Sigiriya in Sri Lanka: Wo liegt der Löwenfelsen?
Sigiriya ist eine antike Felsenfestung im Distrikt Matale in der Zentralprovinz Sri Lankas. Sie liegt nahe Dambulla. Die NASA beschreibt den Granitfelsen als Inselberg. Damit ist ein einzelner Felsen gemeint, der sich isoliert aus dem tiefer liegenden Gelände erhebt.
Laut UNESCO ragt der Granit etwa 180 Meter über seine Umgebung auf. Von der Ebene aus wirkt er wie ein steinerner Turm, der mitten in die flache Landschaft gesetzt wurde. Ein König wählte diesen Ort einst zu seiner Hauptstadt. Diese Entscheidung steht im Mittelpunkt seiner Geschichte.
Warum heißt Sigiriya Löwenfelsen?
Der Name Sinhagiri bedeutet „Löwenfelsen“. Er geht auf den riesigen löwenförmigen Eingang zurück, der einst am Felsen stand. Die UNESCO beschreibt den früheren Weg zum Gipfel als eine Folge von Galerien und Treppen. Sie begannen im Maul eines gewaltigen Löwen aus Ziegeln und Verputz.
Vom Löwen ist das meiste verschwunden. Zwei große Tatzen sind erhalten. Jede ist etwa drei Meter lang. Wenn du danebenstehst, kannst du dir die Größe der ganzen Figur vorstellen. Besucher gingen einst durch das Tier hindurch, um nach oben zu gelangen.
Die Felsenfestung Sigiriya: Was wurde hier gebaut?
Sigiriya besteht aus mehreren Bauten. Die Anlage umfasst drei Bereiche:
- einen oberen Palast auf dem Gipfel des Felsens;
- eine mittlere Ebene mit dem Löwentor und der Spiegelwand;
- Paläste, Wassergräben und Gärten am Fuß des Felsens.
Das Gipfelplateau umfasst etwa 1,6 Hektar. Zu den dortigen Ruinen gehören Wasserzisternen, die in den Fels geschlagen wurden. Stell dir ein Dach mit einem eigenen Wassertank vor. Dasselbe Problem lösten die Erbauer vor etwa fünfzehn Jahrhunderten mit Stein.
Vor dem König: Mönche am Felsen
Schon vor dem Palast war der Ort bewohnt. Brahmi-Inschriften an der Westseite von Sigiriya belegen, dass im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. buddhistische Mönche am Fuß des Felsens lebten.
Die Ausgrabungen passen zu diesem Bild. Sie haben Bauphasen vom 3.–2. Jahrhundert v. Chr. bis zum 12.–13. Jahrhundert n. Chr. nachgewiesen. Sigiriya hatte schon vor seinem berühmten König eine lange Geschichte. Auch nach ihm ging sie weiter.
Kashyapas Geschichte: Thronraub und eine neue Hauptstadt
Die wichtigste schriftliche Quelle ist die Chronik Culavamsa. Ihr zufolge riss Kashyapa 477 den Thron an sich, indem er seinen Vater, König Dhatusena, töten ließ. Sein Halbbruder Moggallana floh nach Südindien.
Kashyapa I. regierte anschließend von 477 bis 495. In dieser Zeit verlegte er seine Hauptstadt von Anuradhapura nach Sigiriya. Einer weiteren Quelle zufolge wurden die buddhistischen Mönche, die während seines Palastbaus in Sigiriya lebten, nach Pidurangala umgesiedelt. Dieser Hügel liegt etwa einen Kilometer nördlich von Sigiriya.
Dieser Bericht stammt aus einer Chronik. Verstehe ihn deshalb als die überlieferte Darstellung der Ereignisse.
Die Gärten von Sigiriya
Der Palast lag in einer planmäßig gestalteten Landschaft. Die Gärten lassen sich in drei Hauptformen einteilen:
- Wassergärten;
- Gärten mit großen Felsblöcken;
- Terrassengärten.
Wassergräben und Paläste umgaben den Fuß des Felsens.
Die Spiegelwand
Die Spiegelwand liegt auf der mittleren Ebene. Ihre Oberfläche besteht aus Kalkputz. Er wurde so lange poliert, bis er wie ein Spiegel glänzte.
Später wurde die Wand zu einer Art Notizbuch. Besucher ritzten Gedichte und Gedanken hinein. Einige stammen aus dem 8. Jahrhundert. Das erinnert an Namen, die in eine Parkbank geritzt werden. Nur sind diese Einträge nach mehr als tausend Jahren noch erhalten. Sie zeigen, dass Menschen Sigiriya noch lange nach Kashyapas Tod als Besucher bestiegen.
Die Frauen auf den Wandmalereien
In zwei Felsnischen befinden sich die berühmten Malereien von Sigiriya. Ein Eintrag der Claremont Colleges Digital Library aus dem Jahr 1999 dokumentiert 17 Frauenfiguren in der ersten Nische und 5 in der zweiten.
Wer sind diese Frauen? Einer Deutung zufolge handelt es sich um himmlische Nymphen, sogenannte Apsaras. Andere Deutungen sehen in ihnen Königinnen, Gemahlinnen des Königs oder Göttinnen. Die Frage ist weiterhin umstritten.
Auch über den Stil wird diskutiert. Einige Forschende vermuten Einflüsse der Ajanta-Wandmalereien aus dem 5. Jahrhundert in Indien. Das ist eine These, keine gesicherte Tatsache.
Wie die Geschichte endete
Der Chronik zufolge besiegte Moggallana Kashyapa im Jahr 495. Kashyapa nahm sich während der Niederlage das Leben.
