer nördlich der Kreisstadt Ağlasun. Die Ruinen erstrecken sich über die Hänge des Akdağ auf 1500–1700 Metern über dem Meeresspiegel.

Auf der Karte findest du die Stätte in den Bergen oberhalb von Ağlasun, nicht in der Ebene darunter.

Das Kulturportal der Türkei führt Sagalassos unter den Sehenswürdigkeiten von Burdur. Auf der Seite sind Fotos der Stätte von TGA zu sehen.

Anreise nach Sagalassos

Das Ministerium für Kultur und Tourismus beschreibt die Strecke genau. Du verlässt die Fernstraße Burdur–Antalya bei Kilometer 14. Von dort folgst du einer etwa 20 Kilometer langen Straße bis zur Stätte.

Plane die Fahrt als Teil eines Tagesausflugs ein. Die Straße führt bergauf. Auch auf dem Gelände bist du an einem Hang unterwegs.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Prüfe vor deinem Besuch die offizielle Liste für 2026 der Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Burdur. Sie nennt für Sagalassos folgende Zeiten:

  • Öffnung: 09.00 Uhr
  • Kassenschluss: 17.00 Uhr
  • Schließung des Geländes: 17.30 Uhr

Dieselbe Liste nennt folgende Preise:

  • Ausländische Besucher: 8 Euro
  • Türkische Staatsbürger mit Museumskarte: 200 TL
  • Studierende und akademische Angehörige mit Museumskarte: 100 TL

Preise und Öffnungszeiten können sich ändern. Prüfe sie deshalb auf der offiziellen Seite.

Was war Sagalassos?

Das Ausgrabungsprojekt datiert die ersten Siedlungsspuren in Sagalassos in das späte 5. Jahrhundert v. Chr. Später erscheint die Stadt im Bericht Arrians. Ihm zufolge nahm Alexander der Große Sagalassos 333 v. Chr. ein. Dafür brach er den Widerstand auf einem steilen Hügel südlich der Siedlung.

Die römische Herrschaft folgte später. Als Amyntas, König von Galatien, 25 v. Chr. starb, gliederte Augustus Pisidien in die römische Provinz Galatien ein.

Unter Kaiser Hadrian galt Sagalassos als „erste Stadt“ Pisidiens. In der Stadt begann ein umfangreiches Bauprogramm.

Sagalassos war auch eine Handwerkerstadt. Von der Zeit des Augustus bis ins 7. Jahrhundert n. Chr. wurde hier feines Tafelgeschirr mit rotem Überzug hergestellt. Laut den UNESCO-Nominierungsunterlagen wurden bei geophysikalischen Untersuchungen 2004 mehr als 50 Brennöfen im Töpferviertel nachgewiesen.

Der Antoninenbrunnen: Hier fließt wieder Wasser

Der Antoninenbrunnen (türkisch: Antoninler Çeşmesi) steht nördlich der Oberen Agora. Er wurde zwischen 160 und 180 n. Chr. erbaut. Er ist etwa 28 Meter lang und 9 Meter hoch.

Sein Name geht auf die römische Antoninendynastie zurück. Das Ausgrabungsteam betont jedoch, dass es keine Belege für eine Finanzierung durch die damaligen Kaiser gibt.

Wer gab ihn also in Auftrag? Die Quellen sind sich uneinig. Die Generaldirektion für Kulturerbe und Museen vermutet, dass Titus Flavius Severianus Neon und seine Frau die Auftraggeber gewesen sein könnten. Das Ausgrabungsprojekt erklärt dagegen, die Person oder Institution hinter dem Auftrag lasse sich nicht bestimmen.

Ein Erdbeben im 7. Jahrhundert n. Chr. brachte den Brunnen fast vollständig zum Einsturz. Seine Überreste wurden zwischen 1993 und 1996 ausgegraben. Die Restaurierung wurde 2010 abgeschlossen. Noch im selben Jahr begann der Brunnen wieder zu fließen.

Das Wasser wird nicht aus großer Entfernung hergeleitet. Laut Hacı Ali Ekinci, dem Direktor des Museums Burdur, stammt es aus einer natürlichen Quelle am Berg Ağlasun.

Wenn du davorstehst, solltest du eines wissen: Die ausgestellten Statuen sind Kopien. Die bei den Ausgrabungen gefundenen Originale werden im Museum Burdur aufbewahrt.

Zeittafel

  • Spätes 5. Jahrhundert v. Chr.: Aus dieser Zeit stammen die frühesten Siedlungsspuren in Sagalassos.
  • 333 v. Chr.: Alexander der Große nimmt Sagalassos ein.
  • 25 v. Chr.: Pisidien wird Teil der römischen Provinz Galatien.
  • 160–180 n. Chr.: Der Antoninenbrunnen wird erbaut.
  • 7. Jahrhundert n. Chr.: Ein schweres Erdbeben zerstört den Brunnen.
  • 13. Jahrhundert n. Chr.: In kleinen, geschützten Siedlungen auf dem Gelände leben weiterhin Menschen.
  • 1824: Arundell liest Inschriften an den Ruinen und identifiziert sie als Sagalassos.
  • 1990: Unter Marc Waelkens beginnen groß angelegte Ausgrabungen.
  • 1993–1996: Der Antoninenbrunnen wird freigelegt.
  • 6. Februar 2009: Sagalassos wird in die UNESCO-Vorschlagsliste für das Welterbe aufgenommen.
  • 2010: Der restaurierte Brunnen führt wieder Wasser.

