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Museum für türkische und islamische Kunst: Teppiche

Das Museum für türkische und islamische Kunst befindet sich seit 1983 im Ibrahim-Pascha-Palast in Sultanahmet und vereint Teppiche, Handschriften, Holzarbeiten und Steinobjekte. Seine Sammlung verbindet seldschukische Webkunst des 13. Jahrhunderts mit osmanischen Teppichgruppen, während der Palast eine eigene Geschichte von Umbauten, Beschlagnahmung und Verlusten bewahrt.

8 Min. Lesezeit11 QuellenVeröffentlicht: 29 Oktober 2026Zuletzt geprüft: 29 Oktober 2026
Redaktion von Köküne Kadar TVUnsere Quellengrundsätze
Museum für türkische und islamische Kunst: Teppiche
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Museum für türkische und islamische Kunst in Istanbul

Das Museum für türkische und islamische Kunst (Türk ve İslâm Eserleri Müzesi) befindet sich im Ibrahim-Pascha-Palast (İbrahim Paşa Sarayı) an der Westseite des Sultanahmet-Platzes. Seine Teppichsammlung reicht bis zur anatolischen Webkunst der Seldschuken im 13. Jahrhundert zurück. Hier begegnest du zwei Geschichten: der Geschichte von Objekten, die zu ihrem Schutz zusammengetragen wurden, und der Geschichte eines Palastes, der über Jahrhunderte umgestaltet wurde.

Das Museum liegt im Istanbuler Stadtbezirk Fatih. Es war das erste türkische Museum, das türkische und islamische Kunst gemeinsam behandelte. Die Generaldirektion für Kulturerbe und Museen bezeichnet es zugleich als das letzte Museum, das im Osmanischen Reich eröffnet wurde. Seine Anfänge gehören deshalb in einen anderen Zusammenhang als der Palast, den du heute besuchst.

Eröffnet wurde das Museum am 27. April 1914 im Imaret, der Armenküche des Süleymaniye-Komplexes. Ursprünglich hieß es Evkaf-ı İslamiye Müzesi. Der Umzug in den Ibrahim-Pascha-Palast folgte 1983. Damit kam die Sammlung in ein Gebäude mit Blick auf das historische Areal At Meydanı.

Warum wurde das Museum gegründet?

Die Sammlung entstand aus dem Bemühen, Objekte in Moscheen, Derwischkonventen und Grabbauten zu schützen. Teppiche, Handschriften und Architekturfragmente wurden gestohlen und ins Ausland gebracht. Ihre Zusammenführung in einem Museum sollte diese Verluste verhindern. Der Schutz der Werke gehörte somit schon vor der Eröffnung zum Auftrag der Einrichtung.

1924 wurde das Ministerium für religiöse Stiftungen aufgelöst. Damit änderte sich auch die Zuständigkeit für das Museum. Es ging an das Bildungsministerium über und wurde unter dem Namen Türk ve İslâm Eserleri Müzesi weitergeführt. Seine institutionelle Geschichte verbindet die letzten Jahre des Osmanischen Reiches mit der Republik Türkei.

Die Sammlung geht über Textilien hinaus. Die englischsprachige Wikipedia nennt mehr als 40.000 Kunstwerke, darunter Teppiche, Holzobjekte und Steinarbeiten. Wenn du dich dem Museum über seine Teppiche näherst, ist dieser größere Zusammenhang wichtig: Die Webkunst gehört zu einer umfassenderen Sammlung türkischer und islamischer Kunst.

Ibrahim-Pascha-Palast: Was stand hier vor dem Museum?

Der Ibrahim-Pascha-Palast erhebt sich über den Zuschauerrängen des römerzeitlichen Hippodroms am At Meydanı. Die Geschichte seines Standorts reicht damit weiter zurück als seine Verbindung zu Ibrahim Pascha. Das Museum nutzt einen Palast, dessen Fundamente zu einer älteren Stadtlandschaft gehören.

Ein Dokument von 1521 im Archiv des Topkapı-Palastes verzeichnet Umbauten, Erweiterungen und Reparaturen an einem bereits bestehenden Herrenhaus. Es zeigt, dass der Palast durch die Umgestaltung eines älteren Wohnsitzes entstand. Das Datum belegt Bauarbeiten. Es bezeichnet keinen vollständigen Neubau auf einem zuvor unbebauten Grundstück.