Moggallana bestieg den Thron und verlegte die Hauptstadt zurück nach Anuradhapura. Den Palast in Sigiriya übergab er buddhistischen Mönchen als Kloster. Die königliche Hauptstadt bestand nur 18 Jahre, von 477 bis 495. Der Felsen wurde wieder zu einem religiösen Ort.
Beschädigung und Restaurierung
In der Neuzeit waren die Malereien einer weiteren Gefahr ausgesetzt. Am 14. Oktober 1967 wurde Farbe auf die Fresken geworfen. Dabei wurden sie beschädigt. Die Restaurierung, an der Luciano Maranzi beteiligt war, dauerte bis zum 11. April 1968.
Eine empfindliche Oberfläche musste etwa sechs Monate lang ausgebessert werden. Denk daran, wenn du die Malereien heute betrachtest. Sie sind alt und wurden bereits einmal beschädigt.
Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste
1982 wurde die antike Stadt Sigiriya in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Aufnahme erfolgte nach den Kulturkriterien ii, iii und iv.
Zeitleiste
- 3.–2. Jahrhundert v. Chr.: Frühe Bauphasen sind durch Ausgrabungen nachgewiesen.
- 2.–1. Jahrhundert v. Chr.: Brahmi-Inschriften belegen die Anwesenheit buddhistischer Mönche.
- 477: Laut Culavamsa reißt Kashyapa den Thron an sich.
- 477–495: Kashyapa regiert und baut Sigiriya zur königlichen Hauptstadt aus.
- 495: Moggallana siegt und Kashyapa stirbt. Anuradhapura wird wieder Hauptstadt.
- 8. Jahrhundert: Eine der Zeiten, in denen Besucher Gedichte auf die Spiegelwand schreiben.
- 12.–13. Jahrhundert: Späte Bauphasen sind durch Ausgrabungen nachgewiesen.
- 14. Oktober 1967: Farbe wird auf die Fresken geworfen.
- 11. April 1968: Die Restaurierungsarbeiten nach dem Vandalismus enden.
- 1982: Die UNESCO nimmt die antike Stadt Sigiriya in die Welterbeliste auf.
Details, die du nicht im Reiseführer findest
- Einige Springbrunnen funktionieren noch. Ein etwa 1.500 Jahre altes unterirdisches Wassersystem versorgt einige der Springbrunnen. In der Regenzeit sprudeln sie noch immer.
- Eine Blume in ihrer Hand. Eine Frau im Eintrag der Claremont-Bibliothek hält rechts eine Plumeria-Blüte. In ihrer linken Hand hält sie drei Lotusblüten.
- Die Mauern wurden oft umgebaut. Mauererweiterungen und innere Trennwände in den Felsunterständen zeigen mindestens fünf oder sechs Umbauphasen. Wie ein altes Haus, das immer wieder verändert wird, wechselte die Anlage über die Jahrhunderte ihre Besitzer und ihre Nutzung.
- Die Graffiti sind alt. Unter den Gedichten auf der Spiegelwand finden sich Beispiele aus dem 8. Jahrhundert.
FAQ
Wo liegt Sigiriya?
Sigiriya liegt im Distrikt Matale in der Zentralprovinz Sri Lankas, nahe Dambulla.
Wie hoch ist der Felsen von Sigiriya?
Laut UNESCO ragt der Granit etwa 180 Meter über seine Umgebung auf. Das Gipfelplateau umfasst etwa 1,6 Hektar.
Warum heißt Sigiriya Löwenfelsen?
Sinhagiri bedeutet „Löwenfelsen“. Der Name bezieht sich auf den riesigen löwenförmigen Eingang. Zwei Tatzen sind erhalten. Jede ist etwa drei Meter lang.
Wer baute den Palast?
Laut der Chronik Culavamsa verlegte König Kashyapa I. seine Hauptstadt von Anuradhapura nach Sigiriya. Er regierte von 477 bis 495.
Seit wann gehört Sigiriya zum Welterbe?
Die UNESCO nahm Sigiriya 1982 nach den Kriterien ii, iii und iv in die Welterbeliste auf.
Quellen
- Wikipedia — Sigiriya en.wikipedia.org
- Vikipedi — Sigiriya tr.wikipedia.org
- UNESCO — Antike Stadt Sigiriya whc.unesco.org
- NASA Earth Observatory — Sri Lankas Granitfestung science.nasa.gov
- Central Cultural Fund — Felsenfestung Sigiriya ccf.gov.lk
- Universität Peradeniya — Mahinda Somathilake, Buddhistische Zugehörigkeit in Sigiriya ir.lib.pdn.ac.lk
- Claremont Colleges Digital Library — Sigiriya-Malereien in einer Felsnische: Höhle 1 ccdl.claremont.edu
FAQ
Wo liegt Sigiriya?
Sigiriya liegt im Distrikt Matale in der Zentralprovinz Sri Lankas, nahe Dambulla.
Wie hoch ist der Felsen von Sigiriya?
Laut UNESCO ragt der Granitfelsen etwa 180 Meter über seine Umgebung auf. Das Gipfelplateau umfasst ungefähr 1,6 Hektar.
Warum heißt Sigiriya Löwenfelsen?
Der Name Sinhagiri bedeutet „Löwenfelsen“. Er bezieht sich auf den riesigen löwenförmigen Eingang am Felsen. Davon sind zwei große Tatzen erhalten, die jeweils etwa drei Meter lang sind.
Seit wann gehört Sigiriya zum Welterbe?
Die UNESCO nahm die antike Stadt Sigiriya 1982 nach den Kulturkriterien ii, iii und iv in die Welterbeliste auf.
Image: Sigiriya.jpg — Bernard Gagnon, CC BY-SA 3.0






