Wurzeln der Städte

Geschichte von Kırıkkale und Herkunft des Namens

Das moderne Kırıkkale wuchs rund um Fabriken, deren Grundsteine 1925 gelegt wurden, doch sein Name hat ältere Wurzeln in osmanischen Aufzeichnungen. Büklükale, Brücken am Fluss, Moscheen und die historischen Gebäude von Keskin zeigen die längere Geschichte der Region.

8 Min. Lesezeit14 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Geschichte von Kırıkkale und Herkunft des Namens
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Wie hat sich Kırıkkale entwickelt?

Das moderne Wachstum von Kırıkkale begann mit Artillerie- und Munitionsfabriken. Ihre Grundsteine wurden 1925 auf dem Land des Dorfes Kırık gelegt. Die umliegende Region hat eine wesentlich längere Geschichte. Davon zeugen Büklükale, die Çeşnigir-Brücke (Çeşnigir Köprüsü), die Hasandede-Moschee (Hasandede Camii) und die historischen Gebäude von Keskin.

Wenn du dich mit der Geschichte von Kırıkkale und seiner Namensherkunft beschäftigst, sind osmanische Aufzeichnungen ein wichtiger Ausgangspunkt. Sie überliefern Namensformen aus der Zeit vor dem Bau der Fabriken. Die Provinz selbst ist jünger: Sie entstand 1989 aus einem Teil der Provinz Ankara.

Woher kommt der Name Kırıkkale?

Die bekannte Erklärung verbindet das Dorf Kırık mit dem Kaletepe. Nach dieser volkstümlichen Überlieferung entstand der Siedlungsname durch die Verbindung beider Namen. Das Gouverneursamt von Kırıkkale stellt diese Erklärung als Volksüberlieferung vor. Zugleich verweist es auf die Form Kırıkkal’a in osmanischen Dokumenten.

Metin Tuncel berücksichtigt in seinem Beitrag in der TDV İslâm Ansiklopedisi weitere Aufzeichnungen. Ein Register von 1530 nennt eine turkmenische Gemeinschaft namens Kırıklu. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts erscheint ein Dorf unter dem Namen Kürik. Tuncel betrachtet diese Einträge gemeinsam, wenn er den historischen Hintergrund des Namens erörtert.

Du kannst also zwischen der volkstümlichen Erklärung und den schriftlichen Belegen unterscheiden. Kırık und Kaletepe gehören zur überlieferten Erzählung. Kırıkkal’a, Kırıklu und Kürik gehören zur Diskussion auf Grundlage historischer Aufzeichnungen. Wer die Geschichte von Dorf und Hügel als gesicherte Namensherleitung darstellt, übergeht diesen Unterschied.

Was verrät Büklükale über die frühe Geschichte der Region?

Büklükale liegt im Kreis Karakeçili an einer schmalen Flussquerung des Kızılırmak. Der Ort befindet sich ungefähr 100 Kilometer südöstlich von Ankara. Seine Lage am Fluss verbindet ihn geografisch mit einem weiteren Teil des regionalen Kulturerbes: den Brückenresten im Bereich der Flussquerung.

Die archäologischen Ausgrabungen in Büklükale begannen 2009 unter Kimiyoshi Matsumura. 2023 deutete Matsumura dortige Baubefunde als Schäden durch ein Erdbeben im 15. Jahrhundert v. Chr. Diese Datierung ist als Interpretation der architektonischen Befunde durch den Grabungsleiter zu verstehen.

Mit Ceritkale in Keskin kommt ein weiterer archäologischer Fundort hinzu. Sein Denkmalinventar umfasst Felsgräber, antike Steinbrüche und in den Fels gehauene Räume. Das Inventar verzeichnet das Gebiet als römerzeitliche Siedlung. Diese Datierung weicht allerdings von der Darstellung auf der Besucherseite desselben Portals ab.

Was ist aus seldschukischer und osmanischer Zeit erhalten?

Die Çeşnigir-Brücke überquert den Kızılırmak zwischen Karakeçili und Köprüköy. Ihr genaues Baudatum ist unbekannt. Sie gilt jedoch als seldschukisches Bauwerk des 13. Jahrhunderts. Die Brücke ist 110 Meter lang und 6 Meter breit.

