Wurzeln der Städte

Geschichte von Rize und Herkunft des Namens: Ein Überblick

Rize ist in antiken Schriftquellen als Rhizus bekannt; für die Herkunft des Namens gibt es mehrere Erklärungen mit griechischen und lasischen Wörtern. Die Stadtgeschichte verbindet mittelalterliche Burgen, osmanische Märkte und Steinbrücken mit der Stadtverwaltung, der Besetzung im Krieg und der Entwicklung der Teeproduktion.

9 Min. Lesezeit18 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Geschichte von Rize und Herkunft des Namens: Ein Überblick
Entrance of the Castle of Rize, Rize, Turkey.JPG

Woher kommt der Name Rize?

Die Geschichte von Rize und die Herkunft seines Namens beginnen mit einer antiken Schriftform: Rhizus oder Ριζοῦς. Mehrere Erklärungen verbinden diesen Namen mit griechischen oder lasischen Wörtern. Keine davon liefert eine gesicherte Herkunft. Wenn du einen verlässlichen Ausgangspunkt suchst, ist der antike Name eindeutiger belegt als die konkurrierenden Deutungen seiner Bedeutung.

Eine Erklärung führt Rize auf das griechische Wort riza zurück, das als „Fuß eines Berges“ gedeutet wird. Eine andere verbindet den Namen mit rizi, dem griechischen Wort für „Reis“. Das sind zwei eigenständige Vorschläge. Die Reisdeutung betrifft die mögliche Bedeutung eines Wortes. Sie belegt keine Geschichte des Reisanbaus in Rize.

Ein weiterer Vorschlag leitet den Namen vom lasischen Wort İrizeni ab, das „Ebenen“ bedeutet. Auch diese Erklärung bleibt unbestätigt. Dir können deshalb drei verschiedene Bedeutungen des Namens Rize begegnen: Bergfuß, Reis und Ebenen. Eine möglichst verlässliche Darstellung hält diese Unsicherheit fest und nennt zugleich Rhizus als den in antiken Schriftquellen überlieferten Namen.

Wie kam Rize unter osmanische Herrschaft?

Rize gehörte zum Kaiserreich Trapezunt (Trabzon), das 1204 gegründet wurde. Die spätere Eingliederung in das Osmanische Reich erfolgte 1461. Sultan Mehmed II. nahm Rize während der Eroberung von Trapezunt ein. Diese Jahreszahlen markieren zwei zentrale Etappen der politischen Stadtgeschichte.

1869 erhielt Rize eine Stadtverwaltung. Eine weitere Verwaltungsänderung folgte auf den Berliner Vertrag von 1878. Nachdem Batumi (Batum) an Russland abgetreten worden war, wurde Rize zum Verwaltungssitz des Sandschaks Lazistan. Die kommunale Organisation und die Verwaltung des Sandschaks gehören zu unterschiedlichen Bereichen der osmanischen Stadtgeschichte.

Im Ersten Weltkrieg besetzten russische Truppen Rize am 9. März 1916. Die Besetzung endete am 2. März 1918. In der republikanischen Zeit wurde Rize 1924 zur Provinz. Diese Ereignisse bilden die wichtigsten Stationen von der Besetzung im Krieg bis zum Provinzstatus.

Was erzählen die Burgen von Rize über die Vergangenheit?

Die Burg von Rize (Rize Kalesi) besteht aus Teilen, die unterschiedlichen Epochen zugeordnet werden. Die innere Burg wird in die Regierungszeit Justinians I. von 527 bis 565 datiert. Die untere Burg stammt demnach aus dem 13. Jahrhundert. Wenn du das Alter der Burg einordnen möchtest, sind diese unterschiedlichen Datierungen entscheidend: Die gesamte Anlage entstand nicht in einer einzigen Bauphase.

Die innere Burg besitzt fünf Türme mit halbkreisförmigem Grundriss. Ihre Mauern sind 1,5 Meter dick. Diese Maße vermitteln ein konkreteres Bild der Befestigung als eine allgemeine Epochenbezeichnung allein. Sie unterscheiden außerdem die dokumentierten Merkmale der inneren Burg vom späteren unteren Teil.

