Die Schirwanschahs und ihre Angehörigen lebten im Palast der Schirwanschahs (Şirvanşahlar Sarayı) in Baku (Bakü). Sie bewohnten die Räume mit breiten Fenstern im Obergeschoss der zweigeschossigen Residenz. Die Bediensteten nutzten das Untergeschoss für die tägliche Arbeit und als Lager. Während der osmanischen Herrschaft im späten 16. Jahrhundert lebten auch türkische Paschas im Palast.
Die Aufteilung zwischen oben und unten hilft dir, diese königliche Anlage zu verstehen. Ihre ursprünglich 52 Wohnräume gehörten zu einem größeren Komplex mit Höfen, Grabmälern, einer Moschee und einem Badehaus. Folge diesen Räumen und ihren Inschriften. So erkennst du, wie das Leben am Hof, das Gedenken an die Herrscherfamilie und wechselnde Machthaber den Palast prägten.
Wo steht der Palast der Schirwanschahs in Baku?
Der Palast steht in İçərişəhər (İçerişehir), der ummauerten Altstadt von Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans (Azerbaycan). Seine Adresse lautet 1. Qəsr döngəsi 76. Laut UNESCO liegt die Anlage am höchsten Punkt der Altstadt.
Drei umschlossene Höfe gliedern den Komplex. Um sie gruppieren sich das Wohngebäude, die Divanhane, das Familienmausoleum, die Schah-Moschee, das Palastbadehaus, das Mausoleum von Seyyid Yahya Bakuvi und unterirdische Wasserreservoirs. Die Residenz war somit ein Teil einer umfassenderen königlichen Anlage.
Der Palast gehört zur Welterbestätte, die auch die ummauerte Altstadt von Baku und den Jungfrauenturm (Kız Kulesi) umfasst. Die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste erfolgte 2000. Damit ist der Palast sowohl in das historische Stadtgefüge von İçərişəhər als auch in seine eigenen Hofmauern eingebettet.
Wer bewohnte die königlichen Räume?
Das Wohngebäude hatte ursprünglich 52 Räume. Davon lagen 27 im Untergeschoss und 25 im Obergeschoss. Die Herrscher und ihre Angehörigen bewohnten das Obergeschoss mit seinen breiten Fenstern. Schmalere Fenster kennzeichneten das Untergeschoss. Es diente den Bediensteten, der Hausarbeit und als Lager.
Diese Details verbinden die königliche Residenz mit dem Alltag. Familienräume, Arbeitsbereiche und Lagerräume hatten ihren Platz im selben Gebäude. Wenn du dir den Palast anhand dieser Funktionen vorstellst, sagt die Raumzahl mehr aus als eine bloße Architekturstatistik: Der Haushalt brauchte Platz zum Wohnen und für die Arbeit, die ihn versorgte.
Zum Hof gehörte auch ein geistiges Leben. Die Online-Museumsausstellung von İçərişəhər bezeichnet Seyyid Yahya Bakuvi als Hofdichter und Gelehrten, der während der Regierungszeit von Khalilullah I. lebte. Sein Mausoleum gehört zu den Bauten des Palastkomplexes. Seine Verbindung zum Hof erklärt mit, warum der Palast als kulturelles Zentrum beschrieben wird.
Spätere Bewohner gehörten einer anderen Herrschaftsverwaltung an. Der englischsprachige Wikipedia-Artikel zum Palast hält unter Berufung auf schriftliche Werke fest, dass während der osmanischen Herrschaft im späten 16. Jahrhundert türkische Paschas dort lebten. Die Nutzung als Wohnsitz setzte sich also über den Haushalt der Schirwanschahs hinaus fort.
Geschichte des Palastes der Schirwanschahs: Wie entstand die Anlage?
Die Verwaltung von İçərişəhər beschreibt den Palast als politisches und kulturelles Zentrum. Er wurde im 15. Jahrhundert während der Herrschaft des Schirwanschahs Khalilullah I. errichtet. Seine Wohnräume lagen in einer Anlage, die auch religiösen Zwecken und dem Totengedenken diente.
Die heute sichtbaren Bauten stammen überwiegend aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Sie entstanden zu unterschiedlichen Zeiten. Das ist wichtig, wenn du über die Höfe blickst: Das Familienmausoleum, das Moscheeminarett und das Ostportal belegen verschiedene Bauphasen.
Das Familienmausoleum trägt eine Inschrift mit der Jahreszahl 839. Das entspricht 1435–1436. Sie besagt, dass Khalilullah I. den Bau für seine Mutter und seinen Sohn in Auftrag gab. Die Inschrift stellt einen direkten Bezug zur Herrscherfamilie her. Sie nennt sowohl den Auftraggeber als auch die Angehörigen, deren Andenken der Bau gewidmet war.
