Wurzeln der Städte

Geschichte von Adıyaman und Herkunft seines Namens

Adıyamans Geschichte verbindet die königlichen Monumente von Kommagene, römische Brücken, historische Moscheen und einen Markt für örtliche Textilien. Der frühere Name Hısnımansur bedeutet „Mansurs Burg“, während die Herkunft des Namens Adıyaman ungewiss bleibt.

9 Min. Lesezeit20 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
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Geschichte von Adıyaman und Herkunft seines Namens
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Geschichte von Adıyaman: eine Stadt am Fuß des Malatya-Gebirges

Adıyaman liegt an den südlichen Ausläufern des Malatya-Gebirges (Malatya Dağları). Dieses gehört zum Südöstlichen Taurus (Güneydoğu Toroslar). Die Geschichte der Stadt führt durch mehrere politische Herrschaftsräume. Adıyaman und sein Umland standen unter der Herrschaft der Hethiter, Hurriter, Mitanni, Kummuh, Assyrer, Perser und Kommagene, bevor sie unter römische und byzantinische Herrschaft kamen.

Wenn du dich mit der Geschichte Adıyamans und der Herkunft seines Namens beschäftigst, solltest du zunächst zwei Dinge unterscheiden. Hısnımansur, der frühere amtliche Name, hat eine eindeutige arabische Bedeutung: „Mansurs Burg“. Woher der Name Adıyaman stammt, ist weniger sicher. Selbst für den amtlichen Namenswechsel nennen veröffentlichte Darstellungen zwei unterschiedliche Jahreszahlen.

Auch Stadt und Provinz sind zu unterscheiden. Perre liegt im Stadtviertel Örenli. Der Nemrut Dağı, Arsameia und Karakuş gehören zur weiteren historischen Landschaft der Provinz. Gemeinsam verbinden sie die Stadtgeschichte mit den königlichen Zentren und Monumenten von Kommagene.

Was bedeutet Adıyamans alter Name Hısnımansur?

Hısnımansur bedeutet „Mansurs Burg“. Umstritten ist jedoch, welcher Mansur gemeint ist. Eine Darstellung verbindet den Namen mit dem umayyadischen Heerführer Mansûr bin Ca‘vene. Eine andere führt ihn auf den abbasidischen Kalifen Ebû Ca‘fer el-Mansûr zurück. Die Bedeutung des Namens ist somit klarer als die Identität seines Namensgebers.

Hısnımansur begegnet auch in der mittelalterlichen politischen Geschichte der Stadt. Im Jahr 1066 eroberte der seldschukische Heerführer Gümüştegin den Ort. Dieses datierte Ereignis gehört zur Geschichte der Siedlung unter ihrem älteren Namen. Es ist von den Erklärungen zur Entstehung des späteren Namens Adıyaman zu trennen.

Woher kommt der Name Adıyaman?

Die Herkunft des Namens Adıyaman ist nicht eindeutig geklärt. Das luwische Adaumana, Yaman Bey und Vadi-i Leman werden als alternative Theorien oder Überlieferungen genannt. Sie bieten unterschiedliche Erklärungen. Keine davon sollte als gesicherter Ursprung des heutigen Namens dargestellt werden.

Die Yediyaman-Sage handelt von sieben Brüdern. Der Überlieferung nach zerbrachen sie die Götzenbilder ihres Vaters und wurden dafür getötet. Ihre gemeinsame Bezeichnung soll sich allmählich zu Adıyaman entwickelt haben. Die Provinzdirektion für Kultur und Tourismus veröffentlicht diese Erzählung als Sage, nicht als historischen Beleg.

Wenn du in einer Darstellung der Stadtgeschichte auf die sieben Brüder stößt, liest du eine Namenssage. Sie gehört neben die anderen vorgeschlagenen Erklärungen und muss als solche erkennbar bleiben. Die belegte Verwendung von Adıyaman bietet einen verlässlicheren zeitlichen Anhaltspunkt als die Sage selbst.

Der Reisende William Francis Ainsworth besuchte die Stadt 1837 und nannte sie Adıyaman. Ihr amtlicher Name lautete damals weiterhin Hısnımansur. Seine Wortwahl zeigt, dass Adıyaman schon lange vor dem für das folgende Jahrhundert überlieferten amtlichen Namenswechsel gebräuchlich war.

Das Datum dieses amtlichen Wechsels bleibt umstritten. Die Sonderverwaltung der Provinz Adıyaman nennt 1926. Ihren Angaben zufolge blieb Hısnımansur bis zu diesem Jahr der amtliche Name. Die türkischsprachige Wikipedia nennt Ende 1928. Beide Darstellungen beschreiben die Ablösung von Hısnımansur durch Adıyaman, datieren sie aber unterschiedlich.