Nachdem der Kapulukaya-Staudamm in Betrieb gegangen war, wurden Teile ihrer Stützen überflutet. Wenn du die Brücke besuchst, siehst du deshalb auch eine spätere Veränderung ihrer Umgebung. Das Wasser bedeckt heute Teile der tragenden Konstruktion.

Im 15. Jahrhundert wurde die Region Kırıkkale fest in das osmanische Herrschaftsgebiet eingegliedert. Der Registereintrag von 1530 zur turkmenischen Gemeinschaft Kırıklu stammt aus dem folgenden Jahrhundert. Zusammengenommen verorten diese Fakten den schriftlich belegten Hintergrund des Namens in der osmanischen Geschichte der Region.

Für die Hasandede-Moschee ist ein konkretes Baujahr bekannt: 1605. Sie hat einen quadratischen Grundriss und Mauern aus behauenen Steinen. Daneben stehen Grabbauten, die Hasandede und seinen Kindern zugeordnet werden. Einer gehört Hasandede. Im anderen befinden sich die Gräber von Şeyh Halil İbrahim, Şeyh Mustafa und Ümmühan Ana.

Warum gibt es für manche historischen Gebäude widersprüchliche Datierungen?

Die Ballı-Moschee (Ballı Camii) zeigt, warum verschiedene veröffentlichte Datierungen auseinandergehalten werden müssen. Die Besucherbeschreibung im Kulturportal nennt 1121 als geschätztes Baujahr. Das Denkmalinventar ordnet das Gebäude dagegen anhand seiner Architektur dem 15. oder 16. Jahrhundert zu. Die Moschee besitzt keine Inschrift, die ihr Baudatum belegt.

Im Inneren lassen sich konkretere Einzelheiten beschreiben. Holzstützen teilen den Gebetsraum in drei Schiffe. Außerdem gibt es eine hölzerne Frauenempore. Diese Merkmale lassen sich darstellen, ohne eine der vorgeschlagenen Datierungen als gesichert zu behandeln.

Bei Ceritkale besteht eine ähnliche Abweichung. Die Besucherseite des Kulturportals ordnet die Felssiedlung der Eisenzeit zu. Das Denkmalinventar verzeichnet eine römerzeitliche Siedlung. Wenn du über die Felsgräber, Steinbrüche und ausgehauenen Räume liest, solltest du diese konkurrierenden Einordnungen getrennt betrachten.

Wie prägten die Fabriken das moderne Kırıkkale?

Die Grundsteinlegungen von 1925 bildeten den industriellen Ausgangspunkt des modernen Kırıkkale. Artillerie- und Munitionsfabriken entstanden auf dem Land des Dorfes Kırık. Noch im selben Jahr entwickelte sich um die Fabriken das Viertel Fabrika Mahallesi. Mit dem Anschluss an die Eisenbahn entstand rund um den Bahnhof das Viertel İstasyon Mahallesi.

Die administrative Anerkennung folgte. 1929 wurde Kırıkkale zum Zentrum einer Nahiye, also eines Unterbezirks, im Kreis Keskin in der Provinz Ankara. Seine Verwaltung blieb zu diesem Zeitpunkt mit Keskin und Ankara verbunden.

Die Bevölkerungstabelle in der türkischsprachigen Wikipedia verzeichnet für das Unterbezirkszentrum 1935 insgesamt 4.599 Einwohner. 1940 waren es 11.486. Diese Zahlen zeigen das Ausmaß des Wachstums in diesem Zeitraum. 1989 entstand die Provinz Kırıkkale aus einem Teil der Provinz Ankara.

Was trägt Keskin zur Geschichte von Kırıkkale bei?

Keskins Gebäude bewahren neben religiöser Architektur und Wohnbauten auch eine Geschichte der gewerblichen Produktion. Die Munitionswerkstatt von Keskin (Keskin Fişekhanesi) war zunächst ein militärisches Reservelager. 1907 wurde sie in eine Munitionsfertigungsstätte umgewandelt. Zwischen 1921 und 1925 diente sie als Patronenwerkstatt.

Eine orthodoxe Kirche im Gebiet Karıştıran von Keskin stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zusammen mit dem Munitionsgebäude und der Streichholzfabrik bildet sie eine Gruppe historischer Bauwerke mit unterschiedlichen Funktionen und Entstehungszeiten.