1524 fand Ibrahim Paschas Hochzeit in seinem Palast in Sultanahmet statt. Nach seiner Hinrichtung 1536 beschlagnahmte der Staat das Anwesen. Teile wurden Palastpagen, Großwesiren und anderen hohen Amtsträgern zugewiesen. Die Verbindung zu seinem Namensgeber war nur eine Phase der Palastgeschichte.

Auch die Zuordnung der erhaltenen Bauten ist umstritten. Eine Deutung betrachtet die Gebäude am Platz als Überreste des Ibrahim-Pascha-Palastes. Eine andere bringt sie mit der Çadır Mehterhânesi, dem Mehterhâne Kasrı und einer möglichen Karawanserei in Verbindung. Der Streit betrifft die Frage, wie die erhaltene Bausubstanz einzuordnen ist.

Welche Teppiche kannst du in der Sammlung sehen?

Die digitale Ausstellung des Ministeriums verzeichnet eine Sammlung von 1.700 Teppichen und Kelims. Dazu gehören Werke, die zwischen 1911 und 1914 aus anatolischen Moscheen und Grabbauten zusammengetragen wurden. Auch Schenkungen und Ankäufe erweiterten den Bestand. Die Textilien bewahren somit eine Sammlungsgeschichte ebenso wie eine Geschichte der Webkunst.

Zur frühesten bedeutenden Gruppe gehören anatolische Seldschuken-Teppiche des 13. Jahrhunderts. Osmanische Teppichgruppen führen die Sammlung in spätere Epochen weiter. Wenn du ihre Bandbreite verstehen möchtest, bieten diese zeitlichen Eckpunkte einen guten Einstieg: Das Museum vereint mittelalterliche anatolische Webkunst mit späteren osmanischen Erzeugnissen.

Die offizielle Broschüre nennt Gebetsteppiche und Teppiche mit Tierfiguren aus dem 15. Jahrhundert. Außerdem führt sie anatolische Teppiche vom Holbein- und Lotto-Typ aus dem 15. bis 17. Jahrhundert auf. Diese Bezeichnungen geben dir konkrete Suchbegriffe für die weitere Beschäftigung mit der Sammlung.

Medaillon- und Stern-Uşak-Teppiche bilden laut offizieller Broschüre weitere Hauptgruppen. Zusammen mit den seldschukischen Stücken, den Gebetsteppichen und den Tierteppichen zeigen sie, warum sich die Sammlung nicht auf einen einzigen Teppichtyp reduzieren lässt. Die benannten Gruppen umfassen unterschiedliche Zeiten und Formen.

Zwei Teppiche, deren Inventarnummern du kennen solltest

Die Inventarnummer 681 bezeichnet einen anatolischen Seldschuken-Teppich des 13. Jahrhunderts aus Konya. Er besteht aus Wolle, wurde mit dem Gördes-Knoten gefertigt und misst 519 × 294 Zentimeter. Sein Katalogeintrag liefert konkrete Angaben zu Material, Technik, Datierung und Größe. Damit bietet er einen anschaulichen Zugang zur größeren Sammlung seldschukischer Teppiche.

Der Teppich aus Konya gelangte am 31. März 1911 in die Sammlung. Das war vor der offiziellen Museumseröffnung am 27. April 1914. Sein Zugang verbindet ein erhaltenes Textil unmittelbar mit der Sammlungskampagne, die die öffentliche Präsentation des Museums vorbereitete.

Die Inventarnummer 468 bezeichnet einen Bergama-Uşak-Teppich vom Holbein-Typ aus dem 16. Jahrhundert. Er misst 170 × 292 Zentimeter. Neben Nummer 681 bietet er damit ein weiteres datiertes Beispiel mit dokumentierten Maßen. An diesen beiden Objekten kannst du von einem allgemeinen Interesse an Teppichen zu einzelnen, belegten Werken übergehen.

Die Bezeichnung Holbein verlangt allerdings Genauigkeit. Manche Teppiche, die unter diesem Namen eingeordnet werden, erscheinen auf keinem Bild des Malers. Die Zuordnung ist deshalb kein Beleg dafür, dass der Künstler jeden Teppich dieses Typs dargestellt hat.