Adıyamans Geschichte: Kommagene und seine königlichen Monumente

Mehrere bedeutende antike Stätten der Provinz gehen auf Kommagene zurück. Auf dem Nemrut Dağı ließ König Antiochos I. eine Tempel- und Grabanlage für sich selbst errichten. Die UNESCO datiert seine Regierungszeit auf 69–34 v. Chr. Das Monument lässt sich damit einem namentlich bekannten Herrscher zuordnen.

Nach Angaben der UNESCO hat der Hügel aus Bruchsteinen auf dem Nemrut einen Durchmesser von 145 Metern und eine Höhe von 50 Metern. Diese Maße geben dir eine konkrete Vorstellung von seiner Größe. 1987 wurde der Nemrut Dağı in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Damit kam zur antiken Geschichte des Monuments ein moderner Meilenstein hinzu.

Perre bietet einen weiteren Zugang zur Geschichte von Kommagene. Die Stätte liegt in Örenli im Stadtgebiet von Adıyaman und war eine der fünf bedeutendsten Städte des Königreichs. Ihre Lage innerhalb der heutigen Stadt verbindet die Geschichte von Kommagene unmittelbar mit Adıyamans heutiger Stadtgeografie.

Arsameia diente als sommerliches Verwaltungszentrum von Kommagene. Die Stätte liegt 26 Kilometer von Kâhta entfernt. Dort befindet sich ein monumentaler Grabbezirk, der für Mithridates I. Kallinikos errichtet wurde. Die Verwaltungsfunktion ergänzt das Bild einer Landschaft, die häufig vor allem anhand ihrer Königsgräber beschrieben wird.

In Karakuş bei Kâhta ließ Mithridates II. ein monumentales Grab für seine Mutter Isias errichten. Später wurden dort weitere Frauen der königlichen Familie bestattet. Karakuş bewahrt somit einen anderen Teil der königlichen Geschichte von Kommagene als die Anlage, die Antiochos I. auf dem Nemrut für sich selbst in Auftrag gab.

Römische Brücken und die Frage nach älteren Siedlungsspuren

Die Cendere-Brücke (Cendere Köprüsü) wurde während der Regierungszeit des Septimius Severus von 193–211 n. Chr. über den Cendere errichtet. Erbaut wurde sie von der in Samsat stationierten XVI. Legion. Die erhaltene Brücke lässt sich damit sowohl der Regierungszeit eines Kaisers als auch einer namentlich bekannten Militäreinheit zuordnen.

Laut dem Kulturportal ist die Cendere-Brücke 120 Meter lang und 7 Meter breit. Sie besteht aus einem Hauptbogen und einem Entlastungsbogen. Eine weitere römische Brücke, die Göksu-Brücke (Göksu Köprüsü), steht zwischen den Dörfern Gümüşkaya und Ağcin. Sie ruht an einer Engstelle des Göksu auf Fels.

Ältere Siedlungsspuren erfordern eine vorsichtigere Datierung. Das Kulturportal verortet die Palanlı-Höhle (Palanlı Mağarası) 10 Kilometer nördlich von Adıyaman. Es nennt eine geschätzte Nutzung um 40.000 v. Chr. Dieses Datum ist eine Schätzung. Daraus darf kein genaues Gründungsdatum der Stadt werden.

Lehrmaterial der Universität Ankara verzeichnet unterschiedliche wissenschaftliche Datierungen für die Felsbilder von Palanlı. Es hält außerdem fest, dass die 1938 vorgestellte Felswand mit den Darstellungen später nicht wiedergefunden werden konnte. Deshalb lässt sich für die Bilder kein einzelnes gesichertes Datum angeben.

Moscheen, Märkte und Alltag

Der erste Bau der Großen Moschee von Adıyaman (Adıyaman Ulu Camii) stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert, aus der Zeit der Dulkadiroğulları. Ihre Inschriften dokumentieren einen Neubau im Jahr 1863 und Reparaturen im Jahr 1902. Die Geschichte der Moschee umfasst somit mehrere Bauphasen.

Bei der Eskisaray-Moschee (Eskisaray Camii) stellt sich eine weitere Datierungsfrage. Eine wissenschaftliche Untersuchung ihrer Eingangsinschrift datiert den Bau auf das Jahr 1148 des islamischen Kalenders. Das entspricht 1735–1736. Die Studie bezeichnet die in manchen Veröffentlichungen genannte Jahreszahl 1638 als falsch. Hier liefert die Inschrift die Grundlage, um eine wiederholt verbreitete Angabe zu korrigieren.

