Wurzeln der Städte

Muğla: Geschichte und Herkunft des Namens erklärt

Muğlas Name geht auf das antike Mobolla zurück, das eine Inschrift aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. belegt und das später in einem byzantinischen Text Mogola heißt. Danach stand die Stadt unter der Herrschaft von Menteşe und den Osmanen; zur Provinz gehören Kaunos, Knidos und Letoon.

8 Min. Lesezeit13 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Muğla: Geschichte und Herkunft des Namens erklärt
Muğla 9932 (cropped).JPG

Wenn du eine Reise in den Südwesten der Türkei planst, kommst du wahrscheinlich durch Muğla. Die meisten Besucher sehen die Stadt als Ausgangspunkt für einen Aufenthalt an der Küste. Doch ihre Geschichte reicht weiter zurück, als die Strände vermuten lassen. Auch ihr Name gehört dazu. Dieser Überblick folgt dem Namen und der Geschichte dahinter.

Wo liegt Muğla, und warum ist die Lage wichtig?

Muğla liegt in der antiken Landschaft Karien (Karya), an den Hängen des Asartepe. Die Stadt befindet sich rund 650 Meter über dem Meeresspiegel. Diese Höhe erklärt vieles. Die Altstadt entstand an einem Hang und nicht an einem Hafen. Deshalb hat sie einen anderen Charakter als die Küstenorte derselben Provinz.

Wenn du durch die engen Gassen gehst, bewegst du dich an den Hängen eines Hügels, den Menschen schon lange vor der Ankunft der Türken besiedelten. Der nächste Abschnitt zeigt, woher wir das wissen.

Woher kommt der Name Muğla?

Die am besten belegte Erklärung ist einfach. Der Name stammt vom antiken Namen Mobolla. Daraus entwickelte sich mit der Zeit die Form Mogola. So erklärt die TDV-Enzyklopädie des Islam den Namen Muğla.

Zwei schriftliche Zeugnisse stützen diese Erklärung:

  • Eine in Muğla gefundene Inschrift aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. nennt die Stadt Mobolla.
  • Im 10. Jahrhundert erwähnt der byzantinische Kaiser Konstantin VII. (VII. Konstantinos) die Siedlung in seinem Werk De Thematibus als Mogola.

Der Name entstand also nicht erst in türkischer Zeit. Er war bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. gebräuchlich. Mehr als tausend Jahre später wurde er in leicht veränderter Form noch immer verwendet. Von Mogola zu Muğla ist es nur ein kleiner Schritt.

Die Geschichte von Muğlı Bey: eine Legende, kein Beleg

Vielleicht begegnest du einer anderen Erklärung. Danach erhielt die Stadt ihren Namen von einem Eroberer namens Muğlı Bey. Diese Behauptung geht auf Evliya Çelebi zurück, der sie überlieferte. Bestätigt wurde sie nie.

Die beiden Erklärungen sind nicht gleich gut belegt. Die eine stützt sich auf eine Inschrift und einen byzantinischen Text. Die andere ist eine unbestätigte Erzählung. Wenn du für einen Aufsatz eine Quelle angeben musst, halte dich an Mobolla.

Wie sah das antike Mobolla aus?

Die antike Stadt lag auf einem felsigen Hügel namens Masa Dağı oder Asar. Forschende haben dort Folgendes nachgewiesen:

  • Festungsmauern
  • Felsengräber
  • Zisternen
  • Die Überreste von drei Freiluftheiligtümern

Die Zisternen geben einen Hinweis auf den Alltag. Eine Stadt auf einer Anhöhe muss Wasser speichern. Dafür schufen die Menschen in Mobolla die nötigen Anlagen. Die Felsengräber und Heiligtümer zeigen eine Gemeinschaft, die sowohl einen befestigten Standort als auch ein religiöses Leben hatte.