Die Schah-Moschee liefert einen weiteren datierten Bauauftrag. Eine Inschrift an ihrem Minarett trägt die Jahreszahl 845. Das entspricht 1441–1442. Sie dokumentiert Khalilullahs Bauauftrag. Zusammen verankern die Inschriften an Moschee und Mausoleum wichtige Teile der Anlage in seiner Regierungszeit.
Mit der Eroberung Bakus durch die Safawiden 1501 gelangte der Palast unter die Herrschaft von Schah Ismail I. (Şah İsmail). Eine spätere Ergänzung ist das Ostportal, das als Murad-Tor (Murad Kapısı) bekannt ist. Es stammt aus den Jahren 1585–1586. Seine Inschrift nennt den Architekten Emirshah Velyankuhî. Damit ist für diesen Eingang ein konkreter Urheber überliefert.
Im 19. Jahrhundert rissen Russen Teile des Palastes ab, um ihn als Munitionslager herzurichten. Die erhaltene Anlage zeugt deshalb sowohl von ihrer Errichtung als auch von späteren baulichen Verlusten. Ihre Geschichte umfasst königliche Bewohner, Herrschaftswechsel und die Umnutzung für einen anderen Zweck.
Zeitleiste
- 15. Jahrhundert: Laut der Verwaltung von İçərişəhər wurde der Palast unter Khalilullah I. errichtet.
- 1435–1436: Khalilullah gab das Familienmausoleum für seine Mutter und seinen Sohn in Auftrag.
- 1441–1442: Die Inschrift am Minarett der Schah-Moschee dokumentiert Khalilullahs Bauauftrag.
- 1501: Baku kam unter die Herrschaft der Safawiden unter Schah Ismail I.
- 1585–1586: Das Murad-Tor wurde errichtet.
- 19. Jahrhundert: Russen rissen Teile des Palastes ab, um ihn als Munitionslager umzubauen.
- 1936: Ausgrabungen legten das Palastbadehaus frei.
- 2000: Der Palast wurde zusammen mit der ummauerten Altstadt und dem Jungfrauenturm in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Wozu diente die Divanhane?
Die UNESCO beschreibt die Divanhane als Empfangshalle. Sie nennt auch eine andere Deutung: Einige Forschende halten sie für ein königliches Mausoleum. Beide Deutungen gehören zur Diskussion über diesen Bau. Seine Funktion muss daher mit dieser Unsicherheit dargestellt werden.
Auch die Frage nach dem verantwortlichen Architekten der gesamten Palastanlage ist nicht abschließend geklärt. Am Portal des Mausoleums erscheint der Name des Architekten Ali. Er wurde als Hauptarchitekt des Palastes vorgeschlagen. Diese Zuschreibung ist jedoch unbestätigt. Für den Architekten des Murad-Tors liegt ein sichererer Beleg vor: Die dortige Inschrift nennt Emirshah Velyankuhî.
Details, die du in keinem Reiseführer findest
Die im mittleren Hof ausgestellten Steine mit Inschriften und Steinmetzarbeiten stammen von der Burg Bayil (Bayıl Kalesi). Sie lagen jahrhundertelang unter dem Wasser der Bucht von Baku. Dadurch begegnen dir in den Palasthöfen auch Objekte eines anderen historischen Bauwerks.
Ein Teil des gemeißelten Steinschmucks der Divanhane erreicht eine Relieftiefe von 4–5 Zentimetern. Auf dieses konkrete Maß kannst du beim Betrachten der Ornamente achten. Die Steinmetzarbeiten bilden ein Muster auf der Oberfläche und besitzen zugleich räumliche Tiefe.
Am Eingangsbogen des Familienmausoleums wiederholt ein zwölfzackiges Medaillon den Namen Ali 24 Mal. Früher bedeckten außerdem türkis glasierte Fliesen die vertieften Flächen seiner Kuppel. Diese Details ergänzen die Geschichte des für Khalilullahs Mutter und Sohn errichteten Gebäudes um Schriftkunst und einstige Farbigkeit.
Das Palastbadehaus lag lange unter der Erde, bevor es 1936 bei Ausgrabungen freigelegt wurde. Es ergänzt die Haushaltsfunktionen, die sich an der Residenz, den Lagerräumen und den Wasserreservoirs ablesen lassen, um das Baden. Das Ausgrabungsjahr erinnert auch daran, dass Teile der heute zugänglichen Anlage erst durch archäologische Arbeit wieder sichtbar wurden.
Fotos vom Palast der Schirwanschahs: Auf welche Details solltest du achten?
Mit Fotos der unterschiedlich breiten Fenster kannst du die Aufteilung der Residenz festhalten. Die breiten Fenster oben gehörten zu den Räumen der Herrscher und ihrer Angehörigen. Die schmalen Fenster unten kennzeichneten das Geschoss für Bedienstete, Arbeit und Lagerung. Ein Foto dieser Merkmale kann dokumentieren, wie der Haushalt das Gebäude nutzte.