Einen Zugang zum Alltagsleben findest du auf dem Oturakçı Pazarı im Zentrum von Adıyaman. Der historische Markt verkauft örtliche Webwaren, darunter Teppiche, Kelims, Cicim und Satteltaschen. Wenn du Geschichte sonst vor allem mit königlichen Monumenten verbindest, führen dich diese Textilien zu Haushaltsgegenständen und alltäglichen Einkäufen.

Im Markt befindet sich der Tuz Hanı. Nach Angaben, die Gouverneur Osman Varol der Nachrichtenagentur Anadolu machte, wurde er im späten 19. Jahrhundert erbaut und 2019 restauriert. Bei den Erdbeben vom 6. Februar 2023 stürzten Teile ein. Ein Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu vom 6. Dezember 2025 hielt fest, dass die Restaurierungsarbeiten fortgesetzt wurden.

Zeittafel

  • 69–34 v. Chr.: Regierungszeit von Antiochos I. nach Angaben der UNESCO.
  • 193–211 n. Chr.: Bau der Cendere-Brücke während der Regierungszeit des Septimius Severus.
  • 1066: Gümüştegin erobert Hısnımansur.
  • Frühes 16. Jahrhundert: Erster Bau der Ulu Camii während der Zeit der Dulkadiroğulları.
  • 1735–1736: Bauzeit der Eskisaray Camii nach ihrer Eingangsinschrift.
  • 1837: Ainsworth besucht die Stadt und verwendet den Namen Adıyaman.
  • 1863: Die Ulu Camii wird neu errichtet.
  • 1926 / Ende 1928: Unterschiedliche Datierungen des amtlichen Namenswechsels von Hısnımansur zu Adıyaman.
  • 14. Juni 1954: Das Gesetz Nr. 6418 zur Gründung der Provinz Adıyaman wird verabschiedet.
  • 1. Dezember 1954: Das Gesetz tritt in Kraft.
  • 1978: Die Museumsarbeit beginnt mit der Lagerung von Grabungsfunden in der öffentlichen Provinzbibliothek.
  • 1982: Das Museum zieht in ein eigenes Gebäude.
  • 1987: Der Nemrut Dağı wird in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
  • 2019: Der Tuz Hanı wird restauriert.
  • 6. Februar 2023: Erdbeben bringen Teile des Tuz Hanı zum Einsturz.
  • 14. Februar 2023: Die Handschlagszene aus Karakuş wird in das Museum Adıyaman gebracht.

Weitere historische Einzelheiten

Das Wasser von Perre wurde bereits in antiken Quellen gelobt. Das Kulturportal hält außerdem fest, dass der römische Brunnen weiterhin genutzt wird. Neben Perres Stellung als eine der fünf bedeutendsten Städte von Kommagene bietet der Brunnen eine konkrete Verbindung zwischen antiker Wasserversorgung und fortdauernder Nutzung.

In Arsameia beginnt unterhalb der griechischen Inschrift ein Felsentunnel mit Stufen. Er ist ungefähr 158 Meter lang. Sein Zweck ist nicht geklärt. Die ungefähre Länge nennt die Darstellung des Kulturportals. Wozu der Tunnel ursprünglich diente, bleibt ungewiss.

Die Cendere-Brücke besaß einst eine vierte Säule, die Geta gewidmet war. Sie wurde entfernt, nachdem sein Bruder Caracalla ihn hatte töten lassen. Dies gehörte zum Versuch, die Erinnerung an Geta auszulöschen. Die fehlende Säule ist damit ebenso Teil der Brückengeschichte wie die erhaltenen Bögen.

Adıyamans Museumsarbeit begann 1978. Damals wurden Funde aus Rettungsgrabungen im Rahmen des Unteren-Euphrat-Projekts in der öffentlichen Provinzbibliothek gelagert. 1982 zog das Museum in ein eigenes Gebäude. Seine institutionellen Anfänge waren unmittelbar mit der Bewahrung ausgegrabener Objekte verbunden.

Wann wurde Adıyaman eine eigene Provinz?

Adıyaman gehörte zur Provinz Malatya, bevor es 1954 eine eigene Provinz wurde. Das Gesetz Nr. 6418 wurde am 14. Juni verabschiedet und am 22. Juni veröffentlicht. Am 1. Dezember 1954 trat es in Kraft. Diese Daten bezeichnen unterschiedliche Schritte derselben Verwaltungsänderung.