Traditionelle Häuser sind sowohl in Keskin als auch in Hasandede erhalten. Die meisten erhaltenen Beispiele haben zwei Geschosse. Ihre Bauweise verbindet ein gemauertes Untergeschoss mit einem hölzernen Obergeschoss und einer Ausfachung aus Lehmziegeln. Beispiele sind Aslan Bey Konağı, Tayyar Bey Konağı und das Haus von Zühtü Pehlivanlı, dem Vater des Malers Rahmi Pehlivanlı.

Wenn du einen Bezug zum Alltag suchst, betrachte diese Häuser zusammen mit Keskins Streichholzfabrik. Wohnen und Streichholzproduktion verbinden die Geschichte der Region mit dem häuslichen Leben. Die Häuser bewahren bestimmte Baumaterialien. Die Inschrift über dem Fabrikeingang nennt dagegen den ursprünglichen Zweck und das Baujahr: Streichholzproduktion im Jahr 1903.

Details, die du in Reiseführern nicht findest

Ein Mühimme-Eintrag aus dem frühen 17. Jahrhundert beschreibt eine Verteidigungsmaßnahme unter Beteiligung von Dorfbewohnern aus Kırıklu. Sie erhielten die Erlaubnis, eine nahe gelegene Burg instand zu setzen und sich dort vor Banditenangriffen zu schützen. Dieser Eintrag ergänzt die schriftlich belegte Geschichte von Kırıklu um eine konkrete Begebenheit.

Nahe Büklükale liegen an der Querung des Kızılırmak Brückenreste unter Wasser. Die Provinzdirektion für Kultur und Tourismus datiert sie in die römische Zeit. Diese überfluteten Überreste sind von der Çeşnigir-Brücke zu unterscheiden, die der seldschukischen Zeit zugeschrieben wird.

Die Sulu Mağara liegt im Gebiet Arzu Bayırı von Keskin. Die Höhle ist insgesamt 285 Meter lang und teils natürlich, teils künstlich angelegt. In ihren künstlichen Stollen, die sich über drei Ebenen erstrecken, wurde Blei abgebaut. In den engen Verbindungsgängen zwischen ihren Abschnitten wurden Steinmauern errichtet, die in die frühchristliche Zeit datiert werden.

Die Inschrift über dem Eingang der Streichholzfabrik von Keskin (Keskin Kibrithanesi) liefert eine ungewöhnlich eindeutige Angabe: Das Gebäude wurde 1903 zur Herstellung von Streichhölzern errichtet. Sein dokumentierter Zweck unterscheidet sich damit von dem der Keskin Fişekhanesi, deren frühere Funktion als militärisches Lager sich 1907 änderte.

Zeitleiste

  • 15. Jahrhundert v. Chr.: Nach Matsumuras Interpretation der architektonischen Befunde entstanden in Büklükale Erdbebenschäden.
  • Römische Zeit: Das Denkmalinventar von Ceritkale ordnet die Siedlung und ihre in den Fels gehauenen Räume dieser Epoche zu.
  • 13. Jahrhundert: Die Çeşnigir-Brücke wurde vermutlich in seldschukischer Zeit errichtet.
  • 15. Jahrhundert: Die Region Kırıkkale wurde fest in das osmanische Herrschaftsgebiet eingegliedert.
  • 1530: Ein osmanisches Register verzeichnete die turkmenische Gemeinschaft Kırıklu.
  • 1605: Die Hasandede-Moschee wurde gebaut.
  • Frühes 17. Jahrhundert: Dorfbewohner aus Kırıklu erhielten die Erlaubnis, eine nahe gelegene Burg instand zu setzen und zu verteidigen.
  • Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts: In diese Zeit wird die orthodoxe Kirche im Gebiet Karıştıran von Keskin datiert.
  • 1903: Die Keskin Kibrithanesi wurde zur Streichholzproduktion errichtet.
  • 1907: Keskins militärisches Reservelager wurde in eine Munitionsfertigungsstätte umgewandelt.
  • 1921–1925: Die Keskin Fişekhanesi diente als Patronenwerkstatt.
  • 1925: Die Grundsteine für Kırıkkales Artillerie- und Munitionsfabriken wurden gelegt.
  • 1929: Kırıkkale wurde zum Zentrum eines Unterbezirks im Kreis Keskin.
  • 1989: Die Provinz Kırıkkale entstand aus einem Teil der Provinz Ankara.
  • 2009: Die archäologischen Ausgrabungen in Büklükale begannen.