Zilkale liegt 15 Kilometer südlich des Ortszentrums von Çamlıhemşin. Die Burg steht auf einem Felsen am westlichen Hang über dem Fırtına-Bach, 750 Meter über dem Meeresspiegel. Im Mittelalter gehörte sie zu den Burgen, die den Karawanenweg nach İspir schützten. Ihre Geschichte umfasst damit auch die Sicherung von Verkehrswegen und Handel.

Warum sind die Steinbrücken wichtig?

Einige Brücken über den Fırtına-Bach und seine Zuflüsse wurden seit dem späten 17. Jahrhundert von der osmanischen Verwaltung errichtet. Die Şenyuva-Brücke in Çamlıhemşin gehört zu dieser Geschichte der Flussübergänge. Eine ingenieurwissenschaftliche Arbeit von 2009 beschreibt sie als historische Bogenbrücke aus dem Jahr 1696.

Die Merkez-1-Brücke (Merkez 1 Köprüsü) steht am Straßenabzweig Çamlıhemşin–Ayder. Sie ist ungefähr 35 Meter lang und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ihre einzige Öffnung wird von einem Rundbogen überspannt. An diesen Einzelheiten kannst du ein konkretes Bauwerk mit der umfassenderen Geschichte des osmanischen Brückenbaus verbinden.

Auch die Baumaterialien der Merkez-1-Brücke verdienen Aufmerksamkeit. Für den Bogen und die Brüstungen wurden bearbeitete Steine verwendet. Andere Teile bestehen aus Bruchstein. Die Brücke vereint somit verschiedene Arten von Mauerwerk innerhalb desselben Übergangs. Die Steine wurden nicht überall auf dieselbe Weise bearbeitet.

Welche Moscheen bewahren datierte Zeugnisse?

Die Kurşunlu-Moschee (Kurşunlu Camii) im Zentrum von Rize ist auch als İslampaşa-Moschee (İslampaşa Camii) bekannt. Das Kulturportal der Türkei verzeichnet, dass İskender Cafer Paşa sie im Jahr 978 nach islamischer Zeitrechnung errichten ließ. Das Portal gibt dafür das Jahr 1571 an. Beide Namen bezeichnen dasselbe Gebäude. Das ist wichtig, wenn du Angaben zu den osmanischen Bauwerken der Stadt miteinander abgleichst.

In İkizdere bewahrt die Dorfmoschee von Şimşirli (Şimşirli Köyü Camii) über ihrem Eingang ein Baudatum. Die Inschrift nennt das Jahr 1265 nach islamischer Zeitrechnung, entsprechend 1849. Hier ist das Datum an ein bestimmtes architektonisches Element gebunden: die Inschrift über der Tür. Es ordnet die Moschee in die Baugeschichte von Rize im 19. Jahrhundert ein.

Wie sah der Alltag im osmanischen Rize aus?

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts arbeiteten im Basar von Rize Schmiede, Kupferschmiede und Zinnschmiede. Auch Tuchhändler, Tischler, Barbiere und Schneider waren dort tätig. Diese Berufe machen die Stadtgeschichte im Alltag greifbar. Wenn du Kleidung ändern lässt oder zum Barbier gehst, begegnest du Dienstleistungen, die auch zu den Geschäftsstraßen von Rize gehörten.

Im 19. Jahrhundert wurden unter anderem Hanftextilien, Leinenstoffe, Handtücher und Schals hergestellt. Auch Seilrollen für Boote und Messer wurden gefertigt und auf Märkten verkauft. Zur Handelsgeschichte von Rize gehörten somit sowohl Textilwaren als auch praktische Ausrüstung. Die Werkstätten lieferten Gegenstände für Kleidung, Haushalt und Arbeit.

In Rize wurden früher Badehäuser gebaut, doch sie sind nicht erhalten geblieben. Auch das regionale Kulturinventar verzeichnet keine erhaltenen Überreste von Badehäusern aus osmanischer oder früherer Zeit. Die Bademöglichkeiten in Wohnhäusern ergänzen dieses Bild: In den traditionellen Herrenhäusern von Rize besaßen die meisten Räume beiderseits der hayat genannten Halle einen Kamin mit Bursa-Bogen und ein Badezimmer.

Wie wurde Tee Teil der republikanischen Geschichte von Rize?