Vom Römischen zum Byzantinischen Reich

395 wurde das Römische Reich geteilt. Karien blieb innerhalb der Grenzen des Oströmischen Reiches. Deshalb konnte ein Kaiser im Konstantinopel (İstanbul) des 10. Jahrhunderts über Mogola als Teil seiner eigenen Welt schreiben. Die Siedlung gehörte in den folgenden Jahrhunderten zum byzantinischen Machtbereich.

Das Beylik Menteşe und die Osmanen

Das Beylik Menteşe prägte die türkische Geschichte der Region. Seine Herrschaft in Muğla ist heute noch an der Großen Moschee (Ulu Camii) im Viertel Tabakhane sichtbar. Nach Angaben des Landratsamts Menteşe war der Bauherr İbrahim Bey, Sohn Orhans, aus der Familie Menteşeoğulları. Beim Baujahr widersprechen sich die Quellen. Eine von der Universität Istanbul bereitgestellte Hochschulschrift nennt 1344. Die Website des Landratsamts Menteşe nennt 1334. Das Baujahr ist daher als unsicher zu behandeln.

Danach folgten die politischen Umbrüche rasch aufeinander:

  1. Während des Feldzugs von Bayezid I. 1389–1390 fiel der Zweig des Beyliks Menteşe in Muğla an die Osmanen.
  2. 1402 verloren die Osmanen die Schlacht bei Ankara. Das Beylik Menteşe wurde wieder unabhängig.
  3. Die TDV-Enzyklopädie des Islam datiert die endgültige osmanische Herrschaft über die Gebiete von Menteşe einschließlich Muğlas auf das Jahr 827 des islamischen Kalenders. Das entspricht 1424.

Im nahe gelegenen Milas trägt die Firuz-Bey-Moschee (Firuz Bey Camii) eine Inschrift am Eingang. Sie besagt, dass Hoca Firuz Bey, der Statthalter von Menteşe, die Moschee 1394 vom Architekten Hasan bin Abdullah errichten ließ. Dieses Datum liegt zwischen der ersten osmanischen Eroberung und der erneuten Unabhängigkeit. Es zeigt, wie wechselhaft diese Jahre waren.

Muğla unter osmanischer Herrschaft

1493 ließ Hacı Muslihuddin einen Gebäudekomplex errichten. Dazu gehörten eine Moschee, eine Medrese, ein Gebäude für Lehrer und ein Brunnen. Eine solche Anlage bildete das gesellschaftliche Zentrum einer Stadt.

Der Handel folgte. Im 16. Jahrhundert gab es im Basar von Muğla zwischen der Großen Moschee und der Hacı-Muslihuddin-Moschee 250 bis 300 Läden. Für eine Stadt am Berghang war das ein großer Markt. Du kannst die Logik dieser Anordnung noch heute nachvollziehen: Die beiden Moscheen bildeten die Bezugspunkte. Dazwischen säumten die Läden die Straße.

Der Uhrturm und die alten Häuser

Der Uhrturm (Saatli Kule) im Arasta stammt von 1895. Hacı Kadızade Süleyman Efendi und seine Frau Pembe Ana ließen ihn von einem griechischen Baumeister namens Filvarus errichten. Er besteht aus behauenem Stein und Ziegeln. Sein Grundriss ist quadratisch. Über fünf Ebenen verjüngt sich der Turm nach oben.

Auch die Häuser erzählen vom Zusammenleben verschiedener Bevölkerungsgruppen. Traditionelle türkische Häuser in Muğla sind um einen Innenhof und einen zentralen Wohnbereich angeordnet. Die griechischen Häuser in Konakaltı und Saburhane sehen anders aus. Sie haben Fassaden aus behauenem Stein und Eingänge direkt zur Straße. Wenn du in einem dieser Viertel stehst, kannst du den Unterschied schon an den Fassaden erkennen.