FAQ

Woher kommt der Name Kırıkkale?

Die volkstümliche Überlieferung verbindet das Dorf Kırık mit dem Kaletepe. Osmanische Dokumente überliefern außerdem die Form Kırıkkal’a. Tuncel behandelt die 1530 verzeichnete Gemeinschaft Kırıklu zusammen mit dem Dorfnamen Kürik aus dem späten 16. Jahrhundert.

Wann begann das moderne Kırıkkale zu wachsen?

Das Wachstum begann rund um die Artillerie- und Munitionsfabriken, deren Grundsteine 1925 auf dem Land des Dorfes Kırık gelegt wurden. Um die Fabriken entwickelte sich Fabrika Mahallesi. Rund um den Bahnhof entstand İstasyon Mahallesi.

Wann wurde Kırıkkale eine Provinz?

Die Provinz Kırıkkale entstand 1989 aus einem Teil der Provinz Ankara. Zuvor war Kırıkkale 1929 zum Zentrum eines Unterbezirks im Kreis Keskin geworden.

Wie alt ist die Çeşnigir-Brücke?

Die Brücke wird im Allgemeinen der seldschukischen Zeit im 13. Jahrhundert zugeschrieben. Ihr genaues Baudatum ist unbekannt. Sie ist 110 Meter lang und 6 Meter breit.

Quellen

  1. Gouverneursamt Kırıkkale — Geschichte kirikkale.gov.tr
  2. TDV İslâm Ansiklopedisi — Kırıkkale islamansiklopedisi.org.tr
  3. Türkischsprachige Wikipedia — Kırıkkale tr.wikipedia.org
  4. Wikipedia — Provinz Kırıkkale en.wikipedia.org
  5. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Kırıkkale — Büklükale kirikkale.ktb.gov.tr
  6. Anadolu Ajansı — Ausgrabungen in Büklükale aa.com.tr
  7. Kulturportal — Çeşnigir-Brücke kulturportali.gov.tr
  8. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Kırıkkale — Moscheen und Grabbauten kirikkale.ktb.gov.tr
  9. Kulturportal — Denkmalinventar der Ballı-Moschee kulturportali.gov.tr
  10. Kulturportal — Ballı-Moschee und Grabbau kulturportali.gov.tr
  11. Kulturportal — Denkmalinventar von Ceritkale kulturportali.gov.tr
  12. Kulturportal — Felsgräber von Ceritkale kulturportali.gov.tr
  13. Kulturportal — Historische Häuser kulturportali.gov.tr
  14. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Kırıkkale — Keskin kirikkale.ktb.gov.tr

FAQ

Woher kommt der Name Kırıkkale?

Eine volkstümliche Überlieferung verbindet die Namen des Dorfes Kırık und des Kaletepe. Das Gouverneursamt verweist aber auch auf die Form Kırıkkal’a in osmanischen Dokumenten. Metin Tuncel behandelt außerdem die 1530 verzeichnete turkmenische Gemeinschaft Kırıklu und einen Dorfeintrag namens Kürik aus dem späten 16. Jahrhundert.

Wann begann das moderne Kırıkkale zu wachsen?

Das Wachstum begann rund um Artillerie- und Munitionsfabriken, deren Grundsteine 1925 auf dem Land des Dorfes Kırık gelegt wurden. 1929 wurde Kırıkkale zum Zentrum eines Unterbezirks im Kreis Keskin.

Wann wurde Kırıkkale eine Provinz?

Die Provinz Kırıkkale entstand 1989 aus einem Teil der Provinz Ankara.

Wie alt ist die Çeşnigir-Brücke?

Ihr genaues Baudatum ist unbekannt. Sie wird im Allgemeinen der seldschukischen Zeit im 13. Jahrhundert zugeschrieben.

Image: Cesnigir paradise3 (cropped).jpg — Egeasln, CC BY-SA 4.0

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