Details, die du nicht in Reiseführern findest

1526 ließ Ibrahim Pascha Statuen vor seinem Palast aufstellen, die er vom Feldzug nach Ofen (Budin) mitgebracht hatte. Diese Episode ergänzt die Gebäudegeschichte um eine weitere Art von Objekten. Schon lange vor dem Einzug des Museums 1983 diente der Bereich vor dem Palast dazu, andernorts beschaffte Gegenstände auszustellen.

1939 brachte sowohl für die Sammlung als auch für den Palast Veränderungen. Wegen des Zweiten Weltkriegs wurden die Museumsobjekte nach Anatolien gebracht. 1949 kehrten sie nach Istanbul zurück. Die Sammlung verbrachte somit ein Jahrzehnt außerhalb der Stadt, in der das Museum eröffnet worden war.

Ebenfalls 1939 wurde der vierte Hof des Palastes vollständig abgerissen, um Platz für das Gerichtsgebäude zu schaffen. Dieser Verlust gehört zur Baugeschichte des Palastes. Er ist von der kriegsbedingten Verlagerung der Museumsobjekte zu unterscheiden. Beide Ereignisse sind wichtig, um nachzuvollziehen, welche Bauten erhalten blieben und wo die Sammlung aufbewahrt wurde.

Alltagsleben jenseits der Teppiche

Die ethnografische Ausstellung zum Istanbul des 19. Jahrhunderts vereint Objekte aus dem Umfeld von Kaffeehäusern, herrschaftlichen Wohnhäusern, einer Kalligrafenstube, Bädern und der Karagöz-Kultur. Diese Themen verbinden das Museum mit alltäglichen Tätigkeiten. Ein Kaffeehaus bietet dir einen vertrauten Einstieg, wenn dein Interesse beim gesellschaftlichen Alltag beginnt und weniger bei Teppichbezeichnungen.

Die Themen erweitern den Besuch über Textilien hinaus. Sie führen zu den Orten, an denen Menschen im Istanbul des 19. Jahrhunderts zusammenkamen, arbeiteten und badeten.

Zeitleiste

  • 13. Jahrhundert: Bedeutende anatolische Seldschuken-Teppiche der Sammlung wurden gewebt.
  • 1521: Ein Archivdokument verzeichnete Umbauten und Reparaturen am bestehenden Herrenhaus.
  • 1524: Ibrahim Paschas Hochzeit fand im Palast statt.
  • 1526: Aus Ofen mitgebrachte Statuen wurden vor dem Palast aufgestellt.
  • 1536: Nach Ibrahim Paschas Hinrichtung beschlagnahmte der Staat den Palast.
  • 31. März 1911: Der Seldschuken-Teppich mit der Nummer 681 gelangte in die Sammlung.
  • 27. April 1914: Das Museum eröffnete im Imaret des Süleymaniye-Komplexes.
  • 1924: Es ging an das Bildungsministerium über.
  • 1939: Die Objekte wurden nach Anatolien gebracht; der vierte Palasthof wurde abgerissen.
  • 1949: Die Objekte kehrten nach Istanbul zurück.
  • 1983: Das Museum zog in den Ibrahim-Pascha-Palast.
  • 1984: Es erhielt den Sonderpreis der Jury beim Wettbewerb um den Museumspreis des Europarates.
  • 2012–2014: Restaurierungsarbeiten und Arbeiten an der Ausstellung gingen der Wiedereröffnung im Jahr des hundertjährigen Museumsjubiläums voraus.

Museum für türkische und islamische Kunst: Eintritt und Tickets

Der am 25. Oktober 2026 geprüfte DÖSİMM-Tarif nennt für ausländische Besucher einen Ticketpreis von €17. Die am selben Tag geprüfte offizielle Museumsseite erklärt, dass die Müzekart für Staatsangehörige der Republik Türkei gilt. Diese mit einem Prüfdatum versehenen Eintrittsangaben dienen dir zur Planung deines Besuchs.

Museum für türkische und islamische Kunst: Öffnungszeiten

Die am 25. Oktober 2026 geprüfte offizielle Museumsseite nennt Öffnungszeiten von 09:00–18:30 täglich. Die Kasse schließt um 17:30. Beachte diesen früheren Kassenschluss, wenn du deinen Besuch für den Nachmittag planst.