Zeittafel

  • 4. Jahrhundert v. Chr.: Die von Dalyan aus sichtbaren Felsengräber von Kaunos werden angelegt.
  • 337 v. Chr.: Die dreisprachige Inschrift von Letoon wird auf dieses Jahr datiert.
  • 2. Jahrhundert v. Chr.: Eine Inschrift in Muğla belegt den Namen Mobolla.
  • 395: Karien bleibt innerhalb der Grenzen des Oströmischen Reiches.
  • 10. Jahrhundert: Konstantin VII. verwendet den Namen Mogola.
  • 1389–1390: Der Zweig des Beyliks Menteşe in Muğla fällt an die Osmanen.
  • 1394: Die Firuz-Bey-Moschee in Milas wird errichtet.
  • 1402: Nach der Schlacht bei Ankara wird das Beylik Menteşe wieder unabhängig.
  • 1424: Muğla kommt laut der TDV-Enzyklopädie des Islam endgültig unter osmanische Herrschaft.
  • 1493: Der Hacı-Muslihuddin-Komplex wird errichtet.
  • 1895: Der Uhrturm im Arasta wird gebaut.
  • 1988: Xanthos-Letoon wird in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
  • 1994: Das Museum Muğla öffnet für Besucher.

Außerhalb der Stadt: Kaunos, Knidos und Letoon

In der Provinz liegen Stätten, die älter sind als der schriftliche Nachweis des Stadtnamens.

Kaunos. Die Stätte liegt im Dorf Çandır im Landkreis Köyceğiz. Kaunos war eine Hafenstadt. Mit der Zeit bildete sich das Dalyan-Delta, sodass die Stadt schließlich vom Meer entfernt lag. Die Felsengräber von Kaunos sind von Dalyan aus sichtbar. Sie wurden im 4. Jahrhundert v. Chr. angelegt und noch in römischer Zeit genutzt.

Knidos. Die Stadt liegt am Tekir Burnu auf der Halbinsel Datça. Sie entwickelte sich in zwei Teilen: auf dem Festland und auf einer Insel namens Kap Krio. Der Zwischenraum zwischen Insel und Festland wurde aufgeschüttet. So entstanden zwei Häfen. Der nördliche wurde militärisch genutzt. Der südliche diente Handelsschiffen.

Letoon. Das Heiligtum liegt in der Provinz Muğla. Es wurde 1988 gemeinsam mit Xanthos, das in Antalya liegt, in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Dort stehen drei Tempel. Sie sind Leto, Artemis und Apollon gewidmet.

Details, die du nicht im Reiseführer findest

  • Im 17. Jahrhundert führten 13 Brücken über den Bach, der durch den Basar von Muğla floss. Sieben waren aus Holz und sechs aus Stein.
  • Der traditionelle Schornstein von Muğla wird aus 28 traditionellen Alaturka-Dachziegeln gebaut. Alle vier Seiten bleiben offen. Das verhindert, dass der Schornstein verstopft und die Öfen rauchen. Wenn du die Dächer der Altstadt betrachtest, siehst du eine praktische Lösung für ein Alltagsproblem.
  • Das Museum Muğla wurde 1994 eröffnet, nachdem Ausgrabungen in Özlüce 1993 Fossilien zutage gefördert hatten. Es zeigt Fossilien von Lebewesen, die vor 5 bis 9 Millionen Jahren lebten. Im selben Museum gibt es eine Abteilung über Gladiatoren.
  • Die Inschrift von Letoon aus dem Jahr 337 v. Chr. ist auf Lykisch und Griechisch verfasst. Sie enthält außerdem eine Zusammenfassung auf Aramäisch.
  • 2016 berichtete eine Nachricht, dass Ermittlungen wegen Raubgrabungen bei Knidos zu einem Fund im Fahrzeug zweier Verdächtiger geführt hatten: 14 Bronzemünzen, 24 kleine Bronzestatuen und sechs Bronzeohrringe. Die antiken Stätten brauchen weiterhin Schutz.

FAQ

Woher kommt der Name Muğla?