1924 wurde in Rize auf einer Fläche von 60 Dekar eine Baumschule für Zitruspflanzen gegründet. Sie legte den Grundstein für die Einrichtung, die heute Atatürk-Forschungsinstitut für Tee und Gartenbau heißt. Der ursprüngliche Zweck der Baumschule ist ein aufschlussreiches Detail, um die Entwicklung der Einrichtung nachzuvollziehen.

Die erste Teefabrik der Türkei wurde 1947 in Rize gegründet. Dieses Datum markiert einen klaren industriellen Meilenstein in der Teegeschichte der Stadt. Wenn du Rize mit dem Tee in deiner Tasse verbindest, stellt die Fabrik einen konkreten Zusammenhang zwischen einem Alltagsgetränk und der Wirtschaftsgeschichte der Stadt in der republikanischen Zeit her.

Details, die du nicht in Reiseführern findest

Zwei in Zilkale gefundene Handkanonen werden den Aufzeichnungen zufolge im Museum von Trapezunt ausgestellt. Dieses Detail verbindet die Burg mit Gegenständen, die außerhalb der Anlage aufbewahrt werden. Die Geschichte von Zilkale lässt sich daher sowohl über ihre Lage oberhalb des Fırtına-Bachs als auch über die dort geborgenen Waffen erschließen.

Die Schwingungsstudie zur Şenyuva-Brücke von 2009 nutzte menschliche Schritte und Wind als natürliche Anregungsquellen. Gewöhnliche Schritte halfen den Forschern, eine auf 1696 datierte Brücke zu untersuchen. Dieses Detail verbindet ein historisches Bauwerk mit einer vertrauten körperlichen Handlung: Menschen, die darübergehen.

Die Kurşunlu-Moschee wurde aus Bruchstein auf einem rechteckigen Grundriss errichtet. Ihre Kuppel wird im Kulturinventar als Kuppel mit 24 Fenstern beschrieben. Ein weiteres architektonisches Detail liefern die traditionellen Herrenhäuser von Rize. Die meisten Räume beiderseits der hayat genannten Halle besaßen einen Kamin mit Bursa-Bogen und ein Badezimmer.

Ein Bericht der Hâkimiyet-i Millîye vom 28. Juli 1924 beschrieb Menschen aus Rize, die vor dem Ersten Weltkrieg ihren Lebensunterhalt in Russland verdienten. Zu ihren Tätigkeiten gehörten das Bäcker- und das Konditorhandwerk. Der in einer TÜBA-Studie wiedergegebene Bericht ergänzt die Geschichte der örtlichen Werkstätten und Märkte um die Arbeit im Ausland.

Wo wird die Geschichte von Rize bewahrt?

Das Museum von Rize befindet sich im Sarı Ev im Stadtviertel Piriçelebi. Das Haus ist ein Beispiel für die Wohnarchitektur des 19. Jahrhunderts. Zum Bestand gehören archäologische und ethnografische Sammlungen sowie eine Münzsammlung. Das Gebäude und seine Sammlungen bieten zwei verschiedene Zugänge zur Vergangenheit: über ein historisches Wohnhaus und über die darin aufbewahrten Gegenstände.

Das Mehmet-Mataracı-Herrenhaus (Mehmet Mataracı Konağı) wurde 1921 erbaut und beherbergte Atatürk während seines Besuchs von 1924. Am 27. Dezember 1985 wurde es als Atatürk-Hausmuseum Rize eröffnet. Ein Schutzbeschluss vom 19. Mai 1998 wies Zilkale und Kale-i Bala als archäologische Schutzgebiete ersten Grades aus. Gebiete um die Bäche Fırtına und Hala erhielten Naturschutzgebietsausweisungen unterschiedlicher Stufen.

Zeitleiste

  • 527–565: Regierungszeit Justinians I., in die die innere Burg von Rize datiert wird.
  • 1204: Gründung des Kaiserreichs Trapezunt, zu dessen Gebiet Rize gehörte.
  • 13. Jahrhundert: Zeitraum, dem die untere Burg von Rize zugeordnet wird.
  • 1461: Rize wird Teil des Osmanischen Reiches.
  • 1696: Angegebenes Baujahr der Şenyuva-Brücke.
  • 1849: Über dem Eingang der Dorfmoschee von Şimşirli verzeichnetes Datum.
  • 1869: Rize erhält eine Stadtverwaltung.
  • 1878: Rize wird Verwaltungssitz des Sandschaks Lazistan.
  • 9. März 1916: Beginn der russischen Besetzung.
  • 2. März 1918: Ende der russischen Besetzung.
  • 1924: Rize wird zur Provinz; die Baumschule für Zitruspflanzen wird gegründet.
  • 1947: Die erste Teefabrik der Türkei wird in Rize gegründet.
  • 27. Dezember 1985: Das Atatürk-Hausmuseum Rize wird eröffnet.
  • 19. Mai 1998: Schutzbeschlüsse betreffen Zilkale, Kale-i Bala und Gebiete um die Bäche Fırtına und Hala.