Details, die du nicht im Reiseführer findest

Sieben Gesteinsarten. Für den Antoninenbrunnen verwendeten die Erbauer sieben verschiedene Gesteinsarten. Seine Fassade vereinte unterschiedliche Materialien.

Ein Becken mit 81 Kubikmetern. Das Wasser fiel aus etwa 4,5 Metern Höhe herab. Es füllte ein Becken mit einem Fassungsvermögen von 81 Kubikmetern.

Statuen aus Aphrodisias. Zwei Figurengruppen mit Dionysos und einem Satyr gehörten zur ursprünglichen Statuenausstattung des Brunnens. Sie kamen aus Aphrodisias, einer für ihre Bildhauerei berühmten Stadt.

Waschtag. Östlich der Stadt steht ein Brunnen dorischer Ordnung. Er wurde im späten 1. Jahrhundert v. Chr. über einer natürlichen Quelle errichtet, die bis heute Wasser führt. Abnutzungsspuren an seinen Brüstungen zeigen, dass dort auch Wäsche gewaschen wurde. Wenn du schon einmal ein Hemd von Hand im Waschbecken gewaschen hast, hast du dasselbe getan wie die Menschen damals.

Eine Brauerei im Gymnasion. In einem der Räume des Gymnasions von Sagalassos befand sich eine Werkstatt zum Bierbrauen.

Eine Ausgrabungsstätte, die weiter erforscht wird

Der Name der Stadt war lange Zeit unbekannt. 1824 las der englische Geistliche und Altertumsforscher Francis Vyvyan Jago Arundell Inschriften an den Ruinen. Er identifizierte sie als Sagalassos.

Groß angelegte Ausgrabungen begannen 1990 unter Marc Waelkens von der Katholischen Universität Löwen. Dabei wurde neben anderen Monumenten auch der Antoninenbrunnen freigelegt.

Die Geschichte endete nicht mit den großen Monumenten. Laut den UNESCO-Nominierungsunterlagen ging das von Monumentalbauten geprägte städtische Leben zurück. Dennoch lebten in kleinen, geschützten Siedlungen auf dem Gelände bis ins 13. Jahrhundert n. Chr. weiterhin Menschen.

UNESCO-Status

Am 6. Februar 2009 wurde die archäologische Stätte Sagalassos als Kandidatin für den Status als Kulturerbe in die UNESCO-Vorschlagsliste für das Welterbe aufgenommen. Das ist ein erster Schritt. Eine vollständige Aufnahme in die Welterbeliste ist damit noch nicht erfolgt.

Tipps für deinen Besuch

Setze den Brunnen auf deine Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Hier treffen die antike Stadt und eine funktionierende Wasserversorgung aufeinander.

Prüfe zuerst die Öffnungszeiten. Die Kasse schließt um 17.00 Uhr, das Gelände um 17.30 Uhr.

Trage feste Schuhe. Die Ruinen ziehen sich auf 1500–1700 Metern Höhe einen Berghang hinauf.

FAQ

Wo liegt Sagalassos?

Die Stätte liegt in der Provinz Burdur, etwa 7 Kilometer nördlich von Ağlasun, an den Hängen des Akdağ.

Führt der Brunnen von Sagalassos noch Wasser?

Ja. Seit dem Abschluss der Restaurierung 2010 führt der Antoninenbrunnen wieder Wasser. Es stammt aus einer natürlichen Quelle am Berg Ağlasun.

Wie kommt man nach Sagalassos?

Verlasse die Fernstraße Burdur–Antalya bei Kilometer 14. Folge dann der etwa 20 Kilometer langen Straße bis zur Stätte.

Ist Sagalassos UNESCO-Welterbe?

Die vollständige Aufnahme ist noch nicht erfolgt. Sagalassos steht seit dem 6. Februar 2009 auf der Vorschlagsliste.

Was kostet der Eintritt?

Die Liste für 2026 nennt 8 Euro für ausländische Besucher, 200 TL für türkische Staatsbürger mit Museumskarte und 100 TL für Studierende und akademische Angehörige.

Quellen

  1. Kulturportal — Antike Stadt Sagalassos kulturportali.gov.tr
  2. Ministerium für Kultur und Tourismus — Ausgrabungsstätte Sagalassos muze.gov.tr
  3. Archäologisches Forschungsprojekt Sagalassos — Geschichte von Sagalassos sagalassos.bilkent.edu.tr
  4. Türkische Museen — Ausgrabungsstätte Sagalassos in Burdur turkishmuseums.com
  5. UNESCO-Welterbezentrum — Archäologische Stätte Sagalassos whc.unesco.org
  6. Archäologisches Forschungsprojekt Sagalassos — Oberstadt sagalassos.bilkent.edu.tr
  7. Archäologisches Forschungsprojekt Sagalassos — Oststadt sagalassos.bilkent.edu.tr
  8. Archaeology — Antoninisches Nymphäum: Ziele für 2010 interactive.archaeology.org
  9. Archaeology — Restaurierung von Sagalassos, Marc Waelkens interactive.archaeology.org
  10. Generaldirektion für Kulturerbe und Museen — Antike Stadt Sagalassos (Google Arts & Culture) artsandculture.google.com
  11. Wikipedia — Sagalassos en.wikipedia.org
  12. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Burdur — Öffnungszeiten und Eintrittspreise 2026 burdur.ktb.gov.tr

Image: Sagalassos Antonine Fountain in 2012 2684.jpg — Dosseman, CC BY-SA 4.0

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