Die offizielle Adresse lautet Binbirdirek Mahallesi, At Meydanı Sokak, No: 12, Sultanahmet, Istanbul. Das Museum liegt damit im Ibrahim-Pascha-Palast an der Westseite des Sultanahmet-Platzes. Dort ist es seit 1983 untergebracht.

Museum für türkische und islamische Kunst: Fotos

Der Bildabschnitt des türkischsprachigen Wikipedia-Artikels enthält Fotos des Innenhofs, des Teppichgangs und der Holzarbeiten. Er zeigt außerdem ein Räuchergefäß und hölzerne Badeschuhe. Die Bilder bieten einen ersten visuellen Eindruck vom Palast und von Objekten außerhalb der Teppichsammlung.

FAQ

Wo befindet sich das Museum für türkische und islamische Kunst?

Es befindet sich im Ibrahim-Pascha-Palast in Sultanahmet, im Istanbuler Stadtbezirk Fatih. Das Museum zog 1983 von Süleymaniye hierher.

Wie viel kostet der Eintritt?

Der am 25. Oktober 2026 geprüfte DÖSİMM-Tarif nennt für ausländische Besucher einen Eintrittspreis von €17. Laut offizieller Museumsseite gilt die Müzekart für Staatsangehörige der Republik Türkei.

Welche Öffnungszeiten gelten?

Die am 25. Oktober 2026 geprüfte offizielle Seite nennt tägliche Öffnungszeiten von 09:00–18:30. Die Kasse schließt um 17:30.

Was macht die Teppichsammlung bedeutend?

Sie umfasst anatolische Seldschuken-Teppiche des 13. Jahrhunderts und spätere osmanische Gruppen. Zur Sammlung gehören außerdem Gebetsteppiche, Tierteppiche, Exemplare vom Holbein- und Lotto-Typ sowie Medaillon- und Stern-Uşak-Teppiche.

Quellen

  1. Wikipedia — Museum für türkische und islamische Kunst tr.wikipedia.org
  2. TDV İslâm Ansiklopedisi — Museum für türkische und islamische Kunst islamansiklopedisi.org.tr
  3. Generaldirektion für Kulturerbe und Museen — Museumsdirektion Istanbul kvmgm.ktb.gov.tr
  4. Müze.gov.tr — Museum für türkische und islamische Kunst muze.gov.tr
  5. TDV İslâm Ansiklopedisi — Ibrahim-Pascha-Palast islamansiklopedisi.org.tr
  6. Wikipedia — Museum für türkische und islamische Kunst en.wikipedia.org
  7. KVMGM / Google Arts & Culture — Osmanische Teppichkunst artsandculture.google.com
  8. Ministerium für Kultur und Tourismus — Museumsbroschüre muze.gov.tr
  9. Museum ohne Grenzen — Teppich, Inventarnummer 681 islamicart.museumwnf.org
  10. Museum ohne Grenzen — Uşak-Teppich, Bergama islamicart.museumwnf.org
  11. DÖSİMM — Eintrittspreise für Museen und archäologische Stätten dosim.ktb.gov.tr

FAQ

Wo liegt das Museum für türkische und islamische Kunst in Istanbul?

Das Museum befindet sich im Ibrahim-Pascha-Palast an der Westseite des Sultanahmet-Platzes. Die offizielle Adresse lautet Binbirdirek Mahallesi, At Meydanı Sokak, No: 12, Sultanahmet, Istanbul.

Was kostet der Eintritt ins Museum für türkische und islamische Kunst?

Der am 25. Oktober 2026 geprüfte DÖSİMM-Tarif nennt für ausländische Besucher einen Eintrittspreis von €17. Laut offizieller Museumsseite gilt die Müzekart für Staatsangehörige der Republik Türkei.

Welche Öffnungszeiten hat das Museum für türkische und islamische Kunst?

Die am 25. Oktober 2026 geprüfte offizielle Museumsseite nennt tägliche Öffnungszeiten von 09:00–18:30. Die Kasse schließt um 17:30.

Welche Teppiche gibt es im Museum?

Die Sammlung umfasst anatolische Seldschuken-Teppiche des 13. Jahrhunderts, Gebetsteppiche und Tierteppiche des 15. Jahrhunderts, Teppiche vom Holbein- und Lotto-Typ sowie Medaillon- und Stern-Uşak-Teppiche.

Image: Turkish and Islamic Arts Museum 01.jpg — Chapultepec, Public domain

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