Er geht auf das antike Mobolla zurück, das später die Form Mogola annahm. Eine Inschrift aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. in Muğla belegt Mobolla. Ein byzantinisches Werk aus dem 10. Jahrhundert verwendet Mogola.

Wer war Muğlı Bey?

Er ist ein Eroberer aus einer Erzählung, die Evliya Çelebi überliefert hat. Die Geschichte ist nicht bestätigt. Die Erklärung über den antiken Namen ist besser belegt.

Wann wurde Muğla osmanisch?

Der Zweig von Menteşe in Muğla fiel 1389–1390 an die Osmanen. Nach 1402 wurde das Beylik wieder unabhängig. Die TDV-Enzyklopädie des Islam datiert die endgültige osmanische Herrschaft auf 1424.

Welche antiken Stätten liegen in der Provinz Muğla?

Kaunos, Knidos und Letoon liegen alle in der Provinz. Letoon wurde 1988 gemeinsam mit Xanthos in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Quellen

  1. TDV-Enzyklopädie des Islam — Muğla islamansiklopedisi.org.tr
  2. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Muğla — Mobolla mugla.ktb.gov.tr
  3. Türkischsprachige Wikipedia — Muğla tr.wikipedia.org
  4. Frei zugängliche Hochschulschrift der Universität Istanbul — Abschnitt zur Großen Moschee von Muğla nek.istanbul.edu.tr
  5. Landratsamt Menteşe — Große Moschee von Muğla mentese.gov.tr
  6. Landratsamt Menteşe — Uhrturm mentese.gov.tr
  7. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Muğla — Wofür ist Muğla bekannt? mugla.ktb.gov.tr
  8. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Muğla — Der Schornstein von Muğla mugla.ktb.gov.tr
  9. Ministerium für Kultur und Tourismus DÖSİMM — Muğla dosim.ktb.gov.tr
  10. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Muğla — Kaunos mugla.ktb.gov.tr
  11. Landratsamt Ortaca — Antike Stadt Kaunos ortaca.gov.tr
  12. Ministerium für Kultur und Tourismus — Archäologische Stätte Knidos in Muğla muze.gov.tr
  13. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Muğla — Religiöse Bauwerke mugla.ktb.gov.tr

FAQ

Woher kommt der Name Muğla?

Der Name geht auf das antike Mobolla zurück, aus dem später Mogola wurde. Eine in Muğla gefundene Inschrift aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. nennt Mobolla. Ein byzantinisches Werk aus dem 10. Jahrhundert verwendet Mogola.

Wer war Muğlı Bey?

Muğlı Bey ist ein Eroberer aus einer Erzählung, die Evliya Çelebi überliefert hat. Diese Geschichte ist nicht bestätigt. Die andere Erklärung, die den Namen vom antiken Mobolla ableitet, stützt sich auf schriftliche Zeugnisse.

Wann wurde Muğla osmanisch?

Der Zweig des Beyliks Menteşe in Muğla fiel während des Feldzugs von Bayezid I. 1389–1390 an die Osmanen. Nach der Schlacht bei Ankara 1402 wurde das Beylik wieder unabhängig. Die TDV-Enzyklopädie des Islam datiert die endgültige osmanische Herrschaft über die Gebiete von Menteşe einschließlich Muğlas auf 1424.

Welche antiken Stätten liegen in der Provinz Muğla?

Kaunos bei Dalyan, Knidos auf der Halbinsel Datça und das Heiligtum Letoon liegen alle in der Provinz. Letoon wurde 1988 gemeinsam mit Xanthos in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Image: Muğla 9932 (cropped).JPG — Perencal, CC BY-SA 3.0

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Jede Angabe wurde mit den Quellen abgeglichen; Sätze ohne Quelle wurden nicht veröffentlicht. Wenn Sie einen Fehler finden, schreiben Sie uns. Unsere Quellengrundsätze · Schreib uns →