Der Schutz des Kulturerbes wurde nach den Erdbeben von 2023 fortgesetzt. Nachdem behauptet worden war, die Handschlagszene von Karakuş sei gestohlen worden, erklärte das Ministerium für Kultur und Tourismus, dass Fachleute sie am 14. Februar in das Museum Adıyaman gebracht hatten.

Häufige Fragen

Wie hieß Adıyaman früher?

Der frühere amtliche Name war Hısnımansur. Auf Arabisch bedeutet er „Mansurs Burg“. Welcher Mansur gemeint ist, bleibt umstritten.

Bedeutet Adıyaman sieben Brüder?

Die Yediyaman-Sage verbindet den Namen mit sieben Brüdern. Sie wurden getötet, nachdem sie die Götzenbilder ihres Vaters zerbrochen hatten. Es handelt sich um eine Sage. Die Herkunft des Namens Adıyaman bleibt ungewiss.

Wurde der amtliche Name 1926 oder 1928 geändert?

Die Sonderverwaltung der Provinz Adıyaman nennt 1926. Die türkischsprachige Wikipedia nennt Ende 1928. Ainsworth hatte den Namen Adıyaman bereits 1837 verwendet.

Wer ließ die Tempel- und Grabanlage auf dem Nemrut errichten?

Antiochos I. von Kommagene gab sie für sich selbst in Auftrag. Die UNESCO datiert seine Regierungszeit auf 69–34 v. Chr.

Quellen

  1. TDV İslâm Ansiklopedisi — Adıyaman islamansiklopedisi.org.tr
  2. Türkischsprachige Wikipedia — Adıyaman tr.wikipedia.org
  3. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Adıyaman — Sagen adiyaman.ktb.gov.tr
  4. Sonderverwaltung der Provinz Adıyaman — Geschichte adiyamanozelidare.gov.tr
  5. Wikipedia — Provinz Adıyaman en.wikipedia.org
  6. TBMM — Gesetz Nr. 6418 www5.tbmm.gov.tr
  7. Kulturportal — Palanlı-Höhle kulturportali.gov.tr
  8. Offene Lehrveranstaltungen der Universität Ankara — Vorgeschichte der Türkei, Raum Adıyaman acikders.ankara.edu.tr
  9. UNESCO-Welterbezentrum — Nemrut Dağ whc.unesco.org
  10. Kulturportal — Antike Stadt Perre kulturportali.gov.tr
  11. Kulturportal — Arsameia kulturportali.gov.tr
  12. Kulturportal — Grabhügel Karakuş kulturportali.gov.tr
  13. Kulturportal — Cendere-Brücke kulturportali.gov.tr
  14. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Adıyaman — Brücken adiyaman.ktb.gov.tr
  15. Kulturportal — Adıyaman Ulu Camii kulturportali.gov.tr
  16. Zeitschrift für Sozialwissenschaften der Universität Adıyaman — Bacini als Schmuckelemente in Adıyamans Moscheen dergipark.org.tr
  17. Kulturportal — Oturakçı Pazarı kulturportali.gov.tr
  18. Nachrichtenagentur Anadolu — Restaurierung des historischen Tuz Hanı aa.com.tr
  19. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Adıyaman — Museum adiyaman.ktb.gov.tr
  20. Faktencheck der Nachrichtenagentur Anadolu — Behauptung zur Handschlagszene von Karakuş aa.com.tr

FAQ

Wie hieß Adıyaman früher?

Der frühere amtliche Name war Hısnımansur. Er bedeutet auf Arabisch „Mansurs Burg“. Die Quellen sind sich uneinig, an welchen Mansur der Name erinnert.

Woher kommt der Name Adıyaman?

Seine Herkunft ist ungewiss. Als mögliche Erklärungen gelten das luwische Adaumana, Yaman Bey und Vadi-i Leman. Yediyaman ist dagegen eine Sage über sieben Brüder.

Wann wurde Adıyaman eine eigene Provinz?

Das Gesetz Nr. 6418 wurde am 14. Juni 1954 verabschiedet und trat am 1. Dezember 1954 in Kraft. Zuvor gehörte Adıyaman zur Provinz Malatya.

Warum ist der Nemrut Dağı für Adıyamans Geschichte wichtig?

Dort liegt die Tempel- und Grabanlage, die Antiochos I. von Kommagene für sich selbst errichten ließ. Die UNESCO datiert seine Regierungszeit auf 69–34 v. Chr. und nahm die Stätte 1987 in die Welterbeliste auf.

Image: Mount Nemrut – East Terrace (4961323529).jpg — Klearchos Kapoutsis from Santorini, Greece, CC BY 2.0

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