FAQ

Wie hieß Rize in der Antike?

Antike Schriftquellen nennen die Stadt Rhizus, auf Griechisch Ριζοῦς. Das ist die überlieferte antike Namensform, die mit der Stadt verbunden wird.

Was bedeutet der Name Rize?

Erklärungsversuche verbinden ihn mit dem griechischen riza, gedeutet als „Fuß eines Berges“, dem griechischen rizi für „Reis“ oder dem lasischen İrizeni für „Ebenen“. Keine dieser Erklärungen ist gesichert.

Wann wurde Rize osmanisch?

Sultan Mehmed II. gliederte Rize 1461 während der Eroberung von Trapezunt in das Osmanische Reich ein.

Wann begann die industrielle Teeproduktion in Rize?

Die erste Teefabrik der Türkei wurde 1947 in Rize gegründet. Die Baumschule für Zitruspflanzen, aus der das heutige Forschungsinstitut hervorging, wurde 1924 gegründet.

Quellen

  1. Wikipedia — Rize tr.wikipedia.org
  2. TDV-Enzyklopädie des Islam — Rize islamansiklopedisi.org.tr
  3. Kulturportal der Türkei — Allgemeine Informationen zu Rize kulturportali.gov.tr
  4. Kulturportal der Türkei — Burg von Rize kulturportali.gov.tr
  5. Kulturportal der Türkei — Zilkale kulturportali.gov.tr
  6. Wikipedia — Provinz Rize en.wikipedia.org
  7. Technische Universität Karadeniz AVESİS — Studie zur historischen Bogenbrücke von Şenyuva avesis.ktu.edu.tr
  8. Kulturinventar der östlichen Schwarzmeerregion — Merkez-1-Brücke karadeniz.gov.tr
  9. Kulturportal der Türkei — Kurşunlu-Moschee / İslampaşa-Moschee kulturportali.gov.tr
  10. Kulturportal der Türkei — Dorfmoschee von Şimşirli beta.kulturportali.gov.tr
  11. Kulturinventar der östlichen Schwarzmeerregion — Bevölkerung und Wirtschaft karadeniz.gov.tr
  12. TÜBA — Mesut Çapa, Rize während des nationalen Unabhängigkeitskampfes tuba.gov.tr
  13. Kulturinventar der östlichen Schwarzmeerregion — Reinigungskultur karadeniz.gov.tr
  14. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Rize — Herrenhäuser rize.ktb.gov.tr
  15. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Rize — Museen rize.ktb.gov.tr
  16. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Rize — Schutzgebiete rize.ktb.gov.tr
  17. ÇAYKUR — Geschichte des Atatürk-Forschungsinstituts für Tee und Gartenbau caykur.gov.tr
  18. Gouverneursamt Rize — Tee aus Rize rize.gov.tr

FAQ

Wie hieß Rize in der Antike?

Antike Schriftquellen nennen Rize Rhizus, auf Griechisch Ριζοῦς.

Was bedeutet der Name Rize?

Als mögliche Ursprünge gelten das griechische riza, gedeutet als „Fuß eines Berges“, das griechische rizi für „Reis“ und das lasische İrizeni für „Ebenen“. Keine dieser Erklärungen ist gesichert.

Wann wurde Rize Teil des Osmanischen Reiches?

Sultan Mehmed II. gliederte Rize 1461 während der Eroberung von Trapezunt in das Osmanische Reich ein.

Wann begann die industrielle Teeproduktion in Rize?

Die erste Teefabrik der Türkei wurde 1947 in Rize gegründet. Ein früherer institutioneller Meilenstein war die dort 1924 gegründete Baumschule für Zitruspflanzen.

Image: Entrance of the Castle of Rize, Rize, Turkey.JPG — Babbsack, CC BY-SA 3.0

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