Die digitalen Präsentationen des Museums rekonstruieren den Thron des Herrschers, historischen Fliesenschmuck und den Alltag des Palasthaushalts. Sie bieten einen weiteren Zugang, um die erhaltenen Räume mit ihrer früheren Nutzung zu verbinden. Die Rekonstruktionen des Throns und der Fliesen erweitern den Besuch außerdem über die heute sichtbare Steinarchitektur hinaus.
Palast der Schirwanschahs: Tickets, Eintrittspreise und Öffnungszeiten
Die am 8. November 2026 abgerufene offizielle Museumsseite nennt Öffnungszeiten von täglich 10:00–19:00 Uhr. Die am selben Tag abgerufene offizielle Preisliste führt ein Kombiticket für Palast und Schatzkammer auf. Erwachsene zahlen 7 AZN als einheimische Besucher und 24 AZN als ausländische Besucher.
Für Kinder von 5–17 Jahren nennt dieselbe Preisliste 2 AZN für einheimische Besucher und 12 AZN für ausländische Besucher. Diese Angaben beziehen sich auf das Ticket für Palast und Schatzkammer in der offiziellen Liste zum genannten Abrufdatum. Die Museumsadresse lautet 1. Qəsr döngəsi 76 in İçərişəhər.
FAQ
Wer wohnte im Palast der Schirwanschahs?
Die Schirwanschahs und ihre Angehörigen bewohnten das Obergeschoss der Residenz. Die Bediensteten nutzten das Untergeschoss für die Hausarbeit und als Lager. Während der osmanischen Herrschaft im späten 16. Jahrhundert lebten später auch türkische Paschas im Palast.
Wann wurde der Palast gebaut?
Die Verwaltung von İçərişəhər datiert den Palastbau in die Regierungszeit von Khalilullah I. im 15. Jahrhundert. Die erhaltenen Bauten stammen überwiegend aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Das Murad-Tor entstand 1585–1586.
Wie viele Räume hatte die Residenz?
Die Residenz hatte ursprünglich 52 Räume auf zwei Geschossen. Im Untergeschoss lagen 27 Räume, im Obergeschoss 25. Die beiden Ebenen erfüllten unterschiedliche Aufgaben im Haushalt.
Gehört der Palast zum UNESCO-Welterbe?
Der Palast gehört zur Welterbestätte, die 2000 zusammen mit der ummauerten Altstadt von Baku und dem Jungfrauenturm eingetragen wurde. Er steht am höchsten Punkt von İçərişəhər.
Quellen
- Verwaltung von İçərişəhər — Museen und historischer Überblick icherisheher.gov.az
- Verwaltung von İçərişəhər — Palastkomplex der Schirwanschahs icherisheher.gov.az
- UNESCO-Welterbezentrum — Ummauerte Altstadt von Baku mit dem Palast der Schirwanschahs und dem Jungfrauenturm whc.unesco.org
- TDV İslâm Ansiklopedisi — Şirvanşahlar Sarayı, Yaşar Çoruhlu islamansiklopedisi.org.tr
- Staatliches historisch-architektonisches Schutzgebiet İçərişəhər — Ausstellung bei Google Arts & Culture artsandculture.google.com
- Wikipedia — Palast der Schirwanschahs en.wikipedia.org
FAQ
Wer wohnte im Palast der Schirwanschahs?
Die Schirwanschahs und ihre Angehörigen lebten in den Räumen im Obergeschoss des Wohngebäudes. Das Untergeschoss diente den Bediensteten, der täglichen Arbeit und als Lager. Während der osmanischen Herrschaft im späten 16. Jahrhundert bewohnten später auch türkische Paschas den Palast.
Wo steht der Palast der Schirwanschahs in Baku?
Der Palast steht am höchsten Punkt von İçərişəhər, der ummauerten Altstadt von Baku. Seine Adresse lautet 1. Qəsr döngəsi 76.
Wie viel kostet der Eintritt in den Palast der Schirwanschahs?
Die am 8. November 2026 abgerufene offizielle Preisliste nennt für das Kombiticket für Palast und Schatzkammer 7 AZN für einheimische Erwachsene und 24 AZN für ausländische Erwachsene. Für Kinder von 5–17 Jahren kostet es 2 AZN für einheimische Besucher und 12 AZN für ausländische Besucher.
Welche Öffnungszeiten hat der Palast der Schirwanschahs?
Die am 8. November 2026 abgerufene offizielle Museumsseite nennt tägliche Öffnungszeiten von 10:00–19:00 Uhr.
Image: Palace of Shirvanshahs common.JPG — Urek Meniashvili, CC BY-SA